Informelles

aus Politik und Gesellschaft.
Folge mir bei Twitter
Subscribe


Artikel der Kategorie ‘Medien’:

Saure-Gurken-Zeit

August 12, 2010 Von: Beobachter Kategorie: Medien Noch keine Kommentare →

Die Medien befinden sich mitten in der Saure-Gurken-Zeit.

Das Berliner Politikraumschiff und die davon lebende Journallie befinden sich im Urlaub. Die Nachrichtenlage ist übersichtlich und der Nährwert der verbreiteten News ist eher dünn. Die Medien befinden sich mitten im Sommerloch.

Foto: Bilderrampe.de

Foto: Bilderrampe.de

Zur Auflockerung kam da die Blumenkübel-Story ganz recht. Bratwurst-Journalismus in Reinstform, wie man ihn heute in Zeiten des radikalen Kaputtsparens in nahezu jeder Regionalzeitung finden kann.

Eine Blumenkübel-Welle rollte durch Twitter. Und die Netzgemeinde bestätigte mal wieder, daß sie schnell und kreativ ist: #blumenkübel war einer meistgenannten Begriffe bei Twitter und bald schon gab es einen Blumenkübel-Song. Selbst die Werbebranche sprang auf das Thema auf.

Alles Zeichen, daß echte Nachrichten zur Zeit dünn gesäht sind. Saure-Gurken-Zeit halt.

Und noch ein weiteres Thema wurde durch mediale Dorf getrieben: Google will sein Street View auch in Deutschland starten.
Gefahr droht! Da sehen sich selbst die in Berlin verbliebenen Hinterbänkler der Union genötigt, sich als große Verteidiger von Persönlichkeitsrechten aufzuspielen.

Tweet von CSU_aktuell

Tweet von CSU_aktuell

Doch das ist nur Populismus in Reinstform. Wo war denn die CSU als es um ELENA, SWIFT, Volkszählung, RFID im Paß und um die massenhafte Vermehrung von Überwachungskameras im öffentlichen Raum ging? Da hätte sie wirklich etwas für die Verteidigung der Bügerrechte und für den Datenschutz tun können. Doch offenbar waren diese Themen nicht populistisch genug.

Leichtathletik-EM: 3 ÖR-Mitarbeiter pro Sportler

Juli 29, 2010 Von: Beobachter Kategorie: Medien Noch keine Kommentare →

Bei der Leichtathletik-Europameisterschaft in Barcelona sind mehr Mitarbeiter der öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten (ÖR) vor Ort als Sportler.

177 Mitarbeiter von ARD und ZDF sind derzeit in Spanien. Im Gegensatz dazu gehen nur 73 deutsche Athleten bei den Wettkämpfe an den Start. Soviel Rund-um-Betreuung war noch nie:  Um einen Athleten kümmern sich also rein rechnerisch rund 3 Mitarbeiter von ARD und ZDF.
Hoffentlich hat man vorher einen ausgeklügelten Zeitplan erstellt, damit man sich bei Interviews und Live-Übertragungen nicht gegenseitg auf den Füßen rumtrampelt.

verhaeltnis_oer_athlet

Gern läßt man sich bei ARD und ZDF solche sportlichen Großereignisse was kosten. Auch in der Vergangenheit hieß es bei den ÖR eher “Klotzen statt Kleckern”. So waren die Öffentlich-Rechtlichen in diesem Sommer auch bei der Fußball-WM in Südafrika bei den Übertragungsmannschaften bestens aufgestellt und belegten den 1. Platz. 500 Mitarbeiter von ARD und ZDF waren vor Ort, während bspw. Sky mit nur 70 bestens auskam. Auch bei Olympischen Spielen läßt man sich selten lumpen und schickt jedesmal eine riesige Heerschar an öffentlich-rechtlichen Mitarbeitern auf die Reise.

Sparen braucht man ja nicht. Die öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten verfügen dank der Zwangs-PayTV-Gebühren, die die GEZ für sie eintreibt, über einen stattlichen Haushalt von rund 7,2 Mrd. EUR pro Jahr. Und diese wollen ausgeben werden, nicht daß man am Ende des Jahres noch Überschüsse erwirtschaftet und so einige Politiker auf die dumme Idee gebracht werden, über die Höhe der GEZ-Gebühr nachzuzdenken. Immer raus der Kohle und sei es als  verlängerter Urlaub für die eigenen  Leute unter spanischer Sonne Übertragung der Leitathletik-Europameisterschaft.

Andere europäische Sender sind da nicht so verschwenderisch. Der italienische Sender RAI kommt mit nur 81 Mitarbeiter nach Barcelona. Und die auch nicht so kleine BBC aus Großbritannien berichtet mit nur 49 Leuten von der Leichtathletik-EM.

Quelle: DWDL

Lena im BILD-Sommerloch

Juni 23, 2010 Von: Beobachter Kategorie: Medien 1 Kommentar →

BILD versucht irgendwie aus Lena Meyer-Landrut Kapital zu schlagen.

Da muß ein kräftiger Wind von der Märchenwiese geweht haben, als BILD-Mitarbeiterin (Redakteurin wäre wohl etwas übertrieben) Judith Bonesky sich den Artikel “Jessica Ginkel spielt Grand-Prix-Lena in neuer ZDF-TV-Serie” aus den Fingern gesaugt hat.
An der Bonesky-Geschichte stimmt nichts aus der Namensgleichheit zwischen der Serien-Hautpdarstellerin und der ESC-Siegerin. Mit dem Leben von Lena Meyer-Landrut hat die neue ZDF-Serie, die in Wirklichkeit auf einer argentinischen Telenovela beruht, absolut nichts zu tun.

Die Produktionsfirma  Wiedemann & Berg/Endemol hatte die neue Telenovela “Lena - Liebe meines Lebens” schon im letzten Jahr angekündigt. Bereits im Herbst stand der Arbeitstitel für die TV-Serie fest. Und im Januar 2010 schließlich wurde bekannt, daß die Serie für das ZDF produziert werden soll. Zu diesem Zeitpunkt kannte Lena Meyer-Landrut bis auf ihre Familie und Freunde aus Hannover noch niemand in Deutschland. Erst viel später sollte Meyer-Landrut die von Stefan Raab maßgeblich geprägte Castingshow “Unser Star für Oslo” und noch viel später den Eurovision Song Contest (ESC) in ebendiesem Oslo gewinnen.

Soweit zu den Recherchequalitäten von BILD. Hauptsache Quote bzw. Absatzzahlen, der Rest ist egal. Zur Not kann man den Artikel ja einfach wieder löschen. Vielleicht hat Innenminister de Maizière an so etwas gedacht, als er den “digitalen Radiergummi” forderte. Eine Nutzenanalyse würde hier jedoch statt Gewinnern nur Verlierer ermitteln: Die Wahrheit und die Leser.

Das Boulevardblatt aus dem Hause Springer hat sich die Geschichte ganz offensichtlich

Sommerloch

Sommerloch

nur ausgedacht, um doch noch irgendwie vom Lena-Boom profitieren zu können. BILD hatte Raab und seine Castingshow -wegen der Weigerung des Moderators mit BILD zusammen zu arbeiten- zunächst komplett totgeschwiegen. Als Lena Meyer-Landrut dann den ESC gewann, mußte BILD noch irgendwie auf den Zug aufspringen.
Das Ergebnis sind solche Artikel aus dem Reich der Märchen.

Die in den Redaktionen langsam aber sicher aufkommende Angst vor dem Sommerloch wird ihr übriges dazu beigetragen haben.

Quelle: DWDL

Fußball-WM: Das Summen im Wespennest

Juni 11, 2010 Von: Beobachter Kategorie: Medien 1 Kommentar →

Dauergetröte statt Fangesänge.

Fernsehschauer in aller Welt, hauptsächlich in Europa und Nordamerika sind schwer genervt vom Dauergetröte aus tausenden Vuvuzelas.

Foto: Tschi-EM / Pixelio

Foto: Tschi-EM / Pixelio

Der Lärm in den Stadien bei der Fußball-WM in Südafrika gleicht dem Summen eines Wespenschwarms im Angriff auf sein Opfer. In diesem Fall sind allerdings die Trommelfelle der ausländischen Gäste und die der Fernsehzuschauer weltweit die Opfer. Und wäre die Lautstärke nicht schon belastend genug, so gibt der Dauerton durch seine Schwankungsfreiheit jedem Zuschauer letztendlich den Rest. Das Summen hat praktisch während des kompletten Spiels die gleiche extreme Lautstärke und Tonlage. Emotionen? Fehlanzeige.

Fanfreude kommt so nicht auf. Und ihre Funktion als “12. Mann auf dem Platz” können die angereisten Fans so auch nicht wahrnehmen. Der Dauerlärm der Vuvuzelas verhindert das praktisch unausweichlich.

Während der jetzt laufenden Weltmeisterschaft wird man die Liebe der südafrikanischen Zuschauer zu ihrer Tröte  wohl nicht mehr ändern können. Und auch das bereits vor den Spielen kurzzeitig durch die Fifa angedachte Verbot der Vuvuzelas in den Stadien, wurde schnell wieder fallen gelassen, weil sich die Südafrikaner dadurch in ihrer Kultur diskriminiert fühlten.
Wenn also schon die Zuschauer vor Ort mit dem nervigen Dauerlärm ohne erkennbare Emotionen leben und so ihr Gehör gefährden müssen, so müßte es doch für die TV-Anstalten kein großes Ding sein, diesen Dauerton der Vuvuzelas technisch aus der Übertragung ganz herausfiltern oder doch zumindest zu dämpfen. Oder?
Sollten die Sender, allen voran die öffentlich-rechtlichen Fernsehanstalten, dazu nicht in der Lage sein, so können sie jetzt schon ihre Träume von der Wiederholung der Supereinschaltquoten aus dem Jahre 2006 begraben. Diesen Lärm von tausenden Killerwespen in ihrem Nest werden sich viele Fernsehzuschauer nur bei den Spielen der deutschen Nationalmannschaft und bei den wichtigen Entscheidungsspielen in Finalspielen antun wollen.

(Artikel enthält Partnerlinks)

Seiten: 1 2 3 4 5 ...21 »