Datenmeldung an Google
Nepper, Schlepper, Bauerfänger. Es gibt sie noch immer im Netz.
Da schneit doch heute ein Fax einer Firma Yellow Publishing Ltd., Manchester ins Haus. Falls das irgendwer mit Gelbe Seiten in Zusammenhang bringt, so war das natürlich von Yellow nicht beabsichtigt
Daß das Ganze per Fax kommt, ist zum einen natürlich äußerst lächerlich, wenn man doch Internetdienstleistungen anbieten will, zum anderen hofft Yellow aberwohl, so an die Leute ranzukommen, denen das Internet noch total suspekt ist und deshalb keine Mail-Adresse haben.
Doch nun zum Inhalt des Fax und damit dem eigentlich Ärgerlichen.
Yellow ist sich doch tatsächlich nicht zu blöd, eine “Datenmeldung an www.google.de” anzubieten. Dazu soll das Opfer auf dem Rückfax seine kompletten Firmendaten und die gewünschten Suchbegriffe angeben.
Yellow wird dann versuchen, “diese Daten an Google weiterzugeben”. Ob die Daten auch wirklich bei Google ankommen oder ob Google diese dann auch in ihre Suchergebnisse übernimmt, dafür will Yellow nicht garantieren. Wie auch?
Was Yellow aber garantieren kann, ist, daß einem sehr viel Geld aus der Tasche gezogen wird. Im Kleingedruckten findet man die Preise für die Dienstleistung von Yellow: 85 EUR pro Monat, für 1 Jahr im Voraus. Das macht insgesamt 1.020 EUR für Nichts.
Und sollte man nicht einen Monat vor Ablauf der Vertragsdauer schriftlich gekündigt haben, verlängert sich der Vertrag um ein weiteres Jahr.
Schon sehr dreist. Sollte tatsächlich auf diesen Müll hereingefallen sein, hat er wahrscheinlich gute Chancen, wieder aus dem Vertrag herauszukommen. Da die Preisangaben nur im Kleingedruckten aufgeführt und damit leicht zu übersehen sind, dürfte man vor Gericht gute Karten haben.
Das weiß auch Yellow und führt daher Manchester als Gerichtsstand auf. D.h. man müßte sich bei einem Prozeß erstmal um den Gerichtsstand streiten. Da ist besser und vorallem billiger, diesen Müll gleich zu entsorgen.
Hier das Fax:
AOL: Ähh, bin ich noch drin?
AOL schließt nach 15 Jahren seine Büros in Deutschland.
Wer kennt ihn nicht, den Werbespot mit Boris Becker, in dem dieser mit seiner zum Glück unnachahmlichen naiven Art nach der Installation der AOL-Software fragte: “Ähh, bin ich schon drin?”.
Nun allerdings dürfte sich Boris wieder draußen wähnen, denn AOL macht die Schotten dicht. Zumindest in Deutschland, Spanien und Schweden. In Europa werden nur die Büros in Dublin und London überleben. Allein in Deutschland wird das 140 Arbeitsplätze kosten. Im AOL-Stammland USA werden 500 Stellen wegfallen. Insgesamt wird AOL 2.500 Stellen streichen. Nur der Unternehmenszweig Adtech soll unangetastet bleiben.
Durch dieses Gesundschrumpfen versucht man quasi als letzten Strohhalm, wieder in schwarze Zahlen zu kommen.

Ach was waren das noch für Zeiten, als in jeder aber auch wirklich jeder Zeitschrift, die auch nur ansatzweise C.o.m.p.u.t.e.r buchstabieren konnte, eine der CDs mit der Software für den AOL-Zugang steckte. Und wer keine Zeitschrift abonniert hatte oder vom dem AOL glaubte, daß er keine Zeitschrift in die Hände bekam (und das war damit praktisch JEDER) wurde per Post mit der AOL-Software-CD regelrecht bombadiert, so daß es schon Aufrufe gab, dieser Umweltverschmutzung durch AOL-CDs ein Ende zu bereiten.
Aber auch die Software selbst hatte es in sich. Vorallem, wenn man sie wieder loswerden wollte. Das System war meist dermaßen hoffnungslos durch die AOL-Software “verseucht”, daß nur eine komplette Neuinstallation als Ausweg blieb.
Interessant war es auch, die immer größer werden Zahlen zu beobachten, die für die kostenfreie Testzeit stehen sollten und unübersehbar auf der CD-Hülle prangten. Waren da zuerst nur mickrige 10 Stunden frei, steigerte sich die Zahl über 100 Stunden auf zuletzt gigantische 650 Stunden freien Zugang zu AOL. Zumindest theoretisch, denn man mußte schon das Kleingedruckte sehr genau studieren, um zu erkennen, daß es nichts war mit 650 Stunden am Stück frei surfen. Und u.U. mußte man dann noch die Telefongebühren für Dauer der Einwahl abdrücken. Das waren Zustände, die man sich heute in Zeiten von Flatrates und DSL nicht mehr vorstellen kann und will.
Nun ist AOL nach 15 Jahren am Ende. Ruhe sanft und nimm ebay am besten gleich mit auf die Reise.
Quelle: Internet World
Die Mauer ist weg.
Das war die Überschrift des 09. November 1989.
Seit 20 Jahren sind die unmenschliche Berliner Mauer und die innerdeutsche Grenze nun schon verschwunden.
Inwieweit der Normalzustand in Berlin wieder hergestellt wurde, kann man in einem sehr gut gemachtem Beitrag der New York Times nachvollziehen.
Man kann wieder völlig ungehindert und ohne sein Leben zu riskieren von hüben nach drüben gelangen. Es ist wieder zusammen gewachsen, was zusammen gehört. Welch ein Glück für die Deutschen!
Dieser historische Hintergrund läßt alle Probleme, die bei der Wiedervereinigung aufgetreten sind und noch immer auftreten, viele davon sind aus Unkenntnis und Unvorbereitetsein, manche davon in voller Absicht entstanden, doch recht klein erscheinen.
Denic vergibt potentielle Nazi-Domains
Mit der Einführung der neuen Kurzdomains wurden auch potentielle Nazi-Domains möglich.
Denic, als deutsche Internetregistrierungsstelle zuständig für die .de-Domains, hat bei der Einführung der neuen Kurzdomains auch solche wie kz.de, hj.de und ss.de freigegeben. Diese Abkürzungen wären natürlich ein gefundenes Fressen für entsprechende Nazi-Seiten, wurden solche Abkürzungen doch im “3.Reich” verwendet.
Bei Kfz-Zeichen haben die Landkreise meist entsprechende Beschränkungen erlassen, so daß z.B. “S-S 123″ oder “H-J 88″ nicht möglich sind.
Bislang bestand dieses Problem bei .de-Internetdomains so nicht, da solche mit nur zwei Zeichen nicht erlaubt waren. Nur ganz wenige dieser Domains wie db.de und ix.de existierten bisher und stammen noch aus der Frühzeit der Domainvergabe.
Jetzt wurde diese Praxis geändert und damit kamen auch die möglichen Probleme. Die Denic hatte sich im Vorfeld bereits gegen ein Verbot dieser potentiellen Nazi-Kurzdomains entschieden, weil es auch immer auf den Inhalt der sich dahinter verbergenden Homepage ankäme. So könnte kz.de auch auf eine Aufklärungsseite über den Nazi-Terror führen. Wie die Denic das aber im Einzelfall und in Zukunft kontrollieren will, bleibt sie indes schuldig.
Zur Zeit sind unter den potentiellen Nazi-Domains entweder noch gar keine Inhalte oder nur Link-Farmen zu finden und die Inhaber dieser Domains weisen alle rechtsextremen Absichten weit von sich. Daß die Domains jedoch einiges an finanziellem Potential besitzen, hat die teils undurchsichtige Vergabe dieser gezeigt. Die meisten Provider hatten sich die lukrativen Kurzdomains bereits im Vorfeld gesichtert und dann per Auktion an die Interessenten gebracht. So verdiente man sich eine goldene Nase. Ob diese Kosten für die jetzigen Domaineigner durch einen Weiterverkauf der potentiellen Nazi-Domains wieder hereinkommen sollen, wird die Zukunft zeigen. Sollte man aber eines Tage wirklich über hj.de z.B. auf der Seite der NPD landen, dann wären die guten Absichten der Denic gescheitert.
P.S. Daß man es bei der Registrierung solcher Domains schaffen kann, äußerst blöd dazustehen, hat übrigens die Junge Union Bayern gezeigt. Die hat sich doch allen Ernstes www.Ju.de gesichert.


