Suchbild oder warum die ÖR mehr Geld brauchen
Gefunden bei medienpiraten.tv:
Man fragt sich ja schon immer, warum die öffentlich-rechtlichen Sender (ÖR) ständig mehr Geld haben wollen. Zum Januar werden die Fernsehgebühren bekanntlich wieder um 95 Cent auf dann 17,98 EUR monatlich(!) erhöht.
Und warum man sich die wildesten Bezeichnungen, wie “neuartige Empfangsgeräte” für Computer und UMTS-Handys, einfallen läßt, nur um demnächst wahrscheinlich auch noch für Kühlschränke TV-Gebühren kassieren zu können. Die Geier Beauftragten der GEZ werden schon für die lückenlose Eintreibung der Kohle sorgen.
Jetzt wurde der Beweis erbracht, warum das Geld so dringend gebraucht wird:

Screenshot: ARD, “Tagesschau” 24.10.2008

Screenshot: ARD, “Tagesschau” 24.10.2008
Schließlich muß die Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen bei den ÖR irgendwer bezahlen. Und das ist im Zweifel immer der Zuschauer.
ZDF wirft Elke Heidenreich raus
Das ZDF wirft seine Moderatorin Elke Heidenreich mit sofortiger Wirkung raus.
Grund war die öffentliche Kritik, die Elke Heidenreich nach dem Eklat bei der Verleihung des Fernshepreises in einem Artikel in der FAZ an ihrem Arbeitgeber geleistet hat. Das ZDF hatte darauf mit der Prüfung der Zusammanarbeit geantwortet.
Nach neuerlicher Kritik von Heidenreich am ZDF haben die Verantwortlichen jetzt die Entlassung mit sofortiger Wirkung verkündet. Selbst die zwei noch für dieses Jahr bereits fest geplanten Ausgaben der Literatursendung Lesen! werden nicht mehr produziert. Wenn man sich trennt, dann gründlich.
Das Einzige, was Reich-Ranicki mit seiner Kritik am deutschen Fernsehen erreicht hat, ist also, daß es eine Literatursendung weniger gibt. Und das auch noch bei den öffentlich-rechtlichen Sendern. Super Bilanz.
Gab es da nicht mal so etwas wie ein Feigenblatt namens “Bildungsauftrag”?
Quelle: FTD
Nachtrag: Deutsche Verleger fordern das ZDF in einem offenen Brief auf, die Kündigung von Elke Heidenreich zurückzunehmen.
ZDF prüft Zusammenarbeit mit Elke Heidenreich
Das ZDF “prüft” die weitere Zusammenarbeit mit Elke Heidenreich.
Elke Heidenreich hatte sich nach dem Eklat bei der vom ZDF übertragenen Fernsehpreisverleihung abfällig in der FAZ über ihren Arbeitgeber geäußert.
Bekanntlich hatte am vergangenen Wochenende Marcel Reich-Ranicki mit seiner Ablehnung, den Fernsehpreis für sein Lebenswerk anzunehmen, für eine Menge Diskussion zum Thema Qualität des deutschen Fernsehens gesorgt. Leider äußerten sich auffälligerweise oft und laut genau die Leute, die für die miserable Fernsehlandschaft in Deutschland verantwortlich sind. Gerade einen Thomas Gottschalk zur Diskussion “Aus gegebenen Anlass” mit Reich-Ranicki, die als eine Art Wiedergutmachung gedacht war, zu schicken, kann nur als Witz gemeint gewesen sein. Wo waren die Intendanten der Sender und zwar aller Sender, die gemeinsam den Fernsehpreis vergeben und Sendungen wie “DSDS für preiswürdig hielten?
Elke Heidenreich hat Stellung bezogen, in der FAZ. Dabei hat sie jedoch hemmungslos um sich geschlagen und eine Art Hasstirade verfasst. So spricht sie von “hirnloser Scheiße” im Programm vom ZDF. Für diesen Sender moderiert sie die Sendung “Lesen!”. Auch Thomas Gottschalk kam bei ihr nicht sehr gut weg. Ihr Fazit insgesamt: “Diese armselige, grottendumme Veranstaltung sei eine Zumutung für Reich-Ranicki gewesen…Man schämt sich, in so einem Sender überhaupt noch zu arbeiten…Von mir aus schmeißt mich raus, ich bin des Kampfes eh müde.”
Eins hätte Elke Heidenreich wissen müssen, Kritik ist nun das Allerletzte, was Verantwortliche des öffenlich-rechtlichen Fernsehens hören wollen. Und so kommt, was kommen musste: ZDF-Programmchef Thomas Bellut bestätigte, daß man die Kritik “mit Verwunderung aufgenommen” hat und die Zusammenarbeit mit Elke Heidenreich “prüfe”. Zwar soll es auch 2009 im ZDF eine Literatursendung geben. Wer diese moderieren wird, kann man aber noch nicht sagen.
Auch ZDF-Intendant Markus Schächter zeigte sich “enttäuscht über das Verhalten” seiner Noch-Mitarbeiterin. “Das Maß wurde hier weit überschritten”. Und natürlich darf man auch einen Thomas Gottschalk nicht kritisieren, der es sich von seinem Moderatoren-Gehalt für vergelichweise wenig Sendungen im Jahr leisten kann, ein Schloß zu besitzen. Seine Qualitäten als Moderator gelten jedoch allgemein als umstritten. Vielleicht mal im Internet, wo nach Gottschalks Worten “der Teufel los ist”, nach Meinungen zu seinen Arbeitsleistungen recherchieren.
Man muß man wohl mit der schleichenden Entlassung von Elke Heidenreich aus der großen Familie des ZDF rechnen. Vielleicht nicht sofort und Knall auf Fall, man will ja nicht neue Diskussionen heraufbeschwören, aber spätestens 2009 hat Elke Heidenreich mehr freie Zeit, um neue Bücher lesen zu können, allerdings für sich ganz privat.
Ich habe allerdings die leise Vorahnung, daß einer der auch heftigst kritisierten privaten Sender plötzlich eine Literatursendung im Programm haben wird. Wahrscheinlich nachts um 2 Uhr, aber immerhin. Und dreimal darf man raten, wer diese dann moderieren wird. Wetten, dass…?
Quelle: Spiegel
Nachtrag (19.10.08): Elke Heidenreich schlägt in der FAZ zurück und beklagt u.a. den schlechten Sendeplatz und die damit einhergehende schlechte Quote ihrer Sendung Lesen!. Hauptaufreger sind für sie die totale Ignoranz und Inaktivität der drei ZDF-Herren Intendant, Kulturchef und Programmdirektor.
Premiere macht Bildschirm dunkel
Ende Oktober will Premiere Schwarzseher endgültig aussperren.
Am 30. Oktober soll eine neue Verschlüsselung dafür sorgen, daß Schwarzseher einen “dunklen Bildschirm” bekommen. Das alte Nagravision-Verschlüsselungssystem soll für die Satelliten-Kunden durch NDS Videoguard abgelöst werden. Für Kunden im Kabelnetz von Kabel Deutschland soll es eine neue Nagravision-Version geben. Der Umtausch der zum Premiere-Empfang nötigen Smartcards ist zur Zeit in vollem Gange.
Für einige Premiere-Kunden hält der Tausch der Smart-Cards allerdings eine böse Überraschung parat. Während die neuen Nagravision-Smartcards auch weiterhin in nicht von Premiere zertifizierten Receivern mit Common Interface laufen, wenn ein Conditional Access Modul (CAM) vorhanden ist, sieht das bei den NDS Videoguard-Smartcards ganz anders aus. Für diese existiert zur Zeit kein passendes CAM.
Kunden mit einem nicht von Premiere zertifizierten Receiver haben also die A…karte mit der neuen Smardcard gezogen. Bei ihnen funktioniert die neue Verschlüsselung schon mal perfekt, denn sie sehen nur einen schwarzen Bildschirm.
Ob die das allerdings auch so lustig finden werden, bleibt abzuwarten. Da ca. 50 Prozent der Kunden Receiver mit der flexible Common-Interface-Technik im Einsatz haben, wird Premiere mit der Umstellung noch richtig Probleme bekommen.
So vergrault man auch noch seine letzten ehrlichen Abonnenten, deren Zahl nach der letzten “Korrektur” bei ca. 2,3 Mio. liegen soll.
Zu allem Überfluß gibt es bereits die ersten Berichte, daß man die Schwarzseher mit dem Tausch des Verschlüsselungssystems nicht komplett loswerden wird. Sowohl NDS Videoguard als auch das neue Nagravision lassen das Cardsharing zu. Damit ist es möglich, mit einem Abonnement mehrere Receiver freizuschalten. Auch entschlüsselte TV-Streams über das Internet sollen möglich sein.
100 %ige Sicherheit kann nunmal kein System garantieren und so wird es nur eine Frage der Zeit sein, bis Schwarzseher wieder im großen Stil Premiere kostenlos empfangen können. Das kennt man vom Hasen und dem Igel.
Quelle: heise
Nachtrag (10.11.2008): Seit heute ist das alte System abgeschaltet, so daß Schwarzseher nun wirklich schwarz sehen. Offenbar ist es aber einigen Hacker bereits gelungen, das neue Verschlüsselungssystem Nagravison2 und NDS-Videoguard zu knacken.

