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Die wahren Worte des Herbert Grönemeyer

Die häufig zu vernehmende Empörung überrascht und wirft ein schlechtes Licht auf unsere Gesellschaft.

Sonntags Abend läuft im Ersten allwöchentlich die Talkshow „Günter Jauch“. Zumindest noch solange, wie der Moderator Lust dazu hat, denn sein Abschied zum Jahresende steht bereits fest. Ebenso unmotiviert wie der Moderator sind meist auch die Themenauswahl, die redaktionelle Aufarbeitung desselben und die dazu eingeladene Gästeschar. Teure aber sinnlose Minuten ohne geistigen Nährwert werden so regelmäßig a, Sonntagsabend im Hauptprogramm der ARD versendet.

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„Günter Jauch“ am 04.10.2015

Ab und zu gelingt es aber doch, eine Sendung auf den TV-Schirm zu zaubern, die länger als bis zum Abspann im Gedächtnis bleibt. Das liegt dann aber zumeist an den Gästen und nicht am Geschick des Moderators und dessen Gesprächsführung. Solch eine Sendung war am vergangenen Sonntag, den 04. Oktober 2015 zu sehen. Einer der Gäste, die sich zum Thema „Flüchtlingsrepublik Deutschland – wo liegen unsere Grenzen?“ äußersten, war Herbert Grönemeyer, hauptsächlich bekannt als Sänger und Produzent.

Die Talkrunde sinnierte darüber, ob Deutschland es schaffen wird, die „Flüchtlingskrise“ zu bewältigen oder nicht. Neben mittlerweile bekannten Phrasen aus dem Regierungslager, kamen dabei endlich auch einmal äußerst deutliche Worte zur Sprache. Herbert Grönemeyer prangerte zunächst die fehlende Unterstützung der Behörden bei der Bewältigung des Flüchtlingszustroms an, denn zumeist ist es nur freiwilligen Helfern zu verdanken, daß die Einrichtungen zur Erstaufnahme der Flüchtlinge nicht komplett im Chaos versinken. Ohne die Hilfe von Freiwilligen und die Spenden von Privatpersonen wären diese Einrichtungen innerhalb kurzer Zeit arbeitsunfähig gewesen. Der Staat und ganz speziell das Bundesinnenministerium haben hierbei komplett versagt, und tun das noch immer.

Auch die Reichen in der Gesellschaft werden bisher viel zu wenig an der Bewältigung der Flüchtlingsproblematik beteiligt. Über eine flüchtlingspolitische Sondersteuer für Reiche sollte durchaus einmal konkret nachgedacht werden, so der Sänger.

Außerdem nahm sich Grönemeyer die CSU und deren Vorsitzenden Seehofer vor. Die Politik und Äußerungen der CSU kommentierte er so:

Was Seehofer betreibt, indem er die Politik der Kanzlerin planlos nennt, ist in Wahrheit verbale Brandstiftung mit dem Ziel, im rechten Lager zu fischen.

Kritik in sozialen Medien

Diese Äußerungen gaben Anlaß zu zahlreichen Kritiken, bspw. in den Kommentaren bei Spiegel Online und in sozialen Medien, wie Twitter, Facebook und Co. Von der drohenden Überfremdung durch die Flüchtlinge bis zum Untergang des Abendlandes war bei diesen alles dabei.
Das Asylrecht ist offenbar sehr vielen Mitmenschen nur solange etwas wert, wie es niemand in Anspruch nehmen möchte. Zudem wurden ausgerechnet CSU-Politiker als „einzig verbliebene Vernunftpolitiker“ und Retter Deutschlands gefeiert. Ein geistiges Armutszeugnis einiger Mitbürger.

Politik der CSU

Grönemeyer hat total recht. Natürlich ist die Politik der CSU ausländerfeindlich. Die „PKW-Maut für Ausländer“ führt diese Ausländerfeindlichkeit sogar im Namen. Und die Äußerungen des CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer, der in loser Folge immer wieder eine Schließung der Grenze, eine Drosselung der Aufnahmekapazitäten oder einen totalen Aufnahmestopp fordert, ist nichts anderes als ausländerfeindlich und verfassungswidrig. Auch Markus Söder, zur Zeit bayrischer Finanzminister, haut in die gleiche Kerbe, wenn er der Meinung ist „Nicht jeder ist zu retten“.

Dabei sind der CSU die Flüchtlinge und die Probleme völlig egal. Wie Deutschland mit den vielen Einwanderern finanziell und gesellschaftlich umgeht und welche Belastungen aber auch Chancen die Integration der Asylsuchenden birgt, geht den Christsozialen am Allerwertesten vorbei. Für die CSU zählen nur Wählerstimmen. Die Verteidigung der CSU Alleinherrschaft in Bayern ist das erklärte Ziel, diesem wird alles untergeordnet, auch die Moral.

Doch diese Strategie der CSU wird am Ende nicht aufgehen. Wer den Wählern nur nach dem Maul redet und versucht, sie durch das Nachplappern von rechten Parolen an sich zu binden, erreicht genau das Gegenteil. Solch hirnlose Aktionen treiben die Wähler nur noch stärker in die Hände von NPD und Co. und trägen am Ende zu deren politischem Erstarken bei. Doch Einsicht darüber läßt bei der CSU noch auf sich warten.

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2 Kommentare

  1. Herr Grönemeyer hat völlig recht, wenn er verlangt, dass die für den illegalen
    Krieg der USA und Ihrer Verbündeten gegen den Irak vor ein internationales Gericht gestellt werden sollten.Wo bleibt denn die internationale Empörung über die erlogenen Aggressionsgründe. Das alles ist ja inzwischen genau bekannt, ist aber für USA-Freunde
    kein Grund zur Kritik!!

  2. Ich finde es alles gut, dass Deutschland sich beteiligt und hilft, allerdings sollte man nur so viele aufnehmen für die man auch sorgen kann. Wir haben hier auch Hilfebedürftige Familien, diese sollte man auch nicht vergessen.

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