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„Wir sind billiger“-Aktion von Media-Markt nicht ganz sauber?

Trickst Media-Markt bei der aktuellen Preisaktion?

Der Januar ist die Zeit für Preisaktionen. Nachdem viele Kunden ihr Geld im Weihnachtsgeschenke-Fieber unter die stationären und online Händler gebracht haben, ist der Jahresbeginn für die Händler meist etwas mau, was die Umsätze betrifft. Deshalb lassen sie sich vielfälltige Aktionen einfallen. So gibt es in den Geschäften plötzlich schon in der ersten Kalenderwoche auffällige Schilder, die auf den gerade stattfindenden WSV hinweisen. Da der Begriff „Winter-Schluß-Verkauf“ nicht (mehr) geschützt ist, kann jeder damit werben, wann er will, theoretisch auch im August. Ob das die Kunden aber anlockt und die erhofften Umsätze in die Kasse spült, darf bezweifelt werden. Denn veralbern läßt sich kein Kunde gern.

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Auch Elektronik-Riese Media-Markt wirbt derzeit mit einer speziellen Aktion. Nachdem man jahrelang den Einstieg in den Online-Vertrieb verpennt hat, versucht man auch noch heute gegen die Angebote aus dem Internet anzukämpfen. So läuft derzeit die Aktion „Wir sind billiger“. Media-Markt verspricht darin mit großen Anzeigen und TV-Werbespots, daß man alle Produkte billiger als im Internet anbietet.
Wie immer gibt es dabei ein paar kleine Haken. Dieses „billiger“ bezieht sich nur auf Angebote, die beim Preisvergleichsanbieter idealo.de gelistet und sofort verfügbar sind. Und der Vergleichspreis, der zugrunde gelegt wird, ist der Gesamtpreis („Verkaufspreis einschließlich Mehrwertsteuer, Versandkosten, Kosten des Zahlungsverkehrs und sonstiger Transaktionskosten“). Wer dachte, er könnte so einen Artikel zum gleichen Preis wie beim einem Online-Händler bekommen und zusätzlich die Versandkosten sparen, sieht sich enttäuscht.

Vergleichspreise

Doch es kommt noch schlimmer. Laut der Recherchen des Magazin crn gibt es Unstimmigkeiten mit den bei idealo gelisteten Vergleichspreisen. Offenbar werden einige Preise gar nicht angezeigt, wenn man über einen Link von der Media-Markt-Homepage auf idealo zugreift. Sucht man beispielsweise nach einem Motorola RAZR i, erscheint Media-Markt mit 362 EUR an erster Stelle als billigster Anbieter. Knapp vor amazon mit 363,99 EUR, wobei sich dieser Preis aus 359,99 EUR plus 4 EUR Versand ergibt.
Macht man diesen Vergleich aber ohne den Link von der Media-Markt-Homepage und tippt die Adresse und das gesuchte Produkt selbst in seinen Browser ein, ergibt sich ein ganz anderes Bild. Dann taucht an erster Stelle plötzlich BASE mit 349 EUR bei Selbstabholung auf. Ganze 13 EUR billiger als das Angebot von Media-Markt.

Auch Tests mit anderen Produkten haben den Redakteuren das gleiche Bild geliefert. Offenbar werden beim Weg über den Link von der Media-Markt-Homepage einige Anbieter und deren Preise gezielt herausgefiltert.
Mit Transparenz und Fairness läßt sich das nur schwer in Verbindung bringen. Aber diese Tugenden würde man auch nicht unbedingt bei Media-Markt erwarten, wie frühere Aktionen gezeigt haben.

Als potentieller Kunde von Media-Markt sollte man also tunlichst nicht die Links von der Media-Markt-Homepage zu idealo nutzen, sondern selbst bei idealo suchen. Außerdem ist es auch empfehlenswert zusätzlich andere Preissuchmaschinen, wie dooyoo.de, geizkragen.de, guenstiger.de oder preis.de, zu nutzen.

Quelle: crn

 Update (14.01.2013): idealo wehrt sich gegen die Vorwürfe der Manipulation. Die Produkt-Suche basiere rein objektiv auf voreingestellten und offengelegten Kriterien. Diese Kriterien wurden von Media Markt bestimmt. Um ganz sicherzugehen, werden die Media-Markt-Angebote bei idealo aber als „Anzeige“ markiert.
Interessenten sollten also tunlichst selbst die Kriterien der Produktsuche bestimmen, um eine vollständige Liste der Angebote zu erhalten.

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