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Gabriel will Fracking erlauben

Dabei ist der Fracking-Rausch längst zu Ende.

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Fracking ist gefährlich. Diese Methode der Erdgasgewinnung, bei der das Gas mit hohem Druck und unter Einsatz von hochgiftigen Chemikalien aus Schiefer-, Sandstein– oder Kohleschichten gewonnen wird, gefährdet das Grundwasser. Die Chemikalien bestehen u.a. aus aggressiven Säuren, giftigen Korrosionsschutzmitteln und Bioziden. Diese Stoffe können beim Fracken bis ins Trinkwasser gelangen. In den USA, wo das Fracking schon länger praktiziert wird, wurden bereits derartige Grundwasserverseuchungen dokumentiert.

Trotzdem wurde Fracking eine lange Zeit als Heilsmethode gefeiert, wenn es darum ging, die Erdgasversorgung für die kommenden Jahrzehnte zu sichern. Das Risiko der Umweltvergiftung wurde dabei in Kauf genommen. Im Zweifel trifft es sowieso nur die Bevölkerung vor Ort. Die Konzerne sind weit weg.

Fracking-Rausch vorbei

In den USA zeichnet sich nun aber bereits ab, daß der Fracking-Rausch vorbei ist. Die us-amerikanische Energiebehörde EIA mußte eine Neubewertung der durch Fracking gewinnbaren Ölmengen in Kalifornien vornehmen. Ihre Prognosen mußte die EIA dabei um stolze 96 Prozent nach unten korrigieren. Das kann man wohl kaum mit statistischer Abweichung erklären. Fracking sollte ganz bewußt gepuscht werden, ohne Rücksicht auf Verluste in Natur und Umwelt. Nach den neuesten Berechnung werden in Kalifornien nur noch 600 Millionen Barrel anstatt der bisher vorhergesagten Menge von 13.700 Millionen Barrel förderbar sein. Allein Deutschland verbraucht pro Jahr rund 870 Millionen Barrel pro Jahr und damit mehr als Fracking überhaupt insgesamt liefern kann.

Auch beim Erdgas sieht es nicht besser aus. Hier mußte die EIA ihre Vorhersagen für Gasvorräte im größten US-Schiefergasvorkommen „Marcellus“ um 66 Prozent nach unten korrigieren. Der Wunsch nach Energieversorgung ohne Importe, der durch Fracking wahr werden sollte, hat sich für die USA nicht bestätigt.

Gabriel kommt zu spät

Wieder einmal hat Gabriel die Trends verschlafen. Es wäre für Deutschland jedoch besser gewesen, wenn Gabriel und die Bundesregierung weiter geschlafen hätten. Jetzt noch Fracking zu erlauben, wo in den USA die Prognosen der EIA gerade gehörig eingedampft wurden, zeugt von energie- und umweltpolitischen Autismus. Fracking wird nur zu massiven Umweltproblemen und verseuchtem Grundwasser führen, Energieversorgungsprobleme wird es indes nicht lösen.

Fracking soll nur vernebeln

Auch in Deutschland wird man sich der Frage stellen müssen, wie die Versorgung mit Energie nach dem Ende der Verfügbarkeit fossiler Rohstoffe aussehen soll. Fracking sollte mit seinen wahnwitzigen Förderprognosen die darüber so notwendige Diskussion unterbinden. Doch man wird sich ihr stellen müssen. Die Vorkommen sind endlich, Erdöl und Erdgas werden in absehbarer Zeit nicht mehr in ausreichender Menge und zu bezahlbaren Förderungskosten zur Verfügung stehen, so viel ist wirklich sicher. Wirtschaftsminister Gabriel sollte sich deshalb jetzt der Frage stellen, wie Deutschland und Europa die Energiewende weg von den fossilen Rohstoffen bewältigen kann, statt umweltzerstörerische Fördermethoden, wie Fracking, zu genehmigen.

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2 Kommentare

  1. Eine riesen-große Sauerei, die zeigt, wie Politiker wirklich ticken. Hat man denn gar nichts aus dem Atom-Problem gelernt? Auch hier wurde in eine ungewisse (Entsorgungs)Zukunft investiert. So will man es auch beim Fracking machen: erst mal machen, es wird schon IRGENDWIE gut gehen. Gabriel und seine Genossen haben für mich endgültig ausgespielt.

  2. Pingback: Das Fracking kommt | Henning Uhle

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