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Hypo Real Estate kann nicht rechnen

Die Hypo Real Estate ist unfähig, korrekt zu buchen.

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Die Schrottbank Hypo Real Estate (HRE), die ihre Existenz allein dem Größenwahn bayerischer CSU-Regierungen verdankt, mußte im Oktober 2008 mit Steuergeldern gerettet werden. Quasi im Alleingang entschied Merkel an einem lauschigen Wochenende, daß die HRE „systemrelevant“ und ihre Rettung daher „alternativlos“ sei. 100 Mrd. EUR wurden in der Bank versenkt. Dafür wollte man den Bankern aber strikt auf die Finger schauen, so das Versprechen.

Bereits im Juni 2009 meldete die Schrottbank neuen Kapitalbedarf an. Weitere 6 Mrd. EUR sollte der Steuerzahler überweisen. Eine öffentliche Diskussion darüber, verboten die Banker aber. So lief die Aktionärsversammlung unter Ausschluß der Öffentlichkeit ab. Man fürchtete wohl ein ähnliches Desaster wie die versuchte Berufung von Hans Tietmeyer zum Berater der Bank. Merkel wollte mit Tietmeyer buchstäblich den Bock zum Gärtner machen. Das konnte noch rechtzeitig verhindert werden.

Seitdem ist etwas Ruhe eingekehrt. Die Bank wurstelt weiter vor sich hin und der Staat steht für deren Schulden ein. Doch offenbar sind die Banker sogar zu blöd, ihre eigenen Verbindlichkeiten richtig zu buchen. Durch Fehler in der Bilanzierung machte sich die HRE und damit den Staat um 55,5 Mrd EUR ärmer, als sie eigentlich ist. In 2010 verbuchte man 24,5 Mrd. EUR falsch und in diesem Jahr weitere 31 Mrd. EUR.

Das ist unglaublich! Über 2 Jahre hinweg war es möglich, daß die HRE zweistellige Milliardensummen falsch verbucht und bilanziert. 55,5 Mrd. EUR, das entpricht dem 2-fachen Jahresetat des Bundesverteidigungsministeriums, mal eben so falsch verbucht.
Wer kontrolliert diese verstaatlichte Schrottbank eigentlich?
Hallo Herr Schäuble, jemand zu Hause? Wie wäre es mal mit der Benutzung eines Taschenrechners?

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Der Bundesfinanzausschuß will sich nun von den Verantwortlichen der HRE erklären lassen, wie es zu Fehlbuchungen in diesem Ausmaß kommen kann. Reichlich spät. Normalerweise hätte man schon längst dahinter kommen müssen, was für Finanzgranaten hier mit den Steuermilliarden jonglieren, und personelle Konsequenzen ziehen müssen.

Durch das jetzige Feststellen und korrigieren dieser Falschbuchungen senkt sich auch der Schuldenberg Deutschlands um besagte 55,5 Mrd., von 84,2 Prozent (in 2010) auf 81,1 Prozent des Bruttoinlandsproduktes.
Doch die Freude darüber dürfte nur kurz währen. Durch den gerade beschlossenen Schuldenschnitt für Griechenland wird die Verschuldung der HRE wieder stark ansteigen. Griechenland-Anleihen im Wert von 8,8 Mrd. EUR stehen in der Bilanz der Bank. Da werden wohl abermals Steuergelder fließen müssen, um die HRE ein weiteres Mal zu retten.

Quelle: SpOn, FTD

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