Apple und die Zensur
Apple diktiert ganz allein, was aufs iPhone darf und was nicht.
Die Apple-Apps sind ein gigantischer Markt. Bis zu 10 Mio. Downloads täglich. Da wollen natürlich alle mitspielen und mitverdienen: Zeitungen, Magazine und TV-Sender. Alle großen deutschen Zeitungen haben schon spezielle Versionen für das iPhone oder wollen diese demnächst anbieten.
So war das Magazin “Der Stern” unter den ersten, die ein spezielles Angebot für Apple iPhone-Nutzer hatten. Die Macher und die Leser waren sehr zufrieden mit dem Angebot, bis zu dem Tag, als Apple die Stern-App einfach löscht. Ohne vorherige Ankündigung oder Begründung. Im App Store war das Angebot des Stern einfach nicht mehr auffindbar.
Erst auf Nachfrage des Stern erklärt Apple die Löschung des Stern-App mit “unangemessenen Bildern”. Im Speziellen ging es um ein Bild der italienischen Politikerin Ilona Staller, Künstlername Cicciolina, auf dem sie mit entblösten Brüsten zu sehen war. Ein Foto also, das zum einen schon sehr lange kursiert, denn Staller war hauptsächlich in den 80er und 90er Jahren des vorherigen Jahrhunderts politisch aktiv, zum anderen kaum noch jemanden aufregt und schon gar nicht als pornografisch bezeichnet werden kann.
Doch Apple ist das egal. Laut eigener Aussage wird bei jeder App der Inhalt vorab geprüft und bei pornografischen Inhalten abgelehnt. Was dabei pornografisch ist, bestimmt allein Apple.
Apple hat die Macht über den App Store und somit über dessen Inhalte. Und was heute die vermeintlichen Porno-Bildchen sind, können morgen schon ganz andere Apple unliebsame Inhalte sein, die zur Löschung führen. Eine Möglichkeit zur Einflußnahme hat niemand. Doch das ist bei der Marktmacht von Apple mit seinem App Store und dem iPhone nicht ganz ungefährlich und bekommt den Geruch von Zensur.
Es ist eine Art presserechtsfreier Raum, der da entsteht. Wenn der Vertriebskanal oder wenn der Inhaber des Vertriebskanals die Unangemessenheit selbst bestimmen kann, ist es eine neue Welt, der sich alle Medienschaffenden gegenüber sehen und da wird man schlicht und einfach drauf reagieren müssen.
erklärt dazu Axel Postinett, Redakteur des Handelsblatts.
Das Problem wird sich in nächster Zukunft noch verschärfen. Wenn auch nur in Bruchteil dessen in Erfüllung geht, was sich Verlage und Medienkonzerne bei der Vorstellung des iPad so ertäumt haben, dann begeben sie sich in die völlige Abhängigkeit von Apple.
Apple wird alles kontrollieren, von der Technik über die Kundendaten bis hin zu den Inhalten. Ein Zustand, in dem sich die Musikindustrie heute bereits befindet. Und beim Geschäft mit Musik-Downloads verdient vorallem einer und das ist Apple, niemand sonst.
Die Rettung der Medienkonzerne steht bei Steve Jobs nicht auf dem Plan. Aber das werden diese erst begreifen, wenn es zu spät ist.
Quelle: NDR-Magazin ZAPP
Umfrage: Nerven Karneval und Olympia?
Karneval und Olympia auf allen Kanälen der öffentlich-rechtlichen Fernseh-Anstalten.
Wer ist davon nur noch genervt? Und wer will das unbedingt weiterhin sehen?
Liebe Öffentlich-Rechtliche:
- Ich kann Karneval, Fasching und Co. nicht mehr ertragen. (29.0%, 12 Stimmen)
- Zu viel Olympia nervt mich. (5.0%, 2 Stimmen)
- Beides will ich nicht mehr sehen. (46.0%, 19 Stimmen)
- Ich bin voll der Narr und sehe Karneval immer wieder gern. (5.0%, 2 Stimmen)
- Ich bin Couch-Sportler und will stundenlang Olympia sehen. (0.0%, 0 Stimmen)
- Ich will beides sehen. (7.0%, 3 Stimmen)
- Ist mir egal. (7.0%, 3 Stimmen)
Stimmen: 41
Jetzt bis Sonntag abend abstimmen!
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Auswertung(22.02.10):
41 haben bei der Umfrage mitgemacht. Vielen Dank.
Das Ergebnis ist eindeutig:
19 wollen weder Karneval noch Olympia sehen, das entspricht 46 Prozent
12 können Karneval und Co. nicht mehr ertragen, das entspricht 29 Prozent
2 sind von zuviel Olypia genervt, das entspricht 5 Prozent
2 sehen Karneval immer wieder gern, das entspricht 5 Prozent
3 wollen unverändert Olympia und Karneval sehen, das entspricht 7 Prozent
0 wollen stundenlang Olympia sehen
3 ist die Programmgestaltung völlig egal
Die eindeutige Mehrheit ist mit der jetzigen Programmgestaltung der ÖR absolut nicht einverstanden: Knapp die Hälfte will in Zukunft weder Karneval noch Olympia im Fernsehen sehen und einem knappen Drittel bleibt bei den Karnevalsübertragungen jedes Lachen im Halse stecken.
Nur eine kleine Anzahl will auch in Zukunft nicht auf Karneval und Olympia im öffentlich-rechtlichen Fernsehen verzichten.
Die Botschaft an die Chefetagen in den ÖR ist damit unmißverständlich: Nervt uns nicht weiter mit Karneval und Olympia!
Hört auf, die Zwangs-Pay-TV-Gebühren für die Finanzierung des Kölner und umliegenden Karnevalfilzes auszugeben. Und stellt die Reisebürotätigkeiten für überbezahlte Sport-Moderatoren ein.
Ich will mein Geld zurück, Helau!
Und zwar meine TV-Gebühren.
Denn seit Wochen werden die Zuschauer mit Sendungen wie “Mainz, wie es singt und lacht” und ähnlichen Abgründen der Fernsehunterhaltung gequält.
Liebe gutbezahlte Entscheider in den Chefetagen der öffentlich-rechtlichen TV-Anstalten,
Deutschland besteht nicht nur aus dem Rheinland und angrenzenden Jecken.
Hört auf, uns mit völlig unwitzigen und nur mit Hochprozentigem zu ertragenden Prunk- und Stucksitzungen, bei denen man nicht mal weiß, ob die wirklich von diesem Jahr sind, weil diese grundsätzlich und immer gleich und mit den denselben Gags ablaufen, zu quälen!
Das ist GEZ-Gebühren-Vernichtung mit Vorsatz!
Helau.
800 Stunden Karneval, Fasching und Fastnacht senden ARD, ZDF und die 3. Programme zusammen. Und das konzentriert dann auch noch auf die Hochzeit der Narren von Ende Januar bis Aschermittwoch. Das ist Subvention durch TV-Gebühren und hat mit dem gern zitierten “Bildungsauftrag” nicht das Geringste zu tun.
Der ganze Narren-Spuk würde sicherlich sehr viel kleiner und regional begrenzter ausfallen, wenn man nicht mit beiden Händen in die Schatulle mit den Zwangs-Pay-TV-Gebühren greifen könnte, um so eine Karnevalssitzung nach der anderen oder mehrere zu gleich zu veranstalten und zu finanzieren.
Das funktioniert ähnlich wie im Fußball. Auch dort wären die Millionengagen der Profis ohne Fernsehgelder nicht möglich. Und das System schauckelt sich schon seit Jahren in immer astronomischere Höhen der Geldvernichtung.
Die privaten Sender senden überigens genau 0 Stunden Karneval. RTL hat sich schon seit Jahren von der Übertragung der Karnevalssitzungen wie “Kölle Alaaf” verabschiedet. Die Zuschauerzahlen vorallem bei den Jüngeren waren einfach zu schlecht.
Aber auch da bleiben sich die Öffentlich-Rechtlichen treu. Alles, was die Privaten bereits bis zum Erbrechen ausgepresst und dann aus dem Programm gekickt haben, hat bei den ÖR noch eine vergoldete Zukunft.
Wer davon am Wochenende die Pappnase voll hatte und versuchte, sich dem Narren-Wahnsinn durch einfaches Umschalten zu entziehen, hatte gleich das nächste Problem: Olympia.
Sendete am Samstag das ZDF die “lustigen” Karnevalssendungen, übertrug die ARD ganztätig Olympia. Am Sonntag war es dann umgekehrt: ARD Karneval, ZDF Olympia.
Nun sind die ganztätigen Olympia-Übertragungen aus der Sicht der Sender natürlich verständlich. Irgendwie müssen die Hundertschaften von Moderatoren, Kameramännern, Kabelträgern usw., die man samt Übertragungstechnik für teures Geld extra aus Deutschland nach Kanada einflogen hat, ja auch mal zum Einsatz kommen. Da wird dann schon mal Stunden vor der Eröffnungsfeier zu den Olympischen Spielen in Vancouver live von den Vorbereitungen zu den Vorbereitungen für die Aufstellung zur Eröffnungsfeier berichtet.
Was für ein “Glück”, daß da noch vor dem offiziellen Beginn ein Sportler verunglückt. Hat man doch so endlich ein lohnenswertes Thema, um investigativ und live vom Ort des Geschehens berichten zu können. Studio-Gespräche mit den topbezahlten Moderatoren (es wird immer unverständlich bleiben, warum Waldemar Hartmann und ähnliche Figuren live aus Vancouver berichten müssen) und Ehemaligen oder noch Aktiven des Wintersport runden dann das allgemeine Entsetzen ab.
Immer in dem Tenor “the show must go on” versteht sich.
Der Wahnsinn bei der Vernichtung der Fernseh-Gebühren kennt offenbar keine Grenzen mehr. Und das ist überhaupt nicht lustig.
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Wie seht ihr das?
Beteiligt euch an der Umfrage der Woche: Nerven Karneval und Olympia?
(Partnerlink) Der Kölsche Jeck: Zur Karnevals- und Lachkultur in Köln
Keine GEZ für PCs
Eine weitere Schlappe für die GEZ.
Das Verwaltunggericht Gießen hat den Hessischen Rundfunk und seine Erfüllungsgehilfen von der GEZ in die Schranken verwiesen. Geklagt hatten zwei PC-Besitzer, die auch sonst keine weiteren Geräte für die GEZ-Gebühr angemeldet hatten.
Die GEZ wollte aber für die zwei PCs Gebühren kassieren, weil man mit diesen “neuartigen Rundfunkgeräten” Radio und TV-Programme empfangen könnte. Und da die Kläger kein herkömmliches Radio oder ein TV-Gerät angemeldet hatten, sollten sie halt für die PCs je 5,76 EUR pro Monat zahlen.
Das sah das Gericht anders. Es stellte sich hinter die Kläger, die eine Nutzung ihrer PCs für Radio- oder TV-Empfang bestritten. Die Computer würden lediglich für die Mitgliederverwaltung eines Vereins und zur Erstellung und Aktualisierung von Homepages genutzt. Somit entfällt die Pflicht zur Zahlung der GEZ-Gebühr, so das Verwaltungsgericht.
Der Argumentation der GEZ, daß für einen PC grundsätzlich GEZ-Gebühren gezahlt werden müssen, egal wie die tatsächliche Konfiguration des Computers aussieht und ob der PC überhaupt ans Internet angeschlossen ist, erteilte das Gericht eine deutliche Abfuhr. Eine Pflicht zur Zahlung der GEZ-Gebühr liege nur dann vor, wenn der PC nachgewiesenermaßen für den Empfang von Radio oder TV bereitgehalten wird. Auch sei die technische Möglichkeit zum Radio- und TV-Empfang bei Internet-PCs nur eine untergeordnete Funktion der Computer und heißt noch lange nicht, daß die Möglichkeiten auch genutzt werden. Der Hessische Rundfunk bzw. die GEZ müsse schon selbst in jeden Einzelfall konkret nachweisen können, daß die PCs für den Empfang von Radio oder TV bereitgehalten werden.
Das konnte die GEZ nicht und deshalb geht sie leer aus.
Wieder zeigt sich, daß erst ein Gerichtsurteil die Gier der GEZ bremsen kann. Eine Überarbeitung der Rundfunkgebühren durch die politischen Entscheidungsträger wird immer dringlicher.
Quelle: IT-Business

