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Der Bank Run hat begonnen.

Die Griechen räumen ihre Konten leer.

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Rette sich wer kann, der Letzte bekommt kein Geld mehr. Das ist der gegenwärtige Tenor in Griechenland. Die Griechen haben das letzte Vertrauen verloren und versuchen nun ganz privat zu retten, was noch zu retten ist. Bevor in paar Tagen der Euro tatsächlich nicht mehr offizielle Währung ist und alles in eine neue umgerechnet wird, die Drachme oder auch ganz anders heißen kann, holen die griechischen Bankkunden schnell noch ihr Geld von den Konten. Der gefürchtete Bank Run ist in vollem Gange. Die Geldautomaten laufen heiß und spucken unablässig Bargeld aus.

Eurozone gegen Griechenland

Die griechische Regierung und die EZB üben sich derzeit im Armdrücken. Bis Freitag muß eine für beide Seiten tragfähige Lösung gefunden werden, sonst geht den griechischen Banken die Luft aus. Im Moment leben sie nur noch, weil Notfallkredite der Europäischen Zentralbank (EZB) sie am Leben halten. Doch diese Transfusion ist endlich.
Muß die EZB diese Hilfe einstellen, weil die Banken nicht mehr solvent sind, dann werden diese innerhalb kurzer Zeit implodieren. Der komplette griechische Banksektor wäre auf einen Schlag am Boden.

Das muß nicht so kommen, kann aber durchaus eintreten. Die Griechen wollen jedoch nicht so lange warten, bis das Licht ausgeht. Sie holen lieber ihre verbleibenden Euro von den Konten. Täglich werden zwischen 300 und 500 Millionen Euro abgezogen, an Spitzentagen auch bis zu 1 Milliarde Euro.
Sollte dieser massive Euro-Abfluß weitere 14 Tage anhalten, wären die Banken nicht mehr in der Lage, Sicherheiten für neue Kredite zu geben.

Staatsbankrott im März

Auch sonst sieht es für Griechenlands Zukunft alles andere als rosig aus. Am Mittwoch entscheidet die EZB darüber, ob die griechischen Banken weitere Hilfe über Notkredite bekommen. Und ab März könnte das laufende Rettungsprogramm der Eurozone auslaufen.
Neue Kredite soll es nur dann geben, wenn sich die griechische Regierung an die Spar- und Reformzusagen hält. Ohne eine Einigung stünde Griechenland ab 01. März ohne weitere Rettungskredite von Eurozone und Internationalem Währungsfonds da. Tritt dieses Worst-Case-Szenario tatsächlich ein, gehen Experten davon aus, daß ein griechischer Staatsbankrott bereits im Laufe des März eintreten wird.

Worst-Case-Szenario trifft Deutschland

Dann gibt es auch Auswirkungen auf den Euro insgesamt. Welche genau das sein werden und wie heftig es werden wird, ist seriös nicht abzuschätzen. Einen kompletten Zusammenbruch der Gemeinschaftswährung Euro in der heutigen Form kann aber niemand ernsthaft ausschließen. Das wiederum würde Deutschland wohl am heftigsten treffen.

Vielleicht sollten auch deutsche Bankkunden darüber nachdenken, ihr Geld besser vom Konto zu holen und in andere Währungen oder Gold umzutauschen. Oder jetzt auszugeben, solange es für die Währung Euro noch etwas zu kaufen gibt.

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3 Kommentare

  1. Ich bin auch gespannt, welche Auswirkungen der eingesetzte Bankenrun auf ganz Europa hat. Von der Politik und aus den Medien wird uns ja gesagt, dass es nichts ausmachen wird. Die Wahrheit werden wir wohl später erst in den Geschichtsbüchern lesen können.

  2. Es bleibt abzuwarten, wie sich das alles auswirken wird. Griechenland steckt tief in der Krise. Was positiv für die Griechen währe, wenn sich Griechenland für die Drachme und gegen den Euro entscheiden würde, dann währen Sie schlagartig konkurrenzfähig, vieles würde auch dann billiger werden.

  3. Denke es wird in Griechenland zu einem Bankenrun kommen. Jeder holt sich sein Geld in Euro bevor die Drachme wieder eingeführt wird, die dann erstmal abgewertet wird. Der Euro wird wohl gegen den Dollar weiter abgewertet, dies sollte die Börse befeuern, EU Unternehmen dann verstärkt exportieren können.
    Der Effekt auf die EU wird wohl überschaubar sein. Man weiß ja nicht erst seit gestern, dass der Schuldner Probleme hat sein Geld zurückzuzahlen. Daher werden viele Banken diese Beträge schon abgeschrieben haben.

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