Es war nicht alles schlecht.
Was bleibt vom Sozialstaat Libyen?
Auch in einer Diktatur scheint die Sonne, sagt man. Viele Menschen, die einen großen Teil ihres Lebens in der DDR verbrachten oder verbringen mußten, wissen was das bedeutet. Der Mensch ist sehr unpassungsfähig und will und wird sich immer weiter entwickeln. So kann selbst unter den widrigsten Umständen für den Einzelnen etwas Gutes entstehen. Und sei es “nur” das private Glück.
Auch im gesellschaftlichen Kontext kann es zu Entwicklungen kommen, die durchaus erhaltenswert sind. So reift in den alten Bundesländern mittlerweile immer mehr die Erkenntnis, daß Dinge wie Kinderkrippe, Hort, Ganztagsschule, Zentral-Abi oder Polikliniken durchaus Vorteile haben können. Es hat zwar 20 Jahre gedauert, bis sich das auch in die hintersten Ecken der alten Bundesrepublik rumgesprochen hat, aber Gutes setzt sich am Ende immer durch.
Auch in Libyen gab es einige Dinge, die so wohl erstmal nicht mehr zu haben sein werden. Gaddafi hatte es offenbar sehr gut verstanden, die Menschen mit sozialen Vergüstigungen, von denen man selbst im vermeintlich reichen Westen nur träumen kann, gefügig zu machen. (weiterlesen…)
Arm, für immer.
Der Sozialbericht 2011 belegt: Wer einmal arm ist, kommt da kaum wieder raus.
Die Gefahr in untere soziale Schichten abzurutschen und als arm zu gelten wächst stetig an. Die Wahrscheinlichkeit da jemals wieder herauszukommen, nimmt dagegen immer weiter ab. Zu diesem Ergebnis kommt der “Datenreport 2011 - Sozialbericht für Deutschland”, der vom Statistischen Bundesamt herausgegeben wurde und in Zusammenarbeit mit namhaften Sozialforschern entstanden ist.
Demnach sind mittlerweile 15,5 Prozent der Bevölkerung armutsgefährdet. Das ist eine Zunahme um 0,3 Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr. Wer einschließlich aller Sozialleistungen weniger als 929 EUR pro Monat für sich zur Verfügung hat, der gilt als armutsgefährdet. Und wer einmal in die Armut gerutscht ist, der kommt da auch kaum wieder heraus. Waren in der 1980er Jahren 57 Prozent der Armen auch dauerhaft arm, so sind es heutzutage schon 65 Prozent.
Knapp zwei Drittel der heute Armen wird es also auf Dauer bleiben. Das bedeutet für diese Menschen keine vernüftige Teilhabe am gesellschaftlichen Leben für sich und die eigenen Kinder und keine echte Chancen am Bildungsmarkt. (weiterlesen…)
Keine Macht den Dogmen
Papst Benedikt zu Besuch in Deutschland
Geehrter Herr Ratzinger,
WIR SIND NICHT PAPST!
Wir sind Demokraten.
Deshalb ertragen wir auch Ihren Besuch. Wenn auch nur unter Protest. Daß die CSU deswegen von einer Hetzkampage fantasiert, überspannt den Bogen dann doch.
Wenn wir Sie also ertragen Herr Ratzinger, Ihre Ansichten teilen wir definitiv nicht.
Vielleicht können Sie ja etwas lernen in Ihrer alten Heimat. Vorallem, wie man mit Menschen umgeht. Vielleicht überdenken Sie einmal ihre Einstellung zu Liebe, Sexualität, Frauen, Zölibat, Demokratie und Freiheit allgemein.
Dann hätte der so teure Besuch am Ende doch noch etwas gebracht. Wenigstens für Sie und Ihre Kirche. Die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt.
Wer gegen den Papst-Besuch demonstrieren will, findet hier einige Möglichkeiten.
Schleswig-Holstein liberalisiert Glücksspiel
Online-Casinos und Sportwetten bald wieder erlaubt.
Schleswig-Holstein gegen den Rest der Bundesrepublik. Während alle anderen Bundesländer weiterhin auf ihr Glücksspielmonopol pochen, lockert der Norden die Zügel.
Mit ihrer Ein-Stimmem-Mehrheit hat die schwarz-gelbe Koalition im Kieler Landtag ein neues Gesetz zur Liberalisierung des Glücksspiels verabschiedet. Ab dem kommenden Jahr sind die Beschränkungen im Vertrieb und in der Werbung für Glücksspiele aufgehoben.
Das dürfte das nordlichste Bundesland zum “deutschen Las Vegas” machen, zumindest für private Sportwetten und Online-Casinos. Nur beim Lotto behält sich das Land das Veranstaltungsmonopol für sich, der Vertrieb und die Werbung dafür werden aber ebenfalls freigegeben. Zukünftig dürfen private Firmen Lizenzen für Sportwetten erwerben und Online-Casinos betreiben. Das dürfte für einen kleinen Ansiedlungs-Boom solcher Firmen sorgen, bleibt das restliche Deutschland doch bei seiner rigorosen Gangart im Glücksspielsektor.
In den letzten Jahren wurden durch die Beschränkungen einige große Firmen, die Sportwetten oder einfaches Lotto online anbieten, ins Ausland vertrieben. Dort betreiben sie weiterhin ihre deutschen Internetseiten und machen auch mit deutschen Kunden ihre Geschäfte. Legal war das nach der Verschärfung der Glückspielgesetze nicht mehr, doch kontrollieren konnte das keiner. Ab dem nächsten Jahr könnten diese Firmen ihr Wett-Geschäft wieder ganz legal von Deutschland aus betreiben. (weiterlesen…)
