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Alle Jahre wieder – Weihnachten im Schuhkarton.

Wer und was steckt wirklich hinter der Aktion?

Der Blick hinter die Kulissen öffnet oftmals die Augen und läßt eine Sache, die man bis dato für gut erachtet hat, plötzlich in einem ganz anderen Licht erscheinen. So auch bei der Aktion „Weihnachten im Schuhkarton“.

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Schon 2008 wurde hier im Blog darauf hingewiesen, wer bzw. was sich hinter der Aktion befindet. Leider gewinnen die „Geschenke der Hoffnung“ immer weiter an Zuspruch. Manche Tageszeitungen, wie bspw. die Nordwest-Zeitung aus Oldenburg“, füllen dieser Tage einen großen Anteil ihrer Regionalbeilagen mit Berichten über diese „Hilfsaktion“. Leider wird dabei konsequent verschwiegen, wer hinter der Aktion steckt und was die wahren Ziele sind.

Die Hilfe für notleidende Kinder ist dabei nur der Aufhänger. Damit bekommt man die Aufmerksamkeit und das Engagement der Menschen. Gerade in der Vorweihnachtszeit, in der das Portemonnaie bei vielen besonders locker sitzt und in der selbst die sonst demonstrativ nicht beachteten Bettler in der Innenstadt etwas abbekommen. Armen Kindern in Asien und Afrika wird natürlich auch gern geholfen. Wenigstens zu Weihnachten sollen es diese auch einmal gut haben. Da wird sich doch niemand ernsthaft verweigern. Ältere Menschen fühlen sich sogar an die Care-Pakete nach dem Krieg erinnert.

Missionsarbeit

Der Blick auf das Wesentliche der Aktion geht dabei leider verloren. Und das ist offenbar auch so gewollt vom Verein „Geschenke der Hoffnung e.V.“, dessen Aufgabe es ist, das Evangelium in die Welt zu tragen. Er ist ein evangelikales Missionswerk. Mit der Aktion „Weihnachten im Schuhkarton“ soll notleidenden Kindern auf der ganzen Welt auf erlebbare Weise die „Liebe Gottes“ gezeigt und die „frohe Botschaft Jesu“ weitergegeben werden.

Das ist die wahre Intension der „selbstlosen“ Geschenke an die Kinder. Nur, wer sich ein bißchen missionieren läßt, darf Geschenke aus der für die armen Kinder so fernen und unerreichbaren reichen Welt des Westen bekommen. Daß man den Kindern mit dieser einmaligen Gabe wirklich keinen Gefallen tut und daß eine koordinierte langanhaltende echte Entwicklungshilfe besser wäre, müßte eigentlich jedem klar sein.

Der unterschwellige Missionsauftrag ist selbst dem Bistum Trier zu viel des Guten und bezeichnet „Weihnachten im Schuhkarton“ deshalb als „umstrittene Missions- und Geschenkaktion“. Insbesondere, daß die Geschenke auch an Kinder von Angehörigen anderer Religionen gehen, die Weihnachten häufig gar nicht feierten, und daß diese das unter Umständen als Respektlosigkeit empfinden, stößt dem Bistum Trier besonders auf.
Und dabei kann es für die Überbringer der gefüllten Schuhkartons sogar gefährlich werden, denn besonders in muslimisch geprägten Ländern ist schon der Versuch der Missionierung von Muslimen hin zum Christentum mit hohen Strafen belegt. Immer wieder hört man – unabhängig von der Schuhkarton-Aktion –  auch von verschleppten oder gar getöteten Missionaren.

„Weihnachten im Schuhkarton“ – Nein danke.

Die Aktion „Weihnachten im Schuhkarton“ ist deshalb aus mehreren Gründen abzulehnen. Die Hilfe nicht nachhaltig, vielmehr wecken die Verbrauchsgüter aus einer fremden Kultur nur weitere unerfüllbare Wünsche und Begehrlichkeiten und stellen keine echte Hilfe dar. Koordinierte Entwicklungshilfe ist solchen punktuellen Aktionen immer vorzuziehen. Auch der ökologische Aspekt ist dabei nicht zu vernachlässigen, schließlich verschlingt der Transport der Pakete völlig unsinnig eine Menge Energie.

Darüber hinaus ist die Aktion ein nicht hinzunehmender Eingriff in die freie Religionsausübung der Empfänger. Hier sollen Anhänger anderer Religionen zum Christentum „bekehrt“ werden und das mit dem Geld und dem Engagement der spendenden Menschen in Deutschland und anderen westlichen Ländern. Die meisten Kinder, die solch ein Päckchen erhalten, werden Weihnachten und Christbäume nicht einmal aus Erzählungen kennen.

Echte Hilfe ist möglich.

Wer wirklich helfen will, der sollte sich unbedingt informieren, was mit seinem Geld passiert und wofür bzw. mit welchen Hintergedanken es ausgegeben wird. Spenden an seriöse Organisationen, wie Entwicklungs- und Katastrophenhilfe, Kinderhilfsorganisationen, Menschenrechts-Organisationen oder Umweltorganisationen, sind möglich und werden dringend gebraucht! Nicht nur zu Weihnachten.

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Ein Kommentar

  1. Ich stimme dir da zu.
    Ein gut geschriebener und Aussagekräftiger Artikel. Obwohl ich finde das dass Spenden an sich, egal bei welchen Mengen, wenig bewirken wird. Man sollte sich lieber an die Machthaber vor Ort wenden und diesen dazu bringen die eigenen Interressen in den Hintergrund zu schieben und die der Hilfsbedürftigen in den Vordergrund zu packen. Dies könnte man dann Ünterstützen, solange das nicht gewährleistet ist, ist jede Spende egal wie hoch ein tropfen auf dem heißen Stein.
    Danke für den Beitrag.

    Gruß

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