Artikel der Kategorie ‘Medien’:

ZDF prüft Zusammenarbeit mit Elke Heidenreich

Oktober 18, 2008 Von: Beobachter Kategorie: Medien Noch keine Kommentare →

Das ZDF “prüft” die weitere Zusammenarbeit mit Elke Heidenreich.

Elke Heidenreich hatte sich nach dem Eklat bei der vom ZDF übertragenen Fernsehpreisverleihung abfällig in der FAZ über ihren Arbeitgeber geäußert.

Bekanntlich hatte am vergangenen Wochenende Marcel Reich-Ranicki mit seiner Ablehnung, den Fernsehpreis für sein Lebenswerk anzunehmen, für eine Menge Diskussion zum Thema Qualität des deutschen Fernsehens gesorgt. Leider äußerten sich auffälligerweise oft und laut genau die Leute, die für die miserable Fernsehlandschaft in Deutschland verantwortlich sind. Gerade einen Thomas Gottschalk zur Diskussion “Aus gegebenen Anlass” mit Reich-Ranicki, die als eine Art Wiedergutmachung gedacht war, zu schicken, kann nur als Witz gemeint gewesen sein. Wo waren die Intendanten der Sender und zwar aller Sender, die gemeinsam den Fernsehpreis vergeben und Sendungen wie “DSDS für preiswürdig hielten?

Elke Heidenreich hat Stellung bezogen, in der FAZ. Dabei hat sie jedoch hemmungslos um sich geschlagen und eine Art Hasstirade verfasst. So spricht sie von “hirnloser Scheiße” im Programm vom ZDF. Für diesen Sender moderiert sie die Sendung “Lesen!”. Auch Thomas Gottschalk kam bei ihr nicht sehr gut weg. Ihr Fazit insgesamt: “Diese armselige, grottendumme Veranstaltung sei eine Zumutung für Reich-Ranicki gewesen…Man schämt sich, in so einem Sender überhaupt noch zu arbeiten…Von mir aus schmeißt mich raus, ich bin des Kampfes eh müde.”

Eins hätte Elke Heidenreich wissen müssen, Kritik ist nun das Allerletzte, was Verantwortliche des öffenlich-rechtlichen Fernsehens hören wollen. Und so kommt, was kommen musste: ZDF-Programmchef Thomas Bellut bestätigte, daß man die Kritik “mit Verwunderung aufgenommen” hat und die Zusammenarbeit mit Elke Heidenreich “prüfe”. Zwar soll es auch 2009 im ZDF eine Literatursendung geben. Wer diese moderieren wird, kann man aber noch nicht sagen.
Auch ZDF-Intendant Markus Schächter zeigte sich “enttäuscht über das Verhalten” seiner Noch-Mitarbeiterin. “Das Maß wurde hier weit überschritten”. Und natürlich darf man auch einen Thomas Gottschalk nicht kritisieren, der es sich von seinem Moderatoren-Gehalt für vergelichweise wenig Sendungen im Jahr leisten kann, ein Schloß zu besitzen. Seine Qualitäten als Moderator gelten jedoch allgemein als umstritten. Vielleicht mal im Internet, wo nach Gottschalks Worten “der Teufel los ist”, nach Meinungen zu seinen Arbeitsleistungen recherchieren.

Man muß man wohl mit der schleichenden Entlassung von Elke Heidenreich aus der großen Familie des ZDF rechnen. Vielleicht nicht sofort und Knall auf Fall, man will ja nicht neue Diskussionen heraufbeschwören, aber spätestens 2009 hat Elke Heidenreich mehr freie Zeit, um neue Bücher lesen zu können, allerdings für sich ganz privat.
Ich habe allerdings die leise Vorahnung, daß einer der auch heftigst kritisierten privaten Sender plötzlich eine Literatursendung im Programm haben wird. Wahrscheinlich nachts um 2 Uhr, aber immerhin. Und dreimal darf man raten, wer diese dann moderieren wird. Wetten, dass…?

Quelle: Spiegel

Nachtrag (19.10.08): Elke Heidenreich schlägt in der FAZ zurück und beklagt u.a. den schlechten Sendeplatz und die damit einhergehende schlechte Quote ihrer Sendung Lesen!. Hauptaufreger sind für sie die totale Ignoranz und Inaktivität der drei ZDF-Herren Intendant, Kulturchef und Programmdirektor.

Premiere macht Bildschirm dunkel

Oktober 17, 2008 Von: Beobachter Kategorie: Medien Noch keine Kommentare →

Ende Oktober will Premiere Schwarzseher endgültig aussperren.

Am 30. Oktober soll eine neue Verschlüsselung dafür sorgen, daß Schwarzseher einen “dunklen Bildschirm” bekommen. Das alte Nagravision-Verschlüsselungssystem soll für die Satelliten-Kunden durch NDS Videoguard abgelöst werden. Für Kunden im Kabelnetz von Kabel Deutschland soll es eine neue Nagravision-Version geben. Der Umtausch der zum Premiere-Empfang nötigen Smartcards ist zur Zeit in vollem Gange.

Für einige Premiere-Kunden hält der Tausch der Smart-Cards allerdings eine böse Überraschung parat. Während die neuen Nagravision-Smartcards auch weiterhin in nicht von Premiere zertifizierten Receivern mit Common Interface laufen, wenn ein Conditional Access Modul (CAM) vorhanden ist, sieht das bei den NDS Videoguard-Smartcards ganz anders aus. Für diese existiert zur Zeit kein passendes CAM.

Kunden mit einem nicht von Premiere zertifizierten Receiver haben also die A…karte mit der neuen Smardcard gezogen. Bei ihnen funktioniert die neue Verschlüsselung schon mal perfekt, denn sie sehen nur einen schwarzen Bildschirm. ;-)

Ob die das allerdings auch so lustig finden werden, bleibt abzuwarten. Da ca. 50 Prozent der Kunden Receiver mit der flexible Common-Interface-Technik im Einsatz haben, wird Premiere mit der Umstellung noch richtig Probleme bekommen.
So vergrault man auch noch seine letzten ehrlichen Abonnenten, deren Zahl nach der letzten “Korrektur” bei ca. 2,3 Mio. liegen soll.

Zu allem Überfluß gibt es bereits die ersten Berichte, daß man die Schwarzseher mit dem Tausch des Verschlüsselungssystems nicht komplett loswerden wird. Sowohl NDS Videoguard als auch das neue Nagravision lassen das Cardsharing zu. Damit ist es möglich, mit einem Abonnement mehrere Receiver freizuschalten. Auch entschlüsselte TV-Streams über das Internet sollen möglich sein.
100 %ige Sicherheit kann nunmal kein System garantieren und so wird es nur eine Frage der Zeit sein, bis Schwarzseher wieder im großen Stil Premiere kostenlos empfangen können. Das kennt man vom Hasen und dem Igel.

Quelle: heise

Nachtrag (10.11.2008): Seit heute ist das alte System abgeschaltet, so daß Schwarzseher nun wirklich schwarz sehen. Offenbar ist es aber einigen Hacker bereits gelungen, das neue Verschlüsselungssystem Nagravison2 und NDS-Videoguard zu knacken.


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ARD stellt Tour de France-Übertragungen ein

Oktober 16, 2008 Von: Beobachter Kategorie: Medien 7 Kommentare →

Die ARD wird nicht mehr live von der Tour der France berichten.

Das haben die Intendanten der ARD-Anstalten jetzt beschlossen. Damit zieht die ARD die Konsequenzen aus den Doping-Skandalen im Radsport allgemein und der Tour de France im Speziellen.
Nach Ansicht des ARD-Vorsitzenden “habe sich der sportliche Wert der Tour de France erheblich reduziert”.

Damit endet eine jahrelange Verbundenheit der ARD mit dem Radsport bzw. der Tour de France. Zusammen mit dem ZDF wurde alljährlich live von den Etappen der Frankreich-Rundfahrt berichtet, zum Teil mit Traumquoten als deutsche -später als Dopingsünder überführte- Fahrer, wie Jan Ullrich, Erik Zabel oder Stefan Schumacher, vorne mitfahren und sogar einzelne Etappen oder die komplette Tour gewinnen konnten.

Auch das ZDF wird seinen Ausstieg in Kürze bekannt geben. Ohne die Zusammenarbeit mit der ARD ist auch für das ZDF das Thema Tour de France erledigt.

Das Trauerspiel der “Tour de Farce” ist damit endlich beendet und unsere Zwangs-PayTV-Gebühren werden nicht mehr für solche Betrügereien rausgeworfen.

Quelle: Spiegel, DWDL

Nachtrag (20.10.08): Wie Entertainment-Life erfahren hat, ist die ARD nicht an die Tour-Rechte gebunden und muß somit auch nicht zahlen. In den letzten Tagen gab es Gerüchte, daß die ÖR einen 3-Jahresvertrag unterschreiben haben sollen und somit für die Tour zahlen müßten, auch wenn sie nicht live berichten.

ARD/ZDF-Märchenstunde

Oktober 09, 2008 Von: Beobachter Kategorie: Medien Noch keine Kommentare →

Die öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten (ÖR) ARD und ZDF machen zur Zeit Werbung in eigener Sache.

Konkret geht es um die Internet-Aktivitäten der beiden Sendeanstalten. Auf beiden Sendern laufen zur Zeit Werbespots in eigener Sache. Bei der ARD auch in allen Radio-Programmen.
Dabei kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, daß mal wieder ein kräftiger Wind von der Märchenwiese weht. So versuchen die ÖR in den Spots darzustellen, daß es nur mit ihnen freie Information geben kann. Und das erst recht im Internet. Die dabei konstruierten Zusammenhänge von Meinungsfreiheit und ÖR sind mehr als lächerlich. Ohne ARD und ZDF wäre die Demokratie schwer gefährdet, so der Wahn der ÖR. Das Dumme ist nur, die ARD- und ZDF-Oberindianer glauben diesen Schwachsinn auch noch.

Pünktlich zur Beratung über den Rundfunkstaatsvertrag Ende Oktober soll so Stimmung gemacht werden. ARD und ZDF wollen auf keinen Fall ihre Internet-Aktivitäten einschränken, eher im Gegenteil, wollen sie ihre Internet-Angebote doch noch weiter ausbauen. Daß sie dabei mit den immerwährend fließenden Zwangs-TV-Gebühren im Vorteil vor anderen Medien sind, nutzen sie schamlos aus. Und wer zahlt eigentlich für die entgangenen Werbeeinnahmen, wenn die Eigenwerbung der ÖR auf deren Kanälen läuft?

Es wird Zeit, daß den ÖR mal jemand gehörig auf die Finger klopft. Leider wird das wohl ein Wunschgedanke bleiben. Die Politik ist zu eng mit den Sendeanstalten verbandelt. Die trotz aller Proteste durchsetzte Erhöhung der Zwangs-TV-Gebühren um 95 Cent auf 17,98 EUR ab Anfang 2009 ist ein trauriger Beleg dafür.

Zur “freien Meinungsbildung” für jeden hier der Spot der ÖR:


Quelle: YouTube

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