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Wimbledon: Lisicki-Finale ohne ARD

Übertragung nur im Pay-TV. Sky hält die Rechte am Tennis-Turnier.

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14 Jahre ist es her, daß ein Wimbledon-Finale mit deutscher Beteiligung stattfand. Damals standen noch eine gewisse Steffi Graf, ein Boris Becker oder ein Michael Stich auf dem Rasen und versuchten den kleinen Filzball über das Netz zu befördern. Lang, lang ist es also her. Der Tennisboom, den „Boom-Boom-Becker“ einst in Deutschland auslöste und der Scharen von jungen Leuten in die sonst eher elitären Tennisclubs lockte, ist längst wieder verebbt.

Heute soll dieser Boom fortgesetzt werden. Denn die 23-jährige Sabine Lisicki vom LTTC Rot-Weiß Berlin hat den Einzug ins Finale von Wimbledon geschafft. Um 15 Uhr soll das Match starten.

Doch die meisten Sportfans in Deutschland werden dieses Spiel nicht live am Fernseher verfolgen können. Der Pay-TV-Sender Sky hält die Rechte an diesem Tennisturnier und zeigt es exclusiv auf Sky Sport HD. Der ARD war zwar -nachdem feststand, daß Lisicki den Einzug ins Finale geschafft hat- ganz spontan eingefallen, daß man das Finale doch noch übertragen, möchte, doch Sky lehnte dankend ab.
Aus der Sicht von Sky mehr als verständlich, kämpft man doch seit Jahren um die eigene Existenz. Solch einen Knaller, den man exklusiv zeigen kann, gibt man deshalb natürlich nicht aus den Händen. Führen solche TV-Ereignisse doch regelmäßig dazu, daß sich die Zahl der zahlenden Abonnenten erhöht. Und das ist für Sky Gold wert.
Außerdem wird mit dem Lisicki-Finale auch der lange Atem von Sky belohnt. Während andere öffentlich-rechtliche und auch private Sender sich mehr oder weniger komplett aus der Tennisübertragung zurückgezogen haben, hielt Sky, damals noch als Premiere und DF1, durch und hat dafür nun den Jackpot erhalten.

Das Verhalten der ARD ist dagegen mal wieder typisch. Man schielt nur auf Sportereignisse, die mächtig Quote versprechen. Das ist überhaupt nicht die Aufgabe eines öffentlich-rechtlichen Sender. ARD und ZDF sollten, wenn sie denn überhaupt Sport im Programm haben, Randsportarten die Chance auf mehr Öffentlichkeit geben.
Die großen Sportevents, die auch dementsprechend teuer sind und riesige Mengen Zwangs-TV-Gebühren sinnlos verbrennen würden, haben im öffentlich-rechtlichen Fernsehen absolut nichts zu suchen. Das gilt für Tennis, Formel 1 und andere. Und vor allem für Fußball. Die öffentlich-rechtlichen Sender mit ihren scheinbar unendlichen Geldern haben einen großen Anteil daran, daß die Relation von Leistung und Bezahlung in diesen Sportarten immer mehr auseinander läuft und Transfer-Exzesse mit zig Millionen Euro mittlerweile zum alltäglichen Geschäft gehören. Insofern ist sehr gut, daß die ARD bei Sky abgeblitzt ist.

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2 Kommentare

  1. Das kann man von den öffentlichen nicht erwarten.
    Lieber verballern sie 9 Milliarden Euro Zwangsabgaben für so sinnige Dinge wie Musikantenstadl und immer wieder Sonntags…
    Achja und die schlecht produzierten Soaps nicht zu vergessen.
    Wenn man die wirklich gut produzierten Berichte der BBC vergleicht, welche im Jahr nur 4 Milliarden ausgibt… kein Vergleich

  2. Die öffentlich Rechtlichen haben eine Grundversorgung wahrzunehmen. Dafür brauchen sie diese 9 Milliarden Euro ganz dringend. Immerhin gehören zur einer vernünftigen Grundversorgung 30.000 Spartensender und 75.000 Radiostationen. Zudem muss es ja auch im Internet ein allumfassendes Angebot geben. Nicht zu vergessen sind die lebenswichtigen Apps für iPhone und Android. Hier müssen es natürlich auch mehrere sein, da eine für eine Grundversorgung vollkommen unzureichend ist. Das da kein Geld mehr für ein vernünftiges Programm übrig ist doch klar. Da muss erstmal der Rundfunkbeitrag erhöht werden.

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