Artikel der Kategorie ‘Medien’:

Radio-Nachrichten: Spanien Europameister. Echt jetzt?! *grrh*

Juni 30, 2008 Von: Beobachter Kategorie: Medien Noch keine Kommentare →

Nachrichten im Radio am heutigen Montag früh: Spanien Europameister!

Danach folgt nocheinmal eine ausführliche Spielberichterstattung. So als ob noch niemand davon wüsste. Liebe Nachrichten-Redaktionen der Radio-Sender: Ich hasse solche Nachrichten am Montag! Jeder, der sich auch nur zu 1 Prozent für Fußball interessiert, weiß, daß Spanien Europameister ist. Auch wer sich nicht für Fußball interessiert, weiß das! Und das schon seit gestern abend.

Dieses Verhalten ist aber nicht nur zur EM typisch für unsere Radio-Nachrichten, sondern kann man an jedem Montag beobachten. Uralte Nachrichten-Highlights des Vortags bzw. Wochenendes werden als “Top”-Nachricht verkauft. Zumindest tut man so.

Wenn ihr keinen Bock habt am Montag früh zu arbeiten, dann sendet von mir aus Musik oder singt selbst. Denn nichts ist älter als die Nachrichten vom Vortag. Auf die Nachrichten-Redaktion kann man dann allerdings gut verzichten und schont so die Radio- und TV-Gebühren.

Und noch etwas: Glückwunsch an Spanien. Ihr habt verdient gewonnen.
Wer so schlecht und lustlos, wie die deutsche Mannschaft in ein Finale geht, hat den Titel auch nicht verdient. Vielleicht wußten unsere Profis nur nicht, wie sie die 250.000 EUR für den Titelgewinn in ihrer Steuererklärung hätten unterbringen sollen…

Gina-Lisa Nacktvideo

Juni 20, 2008 Von: Beobachter Kategorie: Medien Noch keine Kommentare →

oder : Wie funktioniert virales Marketing?

Gina-Lisa, eine der Teilnehmerinnen bei Heidi Klums “Germany´s next Topmodel“, soll angeblich in einen Sex-Skandal verwickelt sein. Es soll ganz plötzlich und aus heiterem Himmel ein Video, das sie beim Sex mit ihrem Ex-Freund zeigt, aufgetaucht sein. Aufgedeckt wurde der Skandal von der obersten Hüterin von Anstand und Moral: Die BILD. ;-)
Ihrer “journalistischen Pflicht” nachkommend zählt die BILD natürlich detailliert die im im Video vorkommenden Sexpraktiken auf, als da wären: oben-ohne-Szenen, Oral-Sex, Lack und Leder usw. usf.

Viele Zeitungen, Online-Redaktionen und Blogs haben das Thema natürlich aufgegriffen. Innerhalb kürzester Zeit war diese Sache “in aller Munde”. Einzelne Blogs haben damit traumhafte Zugriffszahlen erzielt(daß diese Besucher den Blogs außer geschönter Statistik nichts einbringt, habe ich schon an anderer Stelle erläutert).

Komisch ist bei der Sache nur, daß vor der BILD-Meldung keinerlei Nacktfotos von Gina-Lisa im Internet zu finden waren. Nur die BILD behauptet: Fotos und das Video kursieren im Internet. Nach Aussage des Freundes von Gina-Lisa sollen die Kamera und die Bilder gestohlen worden sein und die Bilder so ins Netz gelangt sein.
Tatsächlich gibt es aber nur das Foto auf der BILD-Homepage. Und die gekünstelte Haltung und “Bekleidung” der Personen lassen eher den Schluß zu, daß dieses Foto extra für BILD aufgenommen wurde.

So funktioniert virales Marketing! Hofft zumindest Gina-Lisa.
Eins hat sie zumindest geschafft: Ihren Namen kennen jetzt fast alle, allerdings im Zusammenhang mit dem Sex-Video. Einen positiven Zusammenhang zu ihrer Model-Tätigkeit stellen allerdings die wenigsten her.
Aus dieser Schmuddelecke wieder raus zu kommen, wird für Gina-Lisa nicht einfach werden. Einige potenzielle Werbekunden werden sich eine Zusammenarbeit mit ihr in Zukunft doch lieber verkneifen.
Ob es das wert war?


(Partnerlinks)

Bericht bei BILD

achtung.gif Update (18.07.08): Das angebliche Video ist nun doch aufgetaucht. Bei BILD kann man einen kleinen Ausschnitt sehen.
Ob das Video nun vor oder nach dem Hype entstanden ist, bleibt allerdings offen. Man kann das auch eine sich selbsterfüllende Prophezeiung nennen.

achtung.gif Update II (23.07.08): BILD hat sämtliche Beiträge zu Gina-Lisa gelöscht. Zu Vermutungen, warum BILD das gemacht hat, mehr bei: Alter Falter!

Eurovision Song Contest am Ende?

Juni 01, 2008 Von: Beobachter Kategorie: Medien Noch keine Kommentare →

Thomas Hermanns gibt auf. Den Eurovision Song Contest (ESC) will er nicht mehr moderieren.

Das Medienmagazin DWDL sprach mit Thomas Hermanns über die Zukunft des ESC. Dabei kündigte dieser seinen Rückzug an:

Ich will ja kein Masochist werden.

Hermanns hat ganz einfach die Lust am ESC verloren. Die deprimierenden Platzierungen der deutschen Teilnehmer haben ihm den Spaß an der Veranstaltung genommen. Die Moderation des Vorentscheids und der Afterschow-Party wird er deshalb abgegeben. Der NDR, der den deutschen Vorentscheid veranstaltet und den ESC live überträgt, wurde über diese Entscheidung schon informiert.

Die Punktevergabe beim ESC frustrieren Hermanns nur noch. Daß man als Grand Prix-Fan solide Geografie-Kenntnisse haben muß, um zu wissen, warum welches Land von welchem Punkte zugeschoben bekommt, hat mit einem fairen Wettbewerb um das beste Lied Europas nichts mehr zu tun. Das ist nach Hermanns Meinung nur noch Taktieren und nicht mehr Spaß an der Sache.

Was man am Vorentscheid ändern könnte, weiß Hermanns auch nicht zu sagen. Er glaubt nicht, daß man überhaupt noch etwas ändern könnte.

Ich bin mit meinem Latein irgendwie am Ende. Deswegen ab nächstem Jahr ohne mich.

Quelle: DWDL

Der erste verläßt das sinkende Schiff. Wann folgt der NDR?
Deutschland sollte endlich die Konsequenzen ziehen und sich aus dem Eurovision Song Contest in seiner jetzigen Form zurückziehen.

Eurovision Song Contest 2008 (Amazon)

Italiener stoppen Media-Markt Werbung

Mai 29, 2008 Von: Beobachter Kategorie: Medien 1 Kommentar →

Verärgerte Italiener zwingen Media-Markt zum Absetzen eines Werbespots.

In einem der Media-Markt Spots zur Fußball-EM spielt Olli Dittrich den Iltaliener “Toni”, der passenderweise die “EMpfehlung des Jahres” anpreist.
Dabei werden auch einige Klischees bedient, die den Italienern in Deutschland und im Heimatland gar nicht passen. So kommt “Toni” im Spot mit gegelten Haaren, dicker Sonnenbrille im Haar und überdimensionierter Goldkette daher. Macho, typisch Italiener möchte man meinen. Böses Klischee sagen die Italiener.
Besonders aber die Sprüche von “Toni” lösten Verärgerung aus. So wird von ihm erklärt, wie der Fußball in Italien so funktioniert:

Die Deutsche kaufe Lappetoppe, die Italiener kaufe Schiedsrichter. Kleiner Scherz.

Die italienischen Zeitungen “Corriere della Sera” und “La Repubblica” nannten die Werbespots mit “Toni”, von denen es insgesamt vier Stück gibt, rassistisch und extrem klischeebehaftet.

Media-Markt hat nun reagiert und den Spot, in dem “Toni” das mit den Schiedesrichtern erklärt, aus dem Programm genommen. Dies soll als Kompromiss verstanden werden, denn man wolle in keinster Weise einzelne Personen oder Personengruppen beleidigen.
Ganz werde man die Kampagne aber nicht stoppen. Die anderen Spots mit “Toni” werden weiterhin verwendet.

Quelle: SPIEGEL

Getroffene Hunde bellen, sagt man. Und daß im italienischen Fußball Schiedsrichter gekauft worden sind, ist nunmal eine Tatsache. Aber natürlich machen das nicht alle italienischen Vereine und man kann das auch nicht verallgemeinern. Insofern geht der Stopp des Spots schon o.k.
Man merkt allerdings langsam die Aufregung bei den Italienern, so kurz vor der EM. Da versteht man beim Thema Fußball keinen Spaß mehr.

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