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Wie gehts weiter am Arbeitsmarkt?

Was steckt wirklich hinter dem „Boom“?

Offiziellen Zahlen zufolge haben in Deutschland noch nie so viele Menschen gearbeitet wie zur Zeit. Über 41 Mio. Beschäftigte stehen in den Statistiken des Statistischen Bundesamtes für 2011. Und Bundesarbeitsministerin von der Leyen und auch der Chef des Bundesverbandes der deutschen Industrie (BDI) Hans-Peter Keitel rechnen fest mit weiter abnehmenden Arbeitslosenzahlen.Von der Leyen ließ verlauten: „Die von vielen befürchtete Trendwende zeichnet sich nicht ab. Der Arbeitsmarkt bleibt bisher eine stabile Bank.“ Und auch Keitel bläst in das gleiche Horn: „Wir rechnen damit, dass es einen weiteren Zuwachs an Arbeitsplätzen in Deutschland geben wird.“

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Welcher Art diese Beschäftigungen sein werden, darüber schweigt man sich freilich aus. Doch ist davon auszugehen, daß der Trend zu schlechtbezahlten Jobs anhalten wird. Die Zahl der Menschen, die von ihrer Arbeit nicht mehr leben können, weil sie sich in sogenannten prekären Beschäftigungsverhältnissen befinden, d.h. sie müssen ihren Lohn auf Kosten der Steuerzahler aufstocken lassen, wird weiter zunehmen. Experten gehen davon aus, daß bis zu 75 Prozent der neuen Jobs in den Bereichen Leiharbeit und Minijobs entstehen. Darüberhinaus sind diese Jobs meist auch noch zeitlich befristet oder nur Teilzeitjobs.
Die bundesweite, weiter ungebremste Vermehrung der Tafeln, die Lebensmittel kostenlos oder für kleines Geld an Bedürftige ausgeben, ist ein untrügerisches Zeichen dafür, wie es wirklich um den Jobboom bestellt ist. Ein untrügerisches Zeichen dafür, daß es in Deutschland sozial streng bergab geht.

Und selbst diese „Jobwunder“ sind noch nicht mal gleichmäßig verteilt. Ganz allgemein kann man attestieren, daß der Westen gewinnt und der Osten der Republik weiter verliert. Vorallem im Nordwesten und in der Region um München entstehen neue Jobs. Wer z.B. bei der Jobsuchmaschine joboter nach „Jobs Hamburg“ sucht, der wird auf alle Fälle fündig. Wer das Gleiche bspw. mit der thüringischen Kreisstadt Nordhausen versucht, bekommt nur einen Bruchteils des Hamburger Angebots.
Und diese beängstigende Entwicklung wird nach Prognosen von Arbeitsmarktexperten weiter anhalten. Je weniger Jobs, desto weniger junge Leute werden bleiben und desto unattraktiver wird die Region für die Neuansiedlung von Firmen. Ein Teufelskreis aus dem es keinen Ausweg zu geben scheint. Die Ungleichheit der Lebensverhältnisse in Deutschland wird sich so weiter verschärfen.

Das alles ist wahrlich kein Grund zum Jubel. Doch von Ursula von der Leyen wird man nichts anderes hören.

Quellen: Freie Presse, BMAS, Welt

achtung Update (31.01.2012): Nun ist es auch offiziell. Die Arbeitslosenzahlen steigen wieder auf über 3 Millionen. Doch daran sollen nur „jahreszeitliche Gründe“ schuld sein. Die echte Zahl der Arbeitslosen wird man dagegen nicht erfahren, denn die offiziellen Angaben sind durch statischtische Tricks geschönt.

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