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Die Schwierigkeit, heutzutage Wahlausgänge vorherzusagen

2017 ist wieder einmal ein wichtiges Jahr für Europa, denn es stehen politische Wahlen in Deutschland, Frankreich und den Niederlanden an.

Im letzten Jahr wurde aufgrund der Ereignisse in Großbritannien und den USA deutlich, dass es schwierig sein kann, Wahlausgänge zuvor einzuschätzen. Der Druck auf Organisationen, die Umfragen auswerten und versuchen, die politische Stimmung zu deuten, wächst also immer mehr.

Vergangene Überraschungen

Brexit Wahlkabinen | Foto: von Microchip08 (Eigenes Werk) [CC0], via Wikimedia Commons

Brexit Wahlkabinen | Foto: von Microchip08 (Eigenes Werk) [CC0], via Wikimedia Commons

Die Brexit-Entscheidung, bei der die Briten in der Mehrheit dafür gestimmt hatten, die EU zu verlassen, hat die Politik- und Finanzwelt schwer erschüttert. Und auch wenn es viele verschiedene Theorien darüber gibt, weswegen, sich das Volk für den Brexit entschieden hat, ist klar, dass Meinungsforscher zuvor eine völlige Fehleinschätzung gemacht hatten.

Und auch in den USA gab es ein ähnliches Ereignis. Der vielfach verhöhnte Ex-Kasinobesitzer Donald Trump wurde zum Präsidenten gewählt, obwohl die Gegnerin Hillary Clinton laut Umfragen immer beliebter war.

Was ist schiefgelaufen?

Donald Trump | Foto: von Unbekannt [CC BY 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by/3.0)], via Wikimedia Commons

Donald Trump | Foto: von Unbekannt [CC BY 3.0], via Wikimedia Commons

Für Meinungsforschung wird viel Geld ausgegeben und Zeit investiert. Daher ist unklar, warum alle von Reuters bis hin zur New York Times bei den US-Wahlen so falsch gelegen haben.

Aber vielleicht ist es ganz simpel: Das Wetter kann man auf der Basis von Naturwissenschaften vorhersagen, aber bei menschlichem Verhalten stellt sich das schon als etwas schwieriger dar.

Meinungsforscher hatten geglaubt, dass Trump nur eine Chance von 15 % hatte, die Wahl zu gewinnen. Und auch wenn die Quoten mit den zu vergleichen sind, die man auch bei Kartenspielen wie Blackjack in einem Online-Kasino findet, kann man diese Wahrscheinlichkeiten nicht auf das Wahlverhalten der Menschen übertragen.

Was geschieht als Nächstes?

Martin Schulz | Foto: von Michael Weiss, Germany (Eigenes Werk) [CC BY-SA 2.5 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.5)], via Wikimedia Commons

Martin Schulz | Foto: von Michael Weiss, Germany (Eigenes Werk) [CC BY-SA 2.5], via Wikimedia Commons

Obwohl die Einschätzungen in letzter Zeit so oft falsch gewesen sind, finden auch weiterhin Meinungsumfragen statt, die zu einer Einschätzung der deutschen, französischen und holländischen Wahlergebnisse führen sollen.

Aber was auch immer geschieht, ein Teil der Bevölkerung wird so oder so über das Ergebnis schockiert sein. Das liegt daran, dass wir immer mehr soziale Netzwerke wie Facebook verwenden, um uns über politische Nachrichten zu informieren, und so eher auf Inhalte stoßen, die ohnehin unseren Ansichten entsprechen. Das ist eine Erklärung dafür, weswegen unser derzeitiges politisches Klima so gespalten ist.

Zum Glück scheinen die Menschen sich immer mehr darüber bewusst zu werden, dass es heutzutage auch „Fake News“ und populistische Haltungen gibt – die Ereignisse lassen sich für 2017 daher hoffentlich besser deuten als der Ausgang eines Kartenspiels.

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