Kirche drückt Kosten mit Schein-Ehrenamtlichen
Kirchliche Arbeitgeber weisen Beschäftigte als Schein-Ehrenamtliche aus.
Wenn es ums Geld geht, kennen die Kirchen bekanntlich keine Nächstenliebe. Das fängt bei der Kirchensteuer an und zieht sich durch bis zur Entlohnung der bei kirchlichen Arbeitgebern Angestellten. Nicht nur, daß Mitarbeiter bei kirchlichen Arbeitgebern beim Thema Streikrecht und Arbeitnehmerrechten den Kürzeren ziehen. Nein, die Kirchen verstehen es auch immer wieder perfekt, den Lohn und die fälligen Abgaben zu drücken. Entweder durch Auslagerung der Beschäftigten in neue Firmen, die selbstredend weniger Lohn zahlen, oder durch einen Kniff, der schon jede Menge Fantasie erfordert, um nicht zu sagen “kriminelle Energie”. Die kirchlichen Arbeitgeber nutzen das Ehrenamt schamlos aus.
Anfang des Jahres wollte der Bundesrat etwas für die vielen Ehrenamtlichen im Lande tun. Das Ehrenamt sollte aufgewertet werden, auch finanziell. So beschloß der Bundesrat, die sogenannte Übungsleiterpauschale von 2.100 auf 2.400 EUR anzuheben. Diese 2.400 EUR dürfen den Ehrenamtlichen pro Jahr ohne Steuern und Abgaben ausgezahlt werden. Die Pauschale kommt ursprünglich -wie Name bereits andeutet- von den Trainern in den zahlreichen Sportvereinen im Lande, gilt heute aber für alle Ehrenamtlichen. (weiterlesen …)
20 Jahre Tafeln in Deutschland
Ein trauriges Jubiläum.
Vor 20 Jahren wurde die erste Lebensmittel-Tafel in Deutschland gegründet, im April 1993 in Berlin. Die Sozialpädagogin Sabine Werth übernahm damit eine Idee, die aus den USA stammte. Dort verteilten ehrenamtliche Freiwillige das Essen, das in Supermärkten und an anderen Stellen übrig blieb, kostenlos an Bedürftige.
Das gab es nun auch in Deutschland. Vorallem Obdachlose sollten von dieser Nothilfe profitieren. Doch aus der vorübergehenden Hilfe ist mittlerweile eine feste Speisung der Armen geworden. In vielen Städten gibt es heute solche Tafeln, ganze Bevölkerungsteile, die meist von Hartz4 leben, haben sich mit den Tafeln eingerichtet und kämen ohne diese nur noch schwer bis gar nicht mehr über die Runden. Obst, Gemüse, Wurst, Teigwaren all das können sich diese Menschen nur noch mithilfe der kostenlosen Lebensmittelverteilung besorgen.
Und die Zahl der Bedürftigen steigt stetig an. Waren 2005 noch rund 500.000 Menschen bundesweit auf die Tafeln angewiesen, vorallem betroffen Hartz4-Empfänger, Migranten, Rentner, Alleinerziehende und Kinder, sind es heute schon 1,5 Millionen, die sich jede Woche zu einer der rund 900 Tafeln und ihren 3.000 Ausgabestellen begeben, um über die Runden zu kommen.
Sozialpolitisch ist der Erfolg der Tafeln ein Armutszeugnis. (weiterlesen …)
Zyprer dürfen wieder an ihr Geld.
Heute mittag öffnen auf Zypern wieder die Banken.
Punkt 12 Uhr Ortszeit (11 Uhr MEZ) öffnen auf Zypern die Banken wieder für die Normalkunden. Dann dürfen die Zyprer wieder an einen Teil ihres Geldes. Wie großzügig von Zypern und der EZB. Die Großkunden haben ihr Geld längst in Sicherheit gebracht und in andere Steueroasen überwiesen.
Für den kleinen Zyprer gilt das nicht. Der darf erst heute und in nächster Zeit auch nur unter strengen Auflagen an sein Geld. Und niemand weiß, wie lange die Regelungen zur Kapitalkontrolle, mit denen ein weiterer Abfluss von Geldern ins Ausland verhindert werden soll, gelten sollen.
Auf Island, das 2008 in einer ähnlichen Lage war wie Zypern heute, sprach man auch nur von ein paar Wochen oder Monaten. Inzwischen sind es fünf Jahre. Das führt mittlerweile dazu, daß die Immobilienpreise auf der Insel explodieren und sich nach dem Bankenzusammenbruch die nächste Blase bildet, die wiederum absehbar in eine weitere Krise führen wird.
Diese Regelungen gelten ab heute für die normalen Bankkunden auf Zypern: (weiterlesen …)
Freudscher Versprecher bei Dijsselbloem?
Euro-Gruppenchef Dijsselbloem sieht in zyprischer Enteignungsaktion Modell für andere Länder.
Da hat sich mal jemand gehörig verplappert. Die Enteignungsaktion in Zypern, wo es nach massivem Protest zwar zu keinem Zugriff auf kleine Konten gekommen ist, große Guthaben über 100.000 EUR aber mit Verlusten von 30 Prozent rechnen müssen, sieht der Euro-Gruppenchef Jeroen Dijsselbloem auch als Option für andere Länder. Im Krisenfall müssen halt die Kontoinhaber für ihre Bank bluten. Spanische, italienische, portugiesische und andere Bankkunden können sich schon mal warm anziehen. Oder ihr Geld schleunigst in Sicherheit bringen.
Schnell kam das Dementi aus Brüssel. Die Beteiligung von Gläubigern und Eigentümern in Zypern an der Rettung der Banken sei ganz sicher nur ein Sonderfall. So etwas kommt nie wieder vor. Pinocchio läßt grüßen.
“Herr Dijsselbloem hat da etwas Falsches gesagt”, ließ das Direktionsmitglied der Europäischen Zentralbank (EZB) Benoit Coeure verlauten. Was nicht heißt, daß man inder EZB nicht genauso denkt, wie der Euro-Gruppenchef. Denn öffentlich sagen und denken sind zwei paar Schuhe. (weiterlesen …)