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Es ist Wahl in MV – aber keinen interessierts

Am Sonntag wird in Mecklenburg-Vorpommern gewählt.

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1,4 Millionen Menschen sind am kommenden Sonntag, den 4. September 2011, aufgefordert, an die Wahlurne zu gehen. In Mecklenburg-Vorpommern finden Landtagswahlen statt. Doch interessieren scheint diese Wahl offenbar niemanden. Das mediale Interesse geht über Pflichtberichterstattung kaum hinaus.

Das mag daran liegen, daß diese Wahl schon gelaufen scheint, bevor sie überhaupt stattgefunden hat. Der jetzige Ministerpräsident Sellering (SPD) kann der Landtagswahl gelassen entgegen sehen. Wie auch immer die Bürger abstimmen, er wird aller Voraussicht nach weiterhin im Amt bleiben. Nur beim Koalitionspartner, bisher regierte eine große Koalition aus SPD und CDU, könnte sich etwas ändern. Wenn die Wahlumfrageinstitute recht behalten (doch wann haben sie das schon bei einer Wahl?), dann kann sich die SPD nach der Wahl gleich aus drei Parteien ihren zukünftigen Koalitionspartner aussuchen.
Die SPD wird nach jüngsten Umfragen auf 35 Prozent kommen, die CDU auf 25 Prozent und die Linke auf 15 Prozent. Die Grünen werden erstmals in den Schweriner Landtag einziehen und wären damit auch erstmals bundesweit in allen Landtagen vertreten. Damit sind sowohl die Fortführung der großen Koalition als auch rot-rote oder rote-grüne Bündnisse möglich.
Die FDP wird den Wiedereinzug in den Landtag von Mecklenburg-Vorpommern wohl nicht mehr schaffen. Diese Partei wird bald nur noch in den Gechichtsbüchern stehen.

Bundespolitisch hat der Ausgang der Wahl so gut wie keine Auswirkungen. Das Land am Meer wird schon seit der Wiedervereinigung von allen Parteien in Berlin vernachlässigt und Auswirkungen auf die Machtverteilung im Bundesrat wird es auch nicht geben. Deshalb ist ein wenig Wahlmüdigkeit zu vernehmen.
Doch das könnte gefährlich werden, gefährlich für die Demokratie. Wann immer vermeintlich langweilige Wahlen anstehen, bleiben viele Wähler der Wahlurne fern. Das ist die Gelegenheit für rechtsextreme Parteien. Die NPD liegt nach Umfragen im Moment knapp unter der 5-Prozent-Hürde. Wenn nun alle NPD-Anhänger bei sonst geringer Wahlbeteiligung wählen gehen, kann so das Endergebnis verfälscht werden. Der Wiedereinzug der NPD in den Landtag könnte gelingen.
Deshalb ist es wichtig, daß die Bürger in Meck-Pom ihr Wahlrecht auch in Anspruch nehmen. Nur so kann es unverfälschte Wahlergebnisse geben.

Quellen: Netz gegen Nazis, Welt, MV ticker

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