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Der gedämmte Wahnsinn

Bundesumweltministerium beschließt neues Milliardenprogramm für Wärmedämmung.

Styropor, Styropor, Styropor – wer heute ein neues Haus baut, könnte meinen Styropor hätte mittlerweile Beton als Baustoff Nummer 1 abgelöst. Zentimeter dicke Styropor-Platten werden heute an jede neugebaute äußere Hauswand geklebt und verhindern so die Abgabe von kostbarer Wärme an die Umwelt. Das kommt der Umwelt zu gute, aber noch viel mehr den Styropor-Herstellern und den Handwerkern und Gerüstbauern.

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Natürlich ist es sinnvoll ein Haus zu dämmen, damit keine Wärme sinnlos an die Umwelt abgegeben wird. Der Ausstoß von klimaschädlichen Kohlendioxid kann dadurch erheblich gesenkt werden, wenn ein Haus ordentlich gedämmt ist. Das trifft jedoch in allererster Linie auf neugebaute Häuser zu. Bei älteren Häusern sieht die Bilanz dagegen meist verheerend aus.

Wärmedämmung für ältere Häuser nicht sinnvoll

Zum einen bekommt es den meisten älteren Häusern gar nicht gut, wenn die Luftzirkulation plötzlich durch dicke Styroporplatten verhindert wird. Feuchtigkeit und Schimmel kann sich so sehr schnell ausbreiten und teure Sanierungsarbeiten notwendig machen.
Zum anderen ist Styropor alles andere als ungefährlich. Vor allem die hervorragende Brennbarkeit macht Styropor zu einem echten Sicherheitsrisiko. Das muß selbst das Bundesumweltministerium eingestehen. Brandversuche im Auftrag der Bauministerkonferenz haben ergeben, daß neue Regelungen diesbezüglich notwendig sind. Die Bundesländer sollen jetzt die Zulassungsbestimmungen für Wärmedämmverbundsysteme, die Polystyrol verwenden, so schnell wie möglich verschärfen und zusätzliche Brandschutzriegel vorschreiben.
Sollte es trotzdem einmal zu einem Brand kommen, dann steht das Haus wegen der Dämmplatten nicht nur rasend schnell lichterloh in Flammen, es wird auch noch giftiges HBCD freigesetzt. Eine Chemikalie, die von den Vereinten Nationen auf ihre Liste verbotener Stoffe gesetzt wurde.

Einspareffekt minimal

Und es kommt noch schlechter. Neben diesen Aspekten spricht gegen eine nachträgliche Wärmedämmung von älteren Häusern in erster Linie die Unwirtschaftlichkeit. Die Heizkostenersparnis ist viel zu gering im Verhältnis zum finanziellen Aufwand für die Wärmedämmung. Für Mieter bedeutet eine nachträgliche Wärmedämmung meist eine Erhöhung der Miete, weil die Sanierungskosten auf die Meter umgelegt werden können. Die Einsparungen bei der Heizung und der Warmwasserbereitung können diese Mieterhöhung nicht auffangen.

Andere Maßnahmen sinnvoller

Und so kommt selbst das Bundesumweltministerium zu dem Schluß, daß andere Maßnahmen einer nachträglichen Wärmedämmung durch Styroporplatten vorzuziehen sind. Die Hauptpunkte einer sinnvollen energetischen Sanierung seien vielmehr die Erneuerung der Heizungsanlage, der Fenster und des Daches. Damit lassen sich Einsparungen erzielen, die auch wirtschaftlich sind.

Gewinner des Dämmwahnsinns

Trotzdem wird das neue Milliardenprogramm beschlossen. Und dafür gibt es nur einen Grund: Erfolgreiche Lobbyarbeit der Dämmstoffindustrie. Und so können sich die Hersteller der Dämmplatten und die Handwerker über neue milliardenschwere Einnahmen freuen, wenn sie auch in Zukunft Deutschlands Hausfassaden wie die Wahnsinnigen mit Styropor verkleben.

Das können sie aber nur, wenn Vermieter und Hausbesitzer weiterhin blind den Empfehlungen der Handwerker folgen. Wer wirklich nachrechnet, kommt schnell zu dem Ergebnis, daß sich eine nachträgliche Dämmung in den allerwenigsten Fällen wird. Das eingesparte Geld kann er dann besser in andere Maßnahmen stecken, denn eine Pflicht zu unwirtschaftlicher Dämmung gibt es bei älteren Gebäuden nicht.

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