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Griechen können nicht mehr über das Internet bezahlen.

Apple, Google, Amazon und Paypal sperren griechische Nutzer aus.

Das griechische Drama geht unverändert weiter. Das Votum vom Wochenende, bei dem die übergroße Mehrheit „OXI“ (sprich Nein) zur Austeritätspolitik gesagt haben, war deutlich. Die falsche, den Griechen aufgezwungene Sparpolitik, die in den letzten Jahren einen wirtschaftlichen und sozialen Kahlschlag angerichtet hat, wollen die Menschen in Griechenland nicht länger zulassen.

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Derweil geht der Kampf um Griechenland weiter. Der bisherige griechische Finanzminister Yanis Varoufakis trat gestern zurück, um die nun kommenden schwierigen Verhandlungen nicht zu behindern. Die Troika aus Europäischer Zentralbank, Internationalem Währungsfonds und Europäischer Kommission hatte durchblicken lassen, daß ihnen Varoufakis als Person nicht gefällt. Befindlichkeiten auf dem Rücken der Bürger.

Und das muß man sich auf der Zunge zergehen lassen. Der Troika, die von keinem Bürger in Europa gewählt wurde, paßt ein demokratisch gewählter eines souveränen europäischen Staates nicht. Ein absolutes Unding, aber im Fall von Griechenland sind offensichtlich längst alle Dämme gebrochen.
Varoufakis klammerte sich nicht an sein Amt, sondern trat zurück, um die Verhandlungen nicht unnötig zu belasten.

Geldautomaten sind leer

Viel gebracht hat es allerdings noch nicht, denn noch immer sind die Banken in Griechenland geschlossen. Das bleiben wohl auch mindestens bis kommenden Donnerstag. Die Geldautomaten sind weitgehend leer und werden auch nicht mehr aufgefüllt. Bargeld ist knapp und der tägliche Einkauf wird für die Menschen langsam aber sicher unmöglich, weil Händler auf Barzahlung bestehen. Plastikgeld nimmt in diesen Tagen niemand mehr in Griechenland. Urlauber sollten sich mit ausreichend Bargeld ausstatten, wenn sie in den nächsten Wochen ihren Urlaub im Südosten Europas antreten wollen.

Paypal, iTunes und Amazon sperren Griechen

Doch nicht nur im Inland ist der Zahlungsverkehr schwierig. Durch die so genannten Kapitalverkehrskontrollen ist es praktisch unmöglich geworden, Geld ins Ausland zu senden. Deshalb ist es aktuell griechischen Bürgern verwehrt, Zahlungen bei iTunes, Paypal, Amazon und Google zu leisten. Sämtliche Zahlungen, die über griechische Kreditkarten laufen, werden abgewiesen. Nur bei Paypal sind zur Zeit noch Überweisungen von griechischen auf griechische Konten möglich. Auf nicht-griechische Konten geht auch bei Paypal nichts mehr.

So will die griechische Regierung verhindern, daß Geld weiterhin ins Ausland abfließen kann. Und das selbst bei mickrigen Cent-Beträgen.

Grexit belastet deutsche Steuerzahler

Die nächsten Tage und Wochen werden zeigen, welche Lösung für das griechische Drama gefunden werden kann. Sollte sich keine Lösung ergeben und der Grexit, der Austritt Griechenlands aus dem Euro, tatsächlich eintreten, dann wird es für den deutschen Steuerzahler teuer. Während es bis jetzt immer nur um Bürgschaften ging, ohne daß auch nur ein echter Euro geflossen wäre, würden dann über 80 Milliarden Euro für den deutschen Steuerzahler fällig. Und das wäre dann echtes Geld, das verbrannt würde.

Aber man kann sich trösten. Das Geld ist ja nicht weg. Es haben jetzt die Banken.
Nicht die griechischen Bürger, bei denen ist von Milliarden praktisch gar nichts angekommen.


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