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Windows 10 Upgrade per Zwang?

Microsoft will seine Kunden offenbar zum Glück zwingen und das Upgrade auf Windows 10 automatisch installieren.

Windows 10, das aktuelle Betriebssystem aus dem Hause Microsoft kommt immer noch nicht richtig in Fahrt. Zwar hat die Möglichkeit zum kostenlosen Upgrade viele Kunden dazu bewogen, ihr System, das meist mit dem alten System Windows 7 ausgestattet war, auf Windows 10 zu aktualisieren, doch nach dem ersten Hype läßt der weitere Absatzschub bisher auf sich warten.

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Rund 100 Millionen Systeme sollen mittlerweile weltweit mit dem Betriebssystem Windows 10 laufen. Microsoft reicht diese Zahl aber noch lange nicht aus, man hatte eigentlich mit mehr als 200 Millionen Installationen zum jetzigen Zeitpunkt gerechnet. Doch nachdem Technikfreaks ihre Systeme aktualisiert hatten und einige Anwender sich vom kostenlosen Upgradeangebot locken ließen, versiegte die Nachfrage schnell wieder. Neue Installationen kommen jetzt nur noch durch neu verkaufte Computersysteme hinzu.

User bleiben Windows 7 treu

Die große Masse der Windowsnutzer bleibt ihrem Windows 7 System treu. Lehnte man schon vehement Windows 8 mit seiner ungeliebten Kachel-Steuerung ab, konnte auch Windows 10 bisher nicht überzeugen. Manche Anwender, die ihr System bereits upgegradet hatten, kehrten gar nach einigen Tagen reumütig wieder zu Windows 7 zurück. Über die Systemwiederherstellung ist dieser Weg ja ganz einfach möglich. Zwar nervt Windows 10 nicht mehr mit den ungeliebten Kacheln, doch so manche alte Software und Hardware ist nicht mit Windows 10 kompatibel und die Hardwareanforderungen insgesamt, damit Windows 10 einigermaßen flüssig läuft, sind auch nicht zu unterschätzen.

Windows 7 reicht diesen Anwendern für ihre täglichen Aufgaben, wie E-Mails, Internet und Office-Anwendungen, locker aus und die Systemaktualisierungen sind bis 2020 sichergestellt. Es gibt also keinen Grund, warum sie ein lauffähiges, einigermaßen absturzsicheres System durch ein anderes ersetzen sollten.

Und ein weiterer Punkt trübt die Bilanz von Windows 10: Unter den 100 Millionen installierten Win10-Systemen befinden sich nicht gerade wenige Xbox One Spielkonsolen, die ohne das Update auf Win10 keine Online-Spiele mehr unterstützen würden. Die Spieler wurden praktisch zum Update gezwungen, dies könnte nun auch PC-Usern drohen.

Automatisches Upgrade auf Windows 10

Offenbar plant Microsoft seine Kunden nun zu ihrem Glück zu zwingen. Glück bedeutet in diesem Zusammenhang das Upgrade auf Windows 10.

Nachdem die nervigen Meldungen und Popups auf dem Desktop älterer Computer, die auf die kostenlose Upgrade-Möglichkeit hinweisen, nicht dazu beigetragen haben, daß ebendieses Upgrade auf Windows 10 auch durchgeführt wurde, will Microsoft offenbar die Zügel anziehen. Die Hinweise auf das Upgrade sollen nun noch häufiger aufpoppen als bislang, bis zu mehrmals täglich. Und das Abschalten dieser Meldungen, das bisher relativ einfach möglich war, soll nun mit einem Trick unterbunden werden. Das Programm, das für die Hinweise zuständig ist, soll ganz einfach immer wieder per automatischem Windows-Update installiert werden.
Irgendwann werden die User schon entnervt aufgeben und sich zum Upgrade auf Windows 10 entschließen, so die Hoffnung von Microsoft. Nur wer ordentlich nervt, kommt zum Ziel. Kein guter Ansatz für die Kundenbindung.

Doch offenbar plant Microsoft schon jetzt den nächsten Schritt. Sollten sich die Kunden resistenter zeigen als gedacht, will man das System-Upgrade auf Windows 10 als ganz normales “optionales Update” anbieten. Windows-Nutzer, die über Systemsteuerung -> Windows-Updates auf “Alle optionalen Updates installieren” klicken, wie viele Anwender dies tun, ohne sich näher mit den dabei angebotenen Updates zu beschäftigen, bekommen dann ganz automatisch das neue Betriebssystem auf ihren Computer. Und zwar ohne, daß sie dies wirklich wollten.

Im ersten Quartal 2016 soll das Upgrade auf Windows 10 dann sogar als “Empfohlenes Update” den Weg auf alle Computer finden. Solch ein Update wird völlig automatisch installiert, ohne daß der Anwender noch irgend etwas klicken muß. Nur wer technisch ausreichend versiert ist und bei jedem Windows-Update höllisch aufpaßt, könnte dann noch ein Upgrade auf Windows 10 verhindern.

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Zwangsupgrade falscher Weg

Wann genau diese letzte Eskalationsstufe gezündet wird, ist noch nicht offiziell bekannt. Doch schon jetzt dürfte klar sein, daß Microsoft mit diesem Zwangsupgrade eine rote Linie überschreiten würde. Damit würde man sich viele Feinde machen. War Windows 8 schon ein Griff in das sprichwörtliche WC, würde das Zwangsupgrade auf das zwar besser gelungene, aber vielfach nicht benötigte Windows 10 die Beziehung zu den eigenen Kunden nachhaltig zerstören.

Das wäre ein sehr gefährlicher Weg für Microsoft, denn im Gegensatz zu früheren Zeiten hat der heimische Desktop-Computer heute viel an Wichtigkeit eingebüßt. Smartphone und Tablet haben viele von dessen Aufgaben übernommen, und diese Geräte laufen in der überwiegenden Mehrzahl nicht unter Windows. Darüber hinaus warten Google und andere nur darauf, auch auf den stationären Computersystemen das Erbe von Windows anzutreten. Googles Chrome OS und Linux Systeme könnten wohl sehr schnell große Teile des PC-Marktes besetzen, wenn die Windows Anwender ihre Bequemlichkeit ablegen und sich ernsthaft nach Alternativen zu Windows umsehen.

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