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Die Nacktscanner kommen zurück

Umstrittene Körperscanner sollen nun doch eingesetzt werden.

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Es gibt im Bereich Politik und Gesellschaft einige untote Themen, die stets ihr Unwesen treiben und sprichwörtlich nicht totzukriegen sind. Dazu zählen die PKW-Maut und Vorratsdatenspeicherung ebenso wie die Nacktscanner an den Flughäfen. Obwohl alle Argumente ausgetauscht sind und diese jeweils gegen die entsprechende Einführung sprechen, graben beratungsresistente Politiker diese Themen immer wieder aus, ganz so wie ein Hund seinen Lieblingsknochen. Und so kommt es, daß nun wieder Nacktscanner im Gespräch sind.

Tests verliefen desaströs

Erste Versuche mit Körperscannern, wie die Geräte im Politikersprech beschönigend genannt werden, am Flughafen Hamburg im Jahr 2010 verliefen desaströs. Die zwei getesteten, jeweils 130.000 Euro teuren Nacktscanner konnten nichts, außer der Befriedigung der voyeuristischen Begierden der Sicherheitsleute zu dienen. Einen Sicherheitsgewinn stellten sie nicht dar. 220.000 Passagiere hatten die Scanner freiwillig benutzt. Die Fehlerquote lag bei unglaublichen 75 Prozent. Selbst kleinste Falten in der Kleidung machten den getesteten Passagier zum Terroristen.
Das Bundesinnenministerium erklärte daraufhin im August 2011 endlich, daß die Nacktscanner nichts anderes sind als teurer Elektroschrott und deshalb eingemottet werden.

Kaum ein Jahr später meldete sich aber die Bundespolizei mit der Meldung, daß man doch nicht so ganz von den Nacktscannern lassen will. Man wolle mit neuen, verbesserten Geräten weitere Tests unternehmen. Zwei Jahre später ist es nun offenbar so weit und die Nacktscanner sollen nun im großen Stil an deutschen Flughäfen eingeführt werden. 89 Geräte sind bereits bestellt.

Einführung deutschlandweit geplant

Im Moment sind bereits 14 Geräte des Typs ProVision ATD an den Airports Berlin-Schönefeld, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg, München und Stuttgart im Einsatz. Sie werden jedoch nur zu einer etwaigen Zweitkontrolle bei sicherheitskritischen Flügen, wie bspw. nach Israel oder in die USA, genutzt. Die Zahl der Fehlalarme soll dabei deutlich abgenommen haben.

Deshalb will man die Nacktscanner nun auch für die Erstkontrolle von Flugpassagieren einsetzen. 14 Bodyscanner des kleineren Typs ProVision 2 sollen noch in diesem Jahr an den Flughäfen Düsseldorf, Köln/Bonn und Stuttgart installiert werden. Weitere 75 Nacktscanner sollen im nächsten Jahr an internationalen Flughäfen in Deutschland zum Einsatz gebracht werden. Pro Gerät müssen 160.000 Euro auf den Tisch des Herstellers gelegt werden. Da waren die Testgeräte aus dem Jahr 2010 noch vergleichsweise günstig.

Man darf wohl davon ausgehen, daß die Sicherheitsfanatiker in deutschen Behörden alles daran setzen werden, daß die Nacktscanner zukünftig für jeden Passagier obligatorisch werden. Der Angriff auf die Menschenwürde der Passagiere, die möglichen Gefahren für deren Gesundheit durch die Strahlung der Scanner und der mögliche Mißbrauch der beim Scannen entstandenen Bilder kann diese Leute nicht wohl davon abhalten, ihre feuchten Träume endlich in die Realität umzusetzen.

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2 Kommentare

  1. Wie sieht es eigentlich aus, wenn man nicht damit Kontrolliert werden möchte? Darf man das verweigern? Und wenn ja, was geschieht dann? Außerdem schätze ich das diese „Nacktscanner“ einen Eingriff in die Privatsphere eines Bürgers eingreifen und somit verboten sind.

    Liebes Deutschland, kümmer dich doch bitte endlich mal um Sinnvolles. Dankeschön!

  2. Wenn man sich verweigert, darf man eben nicht mitfliegen. Ich finde es ein Unding, dass man bei unserem heutigen Technologiestandard keine besseren Scanner entwickeln kann, ohne dass man alles bis ins Detail offenlegen muss…

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