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Jobkiller Elektromobilität?

Die Elektromobilität wird unser aller Leben verändern.

Uns stehen stürmische Zeiten bevor. Neben der totalen digitalen Vernetzung der Produktion und unseres privaten Umfeldes wird sich die digitale Revolution, die vielfach als Industrie 4.0 bezeichnet wird, selbstverständlich auch auf den Automarkt auswirken. Hier stehen in den kommenden 5 bis 10 Jahren mehr Änderungen bevor, als dies in den vergangenen 50 Jahren der Fall war.

Mobilität heute

Heute dominieren noch unangefochten die Verbrennungsmotoren auf unseren Straßen. Zwar gibt es in den Großstädten einen mehr oder weniger gut funktionierenden öffentlichen Nahverkehr, trotzdem ist der Anteil des Individualverkehrs an der täglichen Verkehrsleistung immer noch sehr hoch.

Gerade in den ländlichen Gebieten dominiert der private PKW. Praktisch jeder Jugendliche, der das 17. Lebensjahr vollendet hat, ist erpicht darauf, den Führerschein zumachen und sich ein eigenes Auto zuzulegen. Das wird zum Anfang in der Regel ein Gebrauchtwagen sein, schließlich verdient man als Auszubildender nicht sonderlich viel. In diesem Punkt hat sich jedoch bereits etwas verändert. War man früher auf die Angebote des örtlichen Autohauses an gebrauchten Fahrzeugen angewiesen, ermöglicht heutzutage das Internet eine effektivere Suche nach einem Auto. Auf Plattformen wie www.mobile.de kann man nun sehr schnell und übersichtlich nach einem geeigneten Fahrzeug suchen. Das spart Zeit und Geld.

Natürlich sind nicht nur Jugendliche auf das Auto angewiesen, um Fahrten zur Ausbildung und in der Freizeit zu bewältigen, auch die erwachsenen Arbeitnehmer nutzen das private Fahrzeug, um zu ihrem Arbeitsplatz in der nächstgrößeren Stadt zu gelangen.

Diese Art der Mobilität hat jedoch einige gravierende Nachteile. Sie belastet die Umwelt durch Abgase und Ressourcenverbrauch und sie kostet die Menschen Zeit und Nerven. Teuer ist sie darüber hinaus auch noch, neben den Treibstoffkosten belasten Reparaturen, Inspektionen, Versicherungen und Steuern den Autofahrer zusätzlich.

Mobilität in der Zukunft

An diesem Zustand wird sich in den nächsten Jahren einiges ändern. Sowohl was den Anteil des öffentlichen Nahverkehrs am Gesamtverkehrsaufkommen angeht, als auch was die Art der Mobilität betrifft. Schon heute kann man bei Jugendlichen und vielen Erwachsenen, die in der Stadt wohnen, eine nachlassende Begeisterung für das eigene Auto feststellen. Statt sich ein eigenes Fahrzeuge zuzulegen, können Leih- und Sharing Konzepte in der Gunst zulegen. Nicht zuletzt steigt auch die Nutzung von Bus und Bahn.

Der Individualverkehr wird künftig immer weniger Platz in der Stadt haben. Am Anfang werden das die Besitzer von alten Diesel-Fahrzeugen zu spüren bekommen, letztlich wird das aber wohl alle PKW mit Verbrennungsmotoren betreffen. Die Einhaltung der Grenzwerte für die Luftverschmutzung in den Innenstädten ist sonst nicht mehr zu gewährleisten.

Der Verbrennungsmotor wird an Bedeutung verlieren. Auch wenn heute viele Elektrofahrzeuge noch verhältnismäßig teuer sind, wird die Elektromobilität nicht aufzuhalten sein. So viel steht fest. Elektromobile halten die Verschmutzung aus den Städten, denn der Dreck entsteht anderswo, in den Kraftwerken. Natürlich muß es deshalb langfristig  das Ziel sein, den Strom für E-Autos möglichst vollständig aus regenerativen Quellen zu beziehen.

Darüber hinaus werden sich neben den privaten Elektromobilen auch ganz neue Systeme durchsetzen. Selbstfahrende Autos und Kleinbusse, Elektro-Busse und -LKW, vielleicht auch autonom fliegende Transportsysteme. Alles miteinander digital vernetzt und optimiert.

Auswirkungen auf die Arbeitsplätze

All das klingt heute noch nach Science Fiction, doch diese Zukunft wird schneller kommen, als die meisten das erwarten. Die digitale Revolution und die Elektromobilität gehören zusammen und werden unser Leben und Arbeitsalltag entscheidet prägen.

Die fortschreitende Verbreitung der Elektrofahrzeuge wird dabei gerade für Deutschland besonders große Auswirkungen haben, geht man davon aus, daß hierzulande jeder 7. Arbeitsplatz in der Autobranche angesiedelt ist. Die Autoindustrie wurde deshalb jahrzehntelang von der Politik gefördert und gepampert. Genau das dürfte sich nun zu einem großen Problem auswachsen.

Blick auf einen Verbrennungsmotor

Blick auf einen Verbrennungsmotor

Ein E-Auto benötigt viel weniger Teile als ein herkömmliches Fahrzeug mit Verbrennungsmotor. Das wird vor allem die Zulieferer der Autoindustrie treffen. Mit der Herstellung eines Verbrennungsmotors sind heute im Schnitt 7 Mitarbeiter befaßt. Für den Elektromotor wird künftig nur noch ein Mitarbeiter benötigt. Und Katalysator, Auspuff, Getriebe, Motorteile, wie Dichtungen, Zündkerzen, Kühler, Anlasser, Tank – all diese Teile werden für ein Elektrofahrzeug gar nicht mehr benötigt, um nur ein paar zu nennen.

Natürlich werden stattdessen andere Dinge eine Rolle spielen, so z.B. Akkus, Elektronik, Software und Vernetzung. Trotzdem weiß man schon heute, daß in Zukunft viel weniger Mitarbeiter bei den Zulieferern und den Autoherstellern benötigt werden, weil ein E-Auto viel einfacher zu produzieren ist. Gleichzeitig werden die Ansprüche an die Mitarbeiter höher, wie dieser Bericht des ARD-Magazins „plusminus“ beleuchtet:

Quelle: YouTube

Was auf die Herstellung der Autos in der nahen Zukunft zukommt, betrifft auch die kompletten nachgelagerten Bereiche. Der Verkauf der Fahrzeuge wird sicherlich hauptsächlich online erfolgen und Ersatzteile werden nur in überschaubaren Mengen benötigt. Das trifft auch auf den Bereich Autowerkstätten und Service zu. Nicht zuletzt werden künftig auch Taxi-Fahrer und Busfahrer zu einer aussterbenden Spezies gehören.

Politik

Noch – so hat man den Eindruck – hat die Politik in Deutschland die Zeichen der Zeit nicht erkannt. Statt sich um eine PKW-Maut zu streiten, die vom Hubraum und dem Abgasausstoß abhängen soll, die bei einem E-Auto aber keine Rolle mehr spielen, wäre es besser, sich mit voller Kraft auf die Elektromobilität zu stürzen. Damit die deutschen Automobilhersteller nicht komplett den Anschluß verlieren, und damit in Deutschland endlich die jetzt notwendigen Infrastruktur- und Bildungsmaßnahmen für die industrielle Revolution angepackt werden können.

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