Googles Startseite wird grün
Google hat seine Startseite neu gestaltet.
Wer die Suchmaschine Google.de aufruft sollte sich nicht erschrecken, denn seit neuestem wird man hier mit solch einer Startseite begrüßt:

Startseite Google.de
Nun könnte man annehmen, Google wäre auf den grünen Zweig gekommen, finanziell dürfte das der Suchmaschinenbetreiber aufgrund seiner Vormachtstellung im Internet sicherlich schon seit längerem sein, doch das Hintergrundbild ist eher zufällig gewählt, es wechselt bei jedem Aufruf der Seite. Wer will, kann sich das Hintergrundbild nach eigenen Vorstellungen gestalten. Dazu muß man ein Google-Konto besitzen.
Suchmaschinen mit Hintergrundbildern kennt man ja bereits seit längerem. Mit Microsofts bing wurde mehr oder weniger der Anfang der bildschirmfüllenden Hintergrundbilder gemacht. Insoweit ist der “grüne Touch” von Google nichts Neues.
Über den Sinn kann man durchaus geteilter Meinung sein. Viele finden ein Hintergrundbild eher als störend. Auch die Geschwindigkeit leidet unter solchen “Verschönerungen”. Das oben gezeigte “Wald”-Hintergrundbild hat immerhin eine Größe von rund 200KB. Wer noch mit ISDN oder einer langsamen mobilen Verbindung im Internet unterwegs ist, wird das sicher merken, auch bei der Abrechnung, wenn man statt einer Flatrate nur einen Volumentarif hat.
So wird man das Hintergrundbild wieder los:
- Bei Google anmelden und das Hintegrundbild ändern
- Wenn man kein Google-Konto hat oder will, diesen Link benutzen
- oder Google SSL benutzen
Als Fazit bleibt es verwunderlich, warum Google diesen Weg weg von der Schlichtheit geht. Dabei war es doch immer Googles großer Vorteil, daß gerade die Startseite sehr übersichtlich war. Ein Eingabefeld zur Eingabe der Suche, ein paar schlichte Textlinks für die Einstellung von Suchoptionen und ein kleines Menü am oberen Bildschirmrand, sonst nichts. Keine Prominews, keine blinkende Werbung, keine überbordenen Menüs und Auswahlmöglichkeiten, keine Videos oder Hintergrundsounds, wie man das von anderen kennt. Konzentration auf das Wesentliche einer Suchmaschine, das war Google bisher. Warum das nun langsam aber sicher aufgegeben werden soll, bleibt ein Rätsel.
Update: Google ist mittlerweile zurückgerudert und hat das Hintergrundbild wieder abgeschaltet. Die Aktion sollte offenbar nur Werbung für neue Funktionen im Google-Konto sein und war nicht als Dauerzustand für alle Nutzer gedacht.
Das ist dann mal ein echtes Beispiel für misslungene Reklame, denn mit so einer Flut von den negativen Reaktion der User hatte man bei Google nicht gerechnet.
April, April!
Eine unvollständige Liste der Aprilscherze 2010.
Dieses Jahr gibt es hier keinen selbsterdachten Aprilscherz, stattdessen eine Liste der Scherze der anderen.
Manche Scherze hat man in gleicher oder ähnlicher Weise schon in der Vergangenheit gehört, da sind der Kreativität von einigen offensichtlich Grenzen gesetzt. Und bei manchen Scherzen wünscht man sich, daß sie der Realität entsprechen würden
Hier die Liste der bisher aufgetauchten April-Scherze:
- Sabine Leutheusser-Schnarrenberger wird Pirat (Piratenpartei)
- Rücktritt von Westerwelle (LUPE)
- Fake-Supermarkt für Hartz4-Empfänger (SpOn)
- Aus ja! wird nö! (REWE)
- Ab Juli gilt Maut für Wohnwagen (RTL)
- Deutsch-Türkische Strassenschilder (Tagesspiegel)
- Bernsteinzimmer in Mainz aufgetaucht (Rhein-Zeitung)
- Richter erschlägt Anwalt mit dem Schönfelder (RA Arbeitsrecht Berlin Blog)
- Geheimer Detektor am Teilchenbeschleuniger THC (heise)
- Seilbahn mit Überholtechnik (Grossarl Tal)
- Porto für E-Mails (Radio Bremen4)
Schlechter Scherz, die Pläne der Post AG mit De-Mail gehen schon viel weiter - Google MeatView und Google FatWords (Internetkapitäne)
- Google kauft Burda (turi2)
- Google kauft Griechenland (Daniel Gremm)
- Google translate for animals (Google)
- Google durchsucht das Web von Morgen (googlewatchblog)
- iPad Verkaufsstart in Gefahr (FAZ)
- “Bier holen” Feature im 1&1 HomeServer (1&1 Blog)
- IP-Adressen sind alle (ARD)
- Impressumspflicht für Twitter-User (Meinungs-Blog)
- Neue Abwahnwelle (MonsterDealz)
- Twitter Cam (getDigital)
- DiGi-Mulator macht Analogkameras digital (Bilderrampe)
- Michael Jackson in Indien gesichtet (Promicabana)
- DSDS wird nicht fortgesetzt (Blog von Balrog)
- DSDS-Studio abgebrannt (CastingShowNews)
- Lena darf nicht in Oslo singen (T-Online)
- Online heiraten jetzt möglich (Hochzeit.de)
- Bigfoot entdeckt (Brennr.de)
- Bundeskanzleramt muß abgerissen werden (Immobilien News)
Die Liste wird heute den ganzen Tag über aktualisiert.
Wer einen Aprilscherz im Internet findet, der hier noch nicht gelistet ist: Bitte den Link dazu in den Kommentaren hinterlassen.
ebay und die Paypal-Pflicht
Das Bundeskartellamt wird sich jetzt mit der neueingeführten Paypal-Pflicht befassen.
ebay - das ist das Auktionshaus, das mal sehr vielen sehr viel Spaß gemacht hat, seit geraumer Zeit aber unter der eigenen Gier zu leiden hat und deshalb in der Gunst der Schnäppchenjäger stark gesunken ist. Vorallem für private Verkäufer lohnt sich eine Auktion oder ein Verkauf über ebay kaum noch. Die hohen Einstell- und Verkaufs-Gebühren und die rechtlichen Unsicherheiten sind dafür die Gründe.
Ebenso der nicht vorhandene Service und die nicht vorhandene Unterstützung durch ebay bei auftretenden Problemen, wie Zahlungsausfällen, Abmahnungen oder Betrügereien. Nur mit Textbausteinen kann man nunmal keinen Service für seine Kunden anbieten, der diesen Namen auch verdient.
Die Folgen dieser Entwicklung waren leicht abzusehen. Die Umsätze und die Gewinne von ebay gehen zurück. Andere Anbieter, bspw. Amazon graben immer mehr das Wasser ab.
Doch eines ist ebay seit der Gründung immer geblieben: gewinnorientiert. Wenn man es freundlich ausdrücken will.
Und so überrascht die neueste Idee aus dem Hause ebay nur wenig. Seit gestern gelten neue Bedingungen. Nach denen müssen alle Verkäufer, die weniger als 50 Bewertungspunkte aufweisen können, Paypal als Bezahloption anbieten. Bisher konnten dies die Verkäufer freiwillig anbieten oder auch nicht. Nun wird Paypal zum Zwang.
Der schöne Nebeneffekt für ebay: Den Verkäufern entstehen so durch die Nutzung von Paypal zusätzliche Gebühren von bis zu 3,9 Prozent vom Verkaufspreis.
Schon in der Vergangenheit hat sich Paypal zu einer wichtigen Einnahmequelle für ebay entwickelt. In 2008 setzte man allein mit Paypal 800 Mio. Dollar um. Das entspricht einem Drittel des Gesamtumsatzes.
Das möchte man natürlich noch weiter steigern, auf Kosten der Kunden. Beschwerden über dieses rüde Vorgehen werden wie immer von den ebay-Managern ignoriert. Die Textbaustein-Designer haben wieder alle Hände voll zu tun.
Für private Verkäufer wieder ein Grund mehr, ebay zu meiden und seine Sachen auf anderen Plattformen oder dem guten alten Flohmarkt anzubieten.
Ob ebay damit durchkommt, bleibt abzuwarten, denn das entscheidet auch das Bundeskartellamt. Dies wird sich jetzt mit den neuen Verkaufsbedingungen auseinandersetzen und ebay dazu befragen. Das Kartellamt wird dann prüfen, ob ebay mit der eingeführten Paypal-Pflicht seine Marktposition mißbraucht und ggf. ein formelles Verfahren einleiten.
Rundfunkkommission plant Zensursula 2.0
Kommt nach dem Zugangserschwerungsgesetz jetzt ein neues und noch viel schwerwiegenderes Gesetz?
Man mag es kaum glauben, aber nach dem Hickhack und schlußendlichem Auf-Eis-Legen des Zugangserschwerungsgesetzes, besser bekannt als Internetsperrengesetz aus dem Hause von der Leyen, besser bekannt als Zensursula, laufen jetzt die Planungen für ein Gesetz, das noch tiefer in den freien Internetzugang eingreifen soll, als man sich das bisher vorstellen konnte. Gemeint ist die Novellierung des Jugendmedienschutzstaatsvertrages (JMStV-E).
Ein erster Entwurf der Novellierung läßt schlimmste Vorahnungen wahr werden. So haben die zuständigen Internet-”Experten” in der Rundfunkkommission der Länder doch tatsächlich eine Pflicht zur Alterseinstufung für jeden Inhalt verfügt.
D.h. im Klartext: Jede Internetseite muß eine Alterseinstufung “ab 6 Jahren”, “ab 12 Jahren”, “ab 16 Jahren” oder “ab 18 Jahren” erhalten. Die Internetseiten, die “entwicklungsbeeinträchtigende” Inhalte “ab 16 Jahren” enthalten, dürfen dann auch nur noch zwischen 22 Uhr und 6 Uhr “senden”!
Da hat mal wieder jemand massive Probleme, auch nur die Grundzüge des Internets zu verstehen. Leider sitzen solche Leute an den Schalthebeln der Macht. Man sollte eine Spendenaktion für diese “Experten” starten, damit sie einen VHS-Kurs “Internet for Beginners” besuchen können.
Doch damit nicht genug. Auch für Kommentare, die z.B. hier im Blog abgegeben werden, muß der Blogbetreiber jederzeit nachweisen, daß dieses nicht jugendgefährdend sind oder diese Kommentare ggf. löschen. Sollen diesmal die Blogbetreiber zur Zensurbehörde werden?
Darüberhinaus sollen auch die Internetprovider mit ins Boot der Verantwortung genommen werden. Die müssen dann dafür geradestehen, daß auf ihren Servern, keine Verletzungen des neuen JMStV-E stattfinden. Im Zweifel sollen diese dann entsprechende Inhalte filtern. Womit wir wieder den Zustand von Zensursulas Internetsperrengesetz hätten.
Eine Unterscheidung von Content-, Host- oder Access-Providern findet im Gesetz auch nicht statt. Wahrscheinlich kennen die “Experten” der Rundfunkkommission nicht einmal den Unterschied. Ebenso gibt es keine Differenzierung zwischen privaten und kommerziellen Internetseiten. Jede noch so kleine private Homepage und jeder Blog muß sich ab Inkrafttreten des Gesetzes der Alterklassifizierung unterziehen.
Dieses Machwerk der Rundfunkkommission muß verhindert werden! Sollten die “Experten” damit durchkommen, dann ist sowohl der Internet-Standort Deutschland als auch das Recht der freien Kommunikation für lange Zeit massiv beschädigt. Diesen Eingriff in grundlegenste Bügerrechte könnte dann nur wieder ein langwieriges Verfahren vor dem Bundesverfassungsgericht beseitigen.
Nachtrag (25.01.10): Stellungnahme des AK Zensur zur Novellierung des JMStV.
