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Pogromnacht: Gegen das Vergessen.

77. Jahrestag der Reichspogromnacht in Deutschland.

Heute ist der 09. November, der Schicksalstag in der deutschen Geschichte. Neben dem freudigen und heute den meisten Menschen präsente Ereignis vom 09. November 1989, als die Mauer in Berlin nach 28 langen Jahren von den Ostdeutschen eingedrückt wurde, gibt es jedoch weitere dramatische und auch dunkle Ereignisse, die diesen Tag so bedeutsam machen.

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1948 wurde Robert Blum erschossen, die Märzrevolution bekam dadurch einen deutlichen Dämpfer. 1918 wird während der Novemberrevolution Kaiser Wilhelm II. davongejagt und die Deutsche Republik ausgerufen. 1923 versucht Adolf Hitler in München einen Putsch durchzuführen, noch scheitert er kläglich.

Pogromnacht

Am 09. November 1938 haben Hitler und seine Nationalsozialisten dagegen Deutschland bereits vollständig unterjocht. Nun richtet sich die Gewalt gegen die jüdischen Mitbürger. In der Nacht zum 10.11.1938 brennen die Synagogen und die Geschäfte jüdischer Kaufleute werden geplündert. Hunderte Juden werden ermordet. Die NS-Propaganda nannte diesen Tag zynisch die „Reichskristallnacht“.

Die Deutschen standen dabei und schauten zu, wie ihre Nachbarn geschlagen, ausgeraubt, gedemütigt wurden. Sie taten nichts. Zum Teil aus Fassungslosigkeit über die jetzt offen ausbrechende Gewalt, zu einem erheblichen Teil aber auch, weil sie die Aktion der Nazis richtig fanden. Manche wurden auch Teil des tobenden Mobs und beteiligten sich an den Plünderungen und Zerstörungen.

Gegen das Vergessen

Gegen das Vergessen

Dieser 09. November 1938 stellt den Beginn der systematischen Verfolgung der jüdischen Mitbürger da. Die Diskriminierung fand nun nicht mehr eher im Verborgenen und Unterschwelligen statt, sondern trat offen zu Tage. Sie mündete direkt in den Holocaust (Shoa), der systematisch geplanten und durchgeführten Vernichtung aller europäischen Juden. Nur das Ende des zweiten Weltkriegs verhinderte, daß Hitler und seine Gefolgsleute diesen Völkermord vollständig ausführen konnten. Über 6 Millionen Juden waren jedoch bereits tot.

Statt vergessen

Dieser Schatten wird immer auf Deutschland und dem 09. November bleiben. Deshalb ist es so wichtig, immer wieder an diese Ereignisse zu erinnern, gegen das Vergessen.

Denn 77 Jahre nach der Pogromnacht erhält rechtes Gedankengut offenbar wieder mehr Zugang in weite Teile der Gesellschaft. NPD, AfD und Pegida sind dafür die Sprachrohre. Aber auch die CSU und manche in der CDU geben diesem Gedankengut mit ihren ausländerfeindlichen Parolen und Aktionen immer weiter Nahrung. Ein nicht zu tolerierender Zustand der Gesellschaft.

1938 brannten die Synagogen, 2015 brennen Unterkünfte für Flüchtlinge. Die aufrechten Deutschen können und dürfen dabei nicht weiter tatenlos zusehen. Die Folgen werden sonst verheerend sein.

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Ein Kommentar

  1. Ich persönlich empfinde solche Aktionen für sehr wichtig. Die Menschen sollen nicht vergessen, was in der Vergangenheit passiert ist und was nicht mehr passieren soll.

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