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Asylbewerber: Das sind die Fakten.

Vorurteile gibt es viele. Wirklich wahr sind keine davon.

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Die CSU rekrutiert einen großen Anteil ihrer Stimmen aus dem Lager der Ausländer zumindest ablehnend gegenüber stehenden Personen. Die PKW-Maut für Ausländer, der Polit-Wahn von Verkehrsminister Dobrindt, bedient exakt diese Klientel. Wirklich ausländerfeindlich von diesen Wählern wohl nur ein kleiner Teil, aber man will trotzdem nichts mit Ausländern oder Flüchtlingen zu tun haben. Und ins Land lassen schon gar nicht.

Man muß die Menge an Asylbewerbern und die durch diese Personen entstehenden Kosten eindämmen, erklärt der Ex-Innenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) in seiner Amtszeit immer wieder. Durch das negativ besetzte Wort „eindämmen“ wird das Recht auf Asyl ganz bewußt als etwas schlechtes dargestellt, das es unbedingt zu begrenzen gilt. Statt sich mit den Menschen und ihren Schicksalen zu beschäftigen, pflegt man lieber unhaltbare Vorurteile.

Mit der Wirklichkeit haben diese jedoch nichts zu tun, wie die folgende Liste zeigt.

„Asylbewerber sind zu teuer“
Natürlich kosten Asylbewerber Geld. Das wird niemand bestreiten. Doch das Menschenrecht auf Asyl sollte uns das eigentlich wert sein.
500 Euro kosten Unterkunft, Verpflegung und Gesundheitsversorgung pro Asylbewerber pro Monat. Dazu kommen die Verwaltungsgebühren für das Asylverfahren. Macht rund 910 Mio. Euro pro Jahr bundesweit. Das klingt viel, aber nur solange man diese Summe nicht mit anderen Ausgaben vergleicht. Allein für die Finanzverwaltung gibt der Bund pro Jahr 62,2 Milliarden Euro aus, das ist das 68-Fache.

„Es kommen immer mehr Asylanten“
Die Zahl der Anträge steigt rasant an. Eine regelrechte Flüchtlingswelle schwappt über Deutschland. So titeln die einschlägigen Medien, und Politiker, vornehmlich von CDU und CSU, beflügeln diese Fehleinschätzungen noch mit Slogans wie „Das Boot ist voll“.
Tatsache ist jedoch, daß die Flüchtlingszahlen zur Zeit noch relativ gering sind, wenn man sie mit den Zahlen aus den 1990er Jahren vergleicht. 1994 stellten 352.000 Asylbewerber einen Antrag. Aktuell sind das nur 77.651. Die verlautbarten starken prozentualen Anstiege der Flüchtlingszahlen beruhen darauf, daß man die Zahlen von heute mit denen von 2012 vergleicht. Dabei gibt es tatsächlich einen Anstieg, aber nur, weil die Zahlen 2012 extrem gering waren. Im Vergleich zu 1994 sind sie jedoch extrem gering. Es kommt halt immer auf den Vergleichswert an, mit dem man Politik machen will.

„Immer muß Deutschland alle Flüchtlinge aufnehmen“
Tatsächlich muß Deutschland rein zahlenmäßig die meisten Flüchtlinge aufnehmen. Hier werden mehr Asylanträge gestellt als in allen anderen europäischen Staaten.
Deutschland ist aber auch eines der größten und bevölkerungsreichsten Länder in Europa. Setzt man die Zahl der Asylanträge ins Verhältnis zur Bevölkerungszahl, dann ergibt sich, daß in Schweden, Dänemark, der Schweiz und Belgien viel mehr Asylanträge pro Kopf gestellt werden. Die massiv befürchte Überfremdung, die hinter diesem Vorurteil steckt, ist in Deutschland also gar kein Thema.

Wie fast immer im Leben, sollte man sich auch in der Politik nicht von Gefühlen leiten lassen. Betrachtet man die nackten Fakten, dann ist die Angst vor Überfremdung und finanziellen Kollaps wegen der Flüchtlinge, die in Deutschland Schutz suchen, völlig unbegründet. Sämtliche Vorurteile halten einer Überprüfung nicht stand.
Es wäre eigentlich die Aufgabe der Politik, dies kundzutun. Stattdessen versucht man mit billiger Polemik auf Stimmenfang zu gehen. Und das alles auf dem Rücken der Flüchtlinge.

Quelle: ifp Dossier

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Viel Spaß beim Lesen.

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