Ferienjobs lohnen nicht für Hartz4-Kinder
Die Ferienzeit nutzen viele Jugendliche, um sich mit Ferienjobs ein wenig Geld zu verdienen.
Der Konsumwelt mit ihren Verlockungen ist nur schwer zu widerstehen und so kommen die Ferienjobs sehr gelegen. Da die meisten Kinder und Jugendlichen nicht mal annähernd auf 7664 EUR/Jahr kommen, bleibt der Verdienst steuerfrei. Und weil es sich um kurzfristige Beschäftigungen handelt, bleiben diese auch sozialabgabenfrei. Somit sind auch geringe Stundensätze bei der Entlohnung attraktiv und können so manchen Wunsch erfüllen helfen.
Bei Jugendlichen aus Hartz4-Familien sieht das allerdings anders aus. Alles was über 100 EUR geht, muß zu 80 Prozent zur Bedarfgemeinschaft gezählt werden und wird daher mit dem Regelsatz verrechnet.
So fördert man nicht die Selbständig der Heranwachsenen. Hier wird nur die Erkenntnis vermittelt, wer arbeitet, ist der Dumme. Wer arbeitet, wird bestraft.
“Clevere Vorbereitung auf das Berufsleben” kann man da nur sagen. So züchtet man sich die Arbeitsverweigerer der Zukunft.
Quelle: SPIEGEL
Starkoch Jamie Oliver vergast Hühnerküken
Jamie Oliver, der Starkoch aus Großbritannien und Vorbild vieler junger Nachwuchsköche (u.a. auch von Tim Mälzer), hat in einer Kochshow vorgeführt, was industrielle Massentierhaltung bedeutet.
Bei RTL2 lief gestern die Skandal-Kochshow “Jamies Hühnerhölle”. Der Skandal wurde natürlich vorher groß angekündigt. Und man fragt sich, warum ausgerechnet RTL2, das sonst nur mit “Skandalen” der selbsterklärten Stars und Sternchen sein Programm zu füllen versucht und durch seichte Unterhaltung ohne intellektuellen Tiefgang auffällt, diese Aufklärung betreibt. Aber wahrscheinlich sind gerade die Konsumenten von RTL2 die Menschen, denen nicht klar ist, woher ihr Essen kommt und daß ein günstiger Preis nicht alles ist, wonach man beim Lebensmitteleinkauf gehen sollte.

Zurück zur Show. Jamie Oliver zeigte seinen vorher ahnungslosen Gästen live, wie industrielle Hühnerfleischproduktion funktioniert, inklusive der Selektion der männlichen Küken, die anschließend vor aller Augen vergast wurden, und des Schlachtens der Hühner mit Stromschockbetäubung und langsamen Ausbluten.
Seine Frage an die Gäste lautete vorab: Ob ihnen der Appetit vergeht, wenn sie erfahren, woher ihr Essen stammt.
Video: YouTube
Nun, der Appetit dürfte den Gästen und auch den RTL2-Zuschauern gehörig vergangen sein. Solche Bilder sieht natürlich niemand gern. Und den meisten dürfte wirklich nicht klar gewesen sein, wie das als so gesund proklamierte Hühnerfleisch hergestellt wird. Die Frage ist jedoch, ob Jamie Oliver irgendetwas damit erreichen kann.
Daß die Notwendigkeit, Essen in ausreichender Menge zu produzieren, bedeutet, professionelle Tierhaltung zu betreiben, ist klar. Nur unter welchen Bedingungen? Massentierhaltung, die die Tiere als Produktionsgegenstände und nicht als Lebewesen begreift, gehört schnellstens abgeschafft. Das ist weder ethisch vertretbar noch liefert diese Art der Lebensmittelerzeugung, Produkte von ausreichender Qualität.
- Doch bleibt bei den Leuten auch etwas davon im Gedächtnis hängen? (Wenn der nächste Skandal irgendeines Sternchen aus der Showbranche bei RTL2 über den Bildschirm flimmert, kann das alles schnell wieder vergessen sein.)
- Sind sie wirklich bereit, mit ihrem Einkaufsverhalten dafür zu sorgen, daß diese unhaltbaren Zustände aufhören?
- Können es sich viele in Zeiten von Hartz4 überhaupt leisten, auf die Fleischangebote der Discounter nicht einzugehen?
- Welche Alternativen gibt es überhaupt?
Diese Fragen wurden leider nicht beantwortet. Nur schocken allein reicht nicht!
Quelle: SPIEGEL
Weitere Infos: PROVIEH, Mehr Menschlichkeit mit Tieren
Tour de France 08: Die ersten Doping-Fälle
Die Tour de France hat wahrscheinlich auch dieses Jahr ihre ersten Doping-Fälle.
Nach einem Bericht der Zeitung “Le Monde” sind bei 10 Fahrern bei obligatorischen Dopingkontrollen Unregelmäßigkeiten aufgefallen. Bereits vor dem Tour-Start in Brest wurde das bei Hormon- und Bluttests festgestellt. Dabei waren alle 180 Teilnehmer untersucht worden.
Die Namen der betroffenen Fahrer sind noch nicht offiziell bekannt. Nur die Dopingkontrolleure der Tour und der Weltverband UCI kennen die Namen.
Wirklich überraschend ist diese Meldung natürlich nicht. In Frankreich ist die radsportbegeisterte Öffentlichkeit sogar mehrheitlich der Meinung, daß Doping ganz in Ordnung gehe, da die Profis ja sonst keine Chance hätten. Dabei verwechselt man irgendwie Ursache und Wirkung.
In Deutschland sieht man das zum Glück noch etwas anders. Warum allerdings die öffentlich-rechtlichen TV-Anstalten dieses verlogene Spektakel weiterhin mit Gebührengeldern unterstützen, bleibt ein Rätsel. Im letzten Jahr war ja schon so etwas wie Einsicht bei den Verantwortlichen des ÖR gereift und man hatte die Übertragung abgebrochen, nachdem bei etlichen Profis Doping festgestellt wurde. Als dann auch noch der “Sieger” der Tour nachträglich als Doping-Sünder festgestellt wurde, dachte man eigentlich, das Thema Tour de France ist ein für alle Mal erledigt. Aber nein, mit Logik kommt man bei ARD und ZDF nicht weiter.
Quelle: Stern
Nachtrag (22:22 Uhr): Der erste Doping-Betrüger ist nun offiziell überführt: Der Spanier Manuel Beltrán wurde positiv auf Epo getestet. Er wurde verhaftet und das Mannschaftshotel durchsucht.
ARD+ZDF was muß noch passieren?
7 “Wahrheiten” über Kernkraft in BILD
BILD schreibt heute einen großen Bericht mit “7 UnWahrheiten” über die Kernkraft.
Dabei kommt BILD zu teilweise erstaunlichen “Wahrheiten”:
- Kernkraft ist sicher
- Kernenergie gehört zum Energiemix der Zukunft
- Kernkraft dämpft den Preisanstieg beim Strom
- Der Ausstieg schadet dem Standort Deutschland
- Kernkraft ist gut für den Klimaschutz
- Das Problem mit dem Atomabfall ist ungelöst
- Die Zustimmung zur Kernenergie wächst
Nun ist der Zusammenhang “Wahrheit” und BILD schonmal eine Sache für sich. Das kann man ja sehr gut beim BILDblog nachlesen.
Aber die 7 UnWahrheiten selbst sind es doch wert, einmal genauer betrachtet zu werden. Das hat der Klima-Lügendetektor getan und kommt zu folgenden Erkenntnissen:
- Daß die Kernkraft sicher sei, wird allein durch die Vorkommnisse in der jüngeren Zeit widerlegt.
- Die Behauptung, Kernkraft sei weltweit im Aufschwung, läßt außer acht, daß in nächster Zukunft mehr Kernkraftwerke altersbedingt stillzulegen sind, als sich derzeit in Bau befinden. Es werden in der Gesamtzahl also weniger AKW, was man allgemein eher als Abschwung bezeichnen würde.
- Die Kernkraft sorgt für sinkende Energiekosten. Das stimmt, allerdings nur für die Stromkonzerne. Die 50 Mrd. EUR Einsparungen, die BILD zitiert, würden direkt in die Kassen der Stromkonzerne fließen. Daß diese Mehreinnahmen an den Stromkunden weitergegeben werden, kann man getrost als Märchen bezeichnen. Der Strompreis für Endkunden wird immer noch an der Leipziger Strombörse ermittelt.
Daß BILD ausgerechnet zu diesem Zeitpunkt mit ihren Unwahrheiten rauskommt, ist kein Zufall. Hat sie doch immer gern zugunsten der Union in den Wahlkampf und die politische Diskussion eingegriffen.
Quelle: Klima-Lügendetektor
