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Bauen der Zukunft bei der Deutschen Bahn.

Mit dem Digitalen Bauen will die Bahn künftig neue Wege gehen.

In den letzten Jahrzehnten ist aus der Deutschen Bahn ein weltweit führender Mobilitäts-Dienstleister geworden. Als integrierter Konzern hat sie mittlerweile über 1.000 Tochtergesellschaften. Im Jahr 2015 hat die Deutsche Bahn im Fernverkehr 131 Millionen und im Nahverkehr über 2,5 Milliarden Passagiere befördert, dazu kommen noch 300 Millionen auf der Schiene transportierte Güter. Eine schier unvorstellbare große Transportleistung.

Störungen im Verkehrsablauf

Daß dabei nicht alles rund läuft, zeigt das gerade in den letzten Tagen medial heiß diskutierte Thema „Bauarbeiten an der ICE Strecke Hannover-Kassel“. Ab Ende April wird es auf diesem Streckenabschnitt zu erheblichen Verspätungen kommen, weil die Bahn diese für den Fernverkehr äußerst wichtige Nord-Süd-Verbindung ganze zwei Wochen wegen Bauarbeiten komplett sperren muß. Der Schotter muß erneuert werden, um auch weiterhin die volle Geschwindigkeit auf diesem Abschnitt fahren zu können. In der Folge müssen bis zu 160 Züge umgeleitet werden, was wiederum zu Fahrzeitverlängerungen von bis 1 Stunde, aber auch vereinzelt zu Zugausfällen führen wird.
Auch wenn die Bahn großzügige Kulanzregelungen angekündigt hat, ist die Verärgerung bei den Kunden hoch. Besonders der Umstand, daß die Bauarbeiten während der Hannover Messe stattfinden sollen, empfinden viele mehr als unglücklich geplant.

Baustelle an Bahngleisen

Baustelle an Bahngleisen

Digitales Bauen

In Zukunft sollen solche Verstimmungen vermieden werden. Dafür wurde unter anderen auch die Digitalisierung im Bahn-Konzern vorangetrieben. BIM, das steht für Building Information Modeling, soll dabei ganz neue Möglichkeiten bei der Planung und beim Bau von Brücken, Tunnel, Strecken und Bahnhöfen bieten. Neubauprojekte sollen mit BIM in Zukunft besser geplant, überwacht und angepaßt werden, damit die erforderlichen Ansprüche an Technik, Umweltschutz und Kommunikation optimal umgesetzt werden können.

Das klingt zunächst alles sehr theoretisch, kann in der Praxis aber zu erheblichen Vorteilen führen. So sollen alle an einem Neubauprojekt Beteiligten, wie Planer, Genehmigungsbehörden, Baufirmen und Anlagenbetreiber, auf der Grundlage nur einer Datenbasis zusammenarbeiten. Durch diese enge Vernetzung arbeiten alle mit einem Planungsstand. Die Zusammenarbeit aller wird viel effektiver. Geplante Termine und Kosten können so besser eingehalten werden.

BIM simuliert von Anfang an die beste Ausführung einer geplanten Baumaßnahme und visualisiert die Planungen für die Bürger. Dadurch kann eine hohe Transparenz und schlußendlich auch Akzeptanz für die Baumaßnahmen erreicht werden, so hofft man bei der Bahn.

Wie BIM im Einzelnen funktionieren soll, zeigt dieses Video:

Quelle: YouTube

Erprobung

BIM wird derzeit erprobt. Beim Tunnel-Bauprojekt Rastatt etwa wird BIM parallel zur bisherigen Durchführung genutzt. Gibt es Abweichungen zu den Planungen, registriert BIM diese und meldet die Änderungen an alle Gewerke. In Zukunft soll das neue System dann bei allen Großbauprojekten der Deutschen Bahn zum Einsatz kommen.

Wenn BIM tatsächlich so funktionieren wird, wie das die Strategen der Bahn sich erdacht haben, dann dürfte dieses System für einen wahren Schub bei der Erledigung von Eisenbahnbauprojekten führen. Man darf darauf gespannt.

Für den Pannenflughafen BER in Berlin hätte man sich solch ein digitales System sehr gewünscht, dann wäre allen viel Ärger, viel Geld und viel Zeit erspart geblieben. So wurstelt jeder weiter vor sich hin und der Flughafen wird auf absehbare Zeit wohl nicht mehr fertig werden.

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