Artikel der Kategorie ‘Politik’:

Babyboom: Wirklichkeit oder nur Wunschtraum?

Februar 18, 2009 Von: Beobachter Kategorie: Politik 5 Kommentare →

Ursula von der Leyen feiert den grandiosen Erfolg der CDU-Familienpolitik.

Untermauert werden soll die Partystimmung im Bundesfamilienministerium mit den aktuell in alle Medien geblasenen Zahlen zur Geburtenentwicklung. Danach erlebt Deutschland gerade einen echten Babyboom.
Klappern gehört zum Geschäft und die PR-Abteilung von Uschi scheint ihr Handwerk bestens zu verstehen. Die etablierte Journalie unterstützt durch kritiklose Übernahme und Verbreitung der Jubelzahlen noch deren Arbeit.

Nur richtig werden die Schlüsse, die aus Uschis Statistiken gezogen werden, dadurch nicht. Von einem Babyboom ist Deutschland weit entfernt.
Das zeigt das Blog CARTA in einem kritischen Artikel. Danach kommt es nur darauf an, die Statistik geschickt auszulegen. In diesem Fall die Betrachtungs- und Vergleichsräume geschickt auszuwählen, ganz getreu dem alten Spruch: “Trau keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast”.

Uschis Familienministerium hat ganz einfach den Zeitraum Januar bis September 2008 mit dem des Vorjahres verglichen und ist auf eine Geburtenanzahl von 517.549 Kindern gekommen. In 2007 wurden im gleichen Zeitraum 514.152 Kinder geboren. Das ist immerhin ein Zuwachs von 0,66 Prozent. Ob man das als großen Erfolg feiern sollte, sei mal dahingestellt. Doch der gemeine Politiker muß sich auch über kleine Dingen freuen können.
Interessanter wird es jedoch, wenn man noch den Monat Oktober in den Vergleich nimmt. Dann würde die ganze Jubelarie schnell kippen, denn unterm Strich würde ein dickes Minus stehen, weil der Monat Oktober in 2007 der geburtenstärkste des ganzen Jahres war.
Soweit zum “großen” Erfolg der CDU-Familienpolitik. Aber bescheißen Statistik schönrechnen können sie. Immerhin das.

Wie CARTA weiter recherchiert, hat dieses Zahleninterpretieren Methode im Hause von der Leyen. Schon bei der Auslegung der Wirkung des Elterngeldes wurde getrickst. Die vielen entstandenen “neuen Väter” gab es der veröffentlichten Zahl gar nicht. Die Zahl der Väter, die im Job pausieren und zuhause die Kindererziehung übernehmen, ist nahezu unverändert geblieben.

Leider beschäftigt man sich im Familienministerium offenbar lieber mit Zahlenspielchen, als wirklich etwas an der Situation der Familien zu ändern. Die lächerliche Kindergelderhöhung von 10 EUR und die irrsinnigen Pläne zur Einführung einer Internet-Zensur zeugen davon.
Dabei wäre eine zukunftsfähige Familienpolitik mehr als notwendig.


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Die Zahl des Tages

Februar 17, 2009 Von: Beobachter Kategorie: Politik 1 Kommentar →

Die Zahl des Tages lautet:

790.000.000.000

Heute setzt US-Präsident Obama seine Unterschrift unter das größte Konjunkturpaket in der Geschichte der Vereinigten Staaten. 790 Milliarden US-Dollar sollen unter anderem dafür sorgen, daß die Konjunktur wieder anspringt und 3,5 Mio. neue Arbeitsplätze entstehen.

Man wird sehen, was diese Pakete alles bringen. Vorallem für Zukunft, denn irgendwann müssen diese Irrsinnssummen ja auch mal gegenfinanziert werden. Und was das heißt, kann sich jeder selbst ausmalen: Steuererhöhungen.

Auch in Deutschland muß das Merkel/Steinbrück-Füllhorn irgendwann wieder aufgefüllt werden. Es gab schon erste Politiker, die von 25(!) Prozent Mehrwertsteuer sprechen…

Quelle: Tagesspiegel

Wilhelm, wer bist Du?

Februar 12, 2009 Von: Beobachter Kategorie: Politik 7 Kommentare →

Und vorallem: Was kannst Du überhaupt?

Wir haben seit dieser Woche einen neuen Bundeswirtschaftsminister: Karl-Theodor Maria Nikolaus Johann Jacob Philipp Wilhelm Franz Joseph Sylvester Freiherr von und zu Guttenberg heißt er. Wobei der Wilhelm zuviel ist. Das ist nicht das einzige “Verwunderliche” am neuen Wirtschaftsminister. Aber dazu später mehr.

Den Wilhelm in seiner Vornamen-Kette hat ihm ein “Spaßvogel” auf Wikipedia verpasst. Offenbar ist es unter Adeligen (wobei der Adel in Deutschland seit 1918 faktisch nicht mehr existiert) üblich, daß man den Schwanzvergleich mithilfe der Menge der Vornamen durchführt. Wenn man sonst nichts mehr hat :-)
Also merkte niemand, daß da ein Vorname zu viel ist und schon geisterte der Wilhelm durch alle Zeitungen und Sendungen.

Im BILDblog kann man nachlesen, wie es zu dem zusätzlichen Wilhelm kam und man kann lernen, wie die Medien in Deutschland arbeiten. Recherchearbeit war gestern.
Wird sie dann mal dabei erwischt, einfach nur abzuschreiben, dann reagiert die etablierte Journalie auch noch äußerst angefasst. Bei der Titanic konnte man schon vor langer Zeit lesen, wie Pressearbeit funktioniert. Nur schade, daß auch die Titanic-Redaktion diesen Weg locker mitgeht.
Ab und zu mal ein reinigendes Gewitter tut den Journalisten ganz gut. Sie müssen lernen, daß ihre Fehler heute durch Internet, Blogger, Twitter und Co. viel schneller ans Tageslicht kommen und daraus die richtigen Schlüsse für die zukünftige Arbeit ziehen. Aus Wikipedia abschreiben kann jeder, dafür muß man nicht Journalist sein. Nicht Wikipedia ist schuld, sondern eure Recherchen waren mangelhaft!

Und da sind wir auch schon beim nächsten Punkt. Neben dem überzähligen Wilhelm war bei vielen Zeitungen zu lesen, daß der Herr von und zu seine Wirtschaftskompetenz aus der Arbeit im familiären Betrieb bezieht. Es soll sich dabei um die Firma “Von Guttenberg GmbH” handeln. Eine Firma, die sich hauptsächlich mit Trockenbau, WKSB-Isoliertechnik und Dämmstoffen beschäftigt und 38 Mitarbeiter hat. Also guter deutscher Mittelstand.
Das wäre natürlich eine sehr gute Ausgangslage für einen Bundeswirtschaftsminister. Ist der deutsche Mitztelstand doch der, der am meisten von allen Bundesregierungen vernachlässigt wird aber die meisten Lasten zu tragen hat. Den Großfirmen rammt jeder gern die Kohle noch und nöcher in den Allerwertesten. Und für jeden einzelnen Arbeitsplatz in Großfirmen wird eine persönliche Patenschaft der Bundesregierung übernommen. Das Sterben der mittelständischen und kleinen Firmen ist dagegen nicht mal eine Agenturmeldung wert. Das könnte nun ja anders werden.

Das Problem: Die Geschichte vom Job in der Familienfirma stimmt nicht. Auch hier wieder schlampige Recherche in den deutschen Medien.
Außer bei ZAPP, dem Medienmagazin vom NDR. Die haben wirklich mal nachgefragt. Dabei stellte sich heraus, daß der falsche Wilhelm gar nicht bei der “Von Guttenberg GmbH” gearbeitet hat. Die Firma “Von Guttenberg GmbH” ist mittlerweile derart genervt von den Nachfragen nach Wilhelm, daß sie sich auf ihrer Homepage von Wilhelm distanziert.

Wo also hat er gearbeitet und sich seine Wirtschaftskompetenz erworben? Weder der Bundestag, noch das Bundeswirtschaftsministeruim, noch sein Abgeordnetenbüro oder die CSU selbst kann das mit Bestimmheit sagen. ZAPP stieß bei seinen Ermittlungen auf eine Firma Guttenberg GmbH (München HRB 134661). Die hatte genau 3 Mitarbeiter (ist das schon Mittelstand !?) und hat sich ausschließlich mit dem Verwalten des eigenen Vermögens beschäftigt. Und selbst diese Firma existiert seit 2005 nicht mehr.

Soweit zur Kompetenz des neuen Ministers. Augenscheinlich reicht es, den richtigen Namen und das richtige Parteibuch zu haben, um Minister in der Regierung Merkel zu werden. Oder wie es die Grünen ausdrücken:

Man braucht nur Lesen und Schreiben können, um neuer Wirtschaftsminister zu werden.

Quelle: ZAPP

Abwrackprämie= Finanzkrise 2.0

Februar 03, 2009 Von: Beobachter Kategorie: Politik 1 Kommentar →

Ist die “Abwrackprämie” der Anstoss für die Finanzkrise 2.0?

Offenbar beflügelt die “Abwrackprämie” den Autoverkauf so sehr, daß Kleinwagen weggehen wie warme Semmel. Nach einem Selbsterfahrungsbericht einer Kundin ist es zur Zeit quasi unmöglich, überhaupt noch an einen Kleinwagen ranzukommen. Einzelne Kundengespräche sind aus Mangel an Zeit und Verkaufspersonal nicht mehr möglich. Wenn Interesse besteht, dann sollte man praktisch in Kleingruppen und blind den Kaufvertrag unterschreiben.

Das Problem bei der ganzen Sache mit der “Abwrackprämie” dürfte allerdings auch der Letzte geblickt haben. Unterstützt werden eher ausländische Autohersteller als deutsche. Wobei allerdings auch bei deutschen Autoherstellern die meisten Teile im Ausland gefertigt werden und in Deutschland nur noch die hauptsächliche Endmontage stattfindet. Oder es wird gleich das ganze “deutsche” Auto in Ländern wie Tschechien oder Ungarn montiert. Fakt ist in jedem Fall, daß die Prämie nicht hauptsächlich der deutschen Autoindustrie zu gute kommt. Die Autoproduktion ist heutzutage viel zu sehr internationalisiert, als daß man Subventionen auf Länder begrenzen könnte.

Ein anderer jedoch viel erheblicher Umstand der “Abwrackprämie” wurde bisher noch kaum wahrgenommen: Wer sind denn die Leute, die den 2.500 EUR so interessiert hinterherjagen? Doch hauptsächlich Leute, die sich eigentlich gar kein neues Auto leisten können. Diese Leute werden jetzt mit dieser “Abwrackprämie” in einen Autokredit getrieben.
Wie war das nochmal mit dem Auslöser der Finanzkrise in den USA? Waren das nicht alles Hauskäufer, die ihre völlig unrealistischen Kredite nicht mehr bedienen konnten? Was wir hier erleben, ist die Wiederholung der Fehler der US-Kreditwirtschaft.
Das ist Finanzkrise 2.0 made by Angela Merkel.
Und wenn dann in nächster Zeit noch einige Autokäufer zu allen Überfluß von Arbeitslosigkeit betroffen sein werden, dann platzen diese Autokredite reihenweise. Die retounierten Kleinwagen, die dann massenweise auf den Markt drängen, werden bei weiten nicht mehr die Preise erzielen können, die nötig wären, um die Kredite komplett zu tilgen. Ein Überabgebot drückt nun mal die Preise. Die Bezieher der “Abwrackprämie” haben dann zwar kein Auto mehr aber immer noch einen nicht unerheblichen Teil des Kredits an der Backe.

Und noch eins nicht vergessen: Die “Abwrackprämie” ist auf insgesamt 1,5 Mrd. EUR begrenzt. Wer also sein neues Auto erst zum Jahresende bekommt, könnte unter Umständen leer ausgehen. Denn die “Abwrackprämie” kann nur beantragt werden. Daß man sie dann auch bekommt, steht allerdings nicht unbedingt fest. Sollte die Regierungskohle bei Wagenlieferung also alle sein, hat man ein neues Auto und den Kredit dafür am Hals. Angela dreht einem aber dann eine Nase.

Und zu guter letzt: Sollte das neue Auto mehr als 13.000 EUR kosten, holt sich der Staat die “Abwrackprämie” über die MwSt. wieder zurück. Das wäre für den Finanzminister dann ein komplettes Nullsummenspiel, nur der Käufer hat wohlmöglich ein Kredit an der Backe für ein Auto, das er eigentlich gar nicht bräuchte.

Quelle: FAZ

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