Informelles

für Dich aus Politik und Gesellschaft.

Das älteste Gewerbe der Welt 2.0

Ohlala: Die App für bezahlte Dates.

Während das Internet für viele Menschen und vor allem Politiker noch Neuland ist, geht selbst das älteste Gewerbe der Welt neue Wege und buhlt online um Kunden. Die Ohlala App soll den bezahlten Sex* nun revolutionieren, genau das und nicht weniger versprechen die Macher.

Anzeige

Ohlala App

Nüchtern betrachtet ist die App nichts anderes als eine Vermittlungsplattform. Ob nun Pizzabote, Taxi oder Sex ist der Technik, die hinter solchen Apps steckt, letztlich egal. Ein Mensch hat eine Bedürfnis, sei es Hunger oder er möchte von A nach B gelangen, und ein anderer kann dieses Bedürfnis durch seine Dienstleistung stillen. Die App bringt die beiden zusammen und kassiert dafür eine Vermittlungsgebühr. Das ist bereits das ganze Geheimnis.

Genauso funktioniert es auch bei der Ohlala App. Diese App ist zunächst eine online Kennlern-Möglichkeit, wie man sie von Tinder und anderen kennt. Nur mit der kleinen Erweiterung, daß der Sex bei den Dates, die über Ohlala zustande kommen, eine zentrale Rolle einnehmen kann, aber nicht muß. Niemand garantiert, daß die vermittelten Dates am Ende automatisch im Bett landen müssen.

Escort-Service

Es ist genauso möglich, daß sich zwei Menschen einfach nur zum Essen oder gemeinsamen Theaterbesuch verabreden. Allerdings mit dem Unterschied zum normalen Kennenlernen, daß einer der beiden für die gemeinsame Zeit bezahlt wird. Das ist im Grunde genommen klassischer Escort-Service.
Bei Ohlala kann das Treffen jedoch jederzeit beendet werden, das ist ein großer Vorteil gegenüber einer normalen Escort-Agentur. Dort ist dies zwar theoretisch auch möglich, doch werden solche Damen, in den allermeisten Fällen sind es Frauen, die Geld im Begleitservice oder im Bordell* verdienen, über kurz oder lang aus der Kartei fliegen. Deshalb ist es mit freien Entscheidung am Ende des Tages nicht weit her.

Bei der Ohlala App bekommen die Damen eine Liste mit Kunden, deren Profil mit dem eigenen Angebot übereinstimmt. Und dann können die Frauen ganz allein entscheiden, welchen dieser Kunden sie kontaktieren möchten. Ob es dann überhaupt zu einem Treffen und sogar zum Sex kommt, hängt ebenso allein von den Frauen ab, wie auch die Konditionen zu denen dies stattfindet.

Start in Berlin

Bisher gibt es den Service der Ohlala App nur in einigen Großstädten. Neben Berlin kann man die App auch in Frankfurt/Main und München nutzen. Hamburg ist als nächstes in der Planung.

Bewertung

Man kann den gewerblichen Sex grundsätzlich und moralisch ablehnen. Das kann jeder für sich selbst entscheiden. Doch das älteste Gewerbe der Welt ist genau dies, weil es in allen Zeiten, in guten wie in schlechten, eine Nachfrage nach dieser Dienstleistung gibt. Dies zu unterbinden, wäre genauso hoffnungslos wie das Verbot von Alkohol.
Das hat auch Deutschland längst erkannt und die selbstbestimmte Prostitution ohne Zwang spätestens mit dem Inkrafttreten des Prostitutionsgesetzes (ProstG) am 1. Januar 2002 aus der Grauzone geholt. Damit wurde der bezahlte Sex rechtlich und steuerrechtlich anderen Dienstleitungen gleichgestellt.

Trotzdem unterliegen die Prostituierten natürlich gewissen wirtschaftlichen Zwängen, wenn sie in entsprechenden Etablissements anschaffen gehen. Bei der Nutzung der Ohlala App haben sie zumindest die Freiheit von vornherein Kunden abzulehnen. Ob sie sich das immer finanziell leisten können, ist auch mit solchen Apps nicht garantiert.

Unsere E-Books & andere Bücher:
Unsere E-Boooks & andere Bücher
Viel Spaß beim Lesen.

2 Kommentare

  1. Ein interessanter Beitrag, bei dem mir sofort die Frage einfällt, was es noch nicht als App gibt. Ich glaube, dass es nicht mehr lange dauert, bis alles mobil über Smartphone oder Tablet gehandhabt wird, was den Niedergang der sozialen Kommunikation bedeuten kann. Doch eine Date-App ist wohl ein deutlicher Zugang gerade für jene Artgenossen, die im Umgang mit dem anderen Geschlecht oder bezahltem Sex schüchtern sind.

  2. Was es nicht alles gibt als App… Es wäre nichts für mich, aber muss ja jeder für seich selbst wissen. Ich hoffe nur, dass die Menschen in Paar Jahren immer noch mit einander reden und ausgehen und nicht alles virtuell abläuft 😉

banner