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23. Jahrestag des Mauerfalls

9. November- Fall der Berliner Mauer.

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„Sofort, unverzüglich…“ das waren die Worte von SED-Funktionär Günter Schabowski während einer Pressekonferenz am 09. November 1989 zur Lage in der DDR. Auf ebendieser Pressekonferenz verlas Schabowski auch eine neue Regelung, die die Durchlässigkeit der Mauer in Berlin betraf und nach späteren Erkenntnissen eigentlich erst am nächsten Tag in Kraft treten sollte. Schabowski wußte nichts von einem Sperrvermerk und setzte so den Marsch der Berliner zur Mauer in Gang.

Im Nachhinein wurde viel gerätselt über dieses Versagen eines Funktionärs und des ganzen Apparates. Wollte die DDR wirklich die Mauer für jeden öffnen oder sollten nur die rausgelassen werden, die für immer ausreisen wollten? Warum wußten Armee, Grenztruppen, Stasi, Polizei und andere „Staatsorgane“ nichts von dem Vorhaben? Wem ist es zu verdanken, daß in dieser Nacht kein Schuß fiel und daß die Regelung auch an den nächsten Tagen nicht zurückgenommen wurde? All diese Fragen wird man wohl nie mit letzter Gewissheit klären können, auch wenn bereits eine ganze Reihe an Büchern zu diesen Vorgängen erschienen sind. Es sonnen sich im Nachhinein immer die Falschen im Licht der Ereignisse.

Es war wohl zum einen eine glückliche Verkettung von verschiedenen Umständen und zum anderen die Ohnmacht des DDR-Apparates, die am diesem Tag zur Öffnung der Berliner Mauer führten. Die Deutschen dürfen sich glücklich schätzen, daß die Geschichte ihnen diesen kleinen Wink geschickt hat und daß dieser nicht ungenutzt vorüber zog.
Die Berliner drückten die Tore von Ost nach West regelrecht auf. Dieser Menge an Menschen hätten die Grenztruppen, trotz gut gefüllter Waffenkammern, nichts entgegensetzen können und kapitulierten. Die Drohgebährde des Staates war regelrecht implodiert. Die Einschüchterungen funktionierten nicht mehr. Die Menschen in der DDR hatten ihre Angst verloren. Niemals wurde das so deutlich, wie an diesem schicksalshaften Abend. Die Menschen wollten JETZT durch die Absperrungen. Und sie wären nicht wieder abgezogen. Das war auch das Ende der Macht der SED.

Der Staat DDR existierte zwar offiziell noch fast ein ganzes Jahr weiter, doch mit der Öffnung der Grenzen wurde die wichtigste Sicherung seiner Existenz zerstört. Es dauerte nur noch knapp 11 Monate bis die DDR von der Landkarte verschwand und Deutschland sich wiedervereinigte.

Die Menschen jedoch bleiben die gleichen. Die Anpassung an die neuen, nicht immer besseren Umstände, unter denen sie nun im neuen Deutschland leben (müssen), ist bis heute nicht abgeschlossen. Sie sollten sich wohl öfters an diesen Abend im November 1989 und die Kraft der Massen erinnern.

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Ein Kommentar

  1. Ich fühle mich langsam alt.. Ich kann mich auch noch daran erinnern wie ich bei meinen Eltern auf der Coach saß und gefragt hatte „Was ist denn besonderes daran“ 🙂 Ok ich war auch sehr jung ^^..
    Ein schöner Artikel, Weiter so!

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