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Proteste gegen Papstbesuch verboten

Behörden verbieten geplante Protestaktionen gegen den Besuch des Papstes

Da praktizieren die Behörden in Berlin, Erfurt und Freiburg keine Nächstenliebe und verweigern die Genehmigung für geplante Aktionen gegen den Papstbesuch. Wegen angeblicher Sicherheitsbedenken.
Eine „Karawane zum Papst“, die am Brandenburger Tor starten sollte, wurde deswegen verboten. Der geplante Protestzug von bis zu 20.000 Menschen, auf dem ein Papamobil mit einem Gegenpapst und einer Gegenpäpstin an der Spitze fahren soll, gefolgt von Musik-, Tanz- u. Fußgruppen und Demoblöcken, soll trotzdem während der geplanten Rede Joseph Ratzingers im Bundestag stattfinden, notfalls auf einer anderen Route.

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Auch in Erfurt und Freiburg hielt man sich mit Genehmigungen bisher zurück. So warten die Veranstalter von Infoständen und Protestaktionen noch immer auf den „Segen der Stadt“.
Die deutsche Bischofskonferenz ließ dazu verlauten, daß man „einen fairen Umgang mit der Person des Papstes und keine Störung des Gottesdienstes erwarte„.

Papst Benedikt XVI. will Deutschland vom 22. bis 25. September besuchen. Stationen werden Berlin, Erfurt, Freiburg und das Eichsfeld sein. Der Besuch soll über 100 Mio. EUR kosten. Bezahlen darf das der deutsche Steuerzahler. Seine Rechte sollen dafür aber eingeschränkt werden.
Da wird sich Ratzinger wohl rückbesinnen müssen, als er noch in Deutschland wohnte. Hier gibt es im Gegensatz zum Vatikan, wo er als Papst sämtliche gesetzgeberische, ausführende und richterliche Gewalt in seinen Händen hält, demokratische Rechte. Da kann er sich die Verfassungsrichter einbestellen wie er will, am 25.09. will Ratzinger die Bundesverfassungsrichter im Priesterseminar treffen, an den Grundrechten wird das nichts ändern. Und auch wenn eine große Zahl der aktuellen Spitzenpolitiker von CDU, CSU, FDP und auch der Grünen vor dem Papst zu Kreuze kriechen und sogar ihre eigenen Rechte als Abgeordnete einschränken und sich während der Rede des Papstes im Bundestag aufs Klatschen beschränken müssen, sollte kein falscher Eindruck entstehen. Die große Mehrzahl der Menschen in Deutschland stehen dem Papst, seinen besonders die Sexuallehre betreffenden antiquierten und menschenfeindlichen Ansichten und nicht zuletzt diesem Deutschland-Besuch äußerst kritisch gegenüber. Denn während in Afrika in jeder Minute Kinder verhungern, werden hier Millionen, die nicht mal von der Kirche selbst bezahlt werden, für eine Papst-Show verpulvert. Das ist wirklich unchristlich.

Hier gibt es Infos wie man die Amtskirche verlassen kann.

Quellen: Theologe, SpOn


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5 Kommentare

  1. Offener Brief des Vereins ehemaliger Heimkinder e.V. an Bundeskanzlerin Angela Merkel anlässlich des geplanten Treffens mit Papst Benedikt XVI.
    08.09.2011

    Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin,

    der 22. September 2011 ist ein wichtiges Datum im Kalender ehemaliger Heimkinder ebenso wie ehemaliger Schüler und Schülerinnen katholischer Internate und zahlloser an­deren Menschen, die als Kinder oder Jugendliche in die Hände von katholischen Priestern und Nonnen, Ordensleuten, Sozialarbeitern fielen:

    Es ist der Tag, an dem die Bundeskanzlerin der Bundesrepublik Deutschland unüberseh­bar entscheiden kann und wird, ob das von der Politik propagierte Mitgefühl für unsere Lei­den wahrhaftig ist oder ob es – mitsamt des „Runden Tisches Heimerziehung der 50er und 60er Jahre“ und des „Runden Tisches sexueller Kindesmissbrauch“ – lediglich ein Mittel war, uns in relativer Sicherheit zu wiegen und in Wahrheit sämtliche gerechten Ansprüche auf Aufklärung der eklatanten Menschenrechtsverletzungen, Entschädigung und Entschul­digung hinauszuzögern und letztendlich im Papierkorb der Geschichte verschwinden zu lassen.

    Wir bitten Sie eindringlich, Frau Bundeskanzlerin, Ihren Einfluss als führende Frau in unse­rem Land geltend zu machen und den Papst zu einer Öffnung sämtlicher Archive und Kir­chenbücher der Orden und Bistümer und des Vatikans zu bewegen.

    In diesen Akten liegen die Beweise für unser Leiden. Liegen praktisch unsere Leben! Wir brauchen, um in Frieden mit uns selbst leben zu können, eine möglichst lückenlose Aufklä­rung aller an uns begangenen Verbrechen, seien sie psychischer, physischer oder sexuel­ler Art!

    Wir bitten Sie ebenso dringend, den Papst zu überzeugen, dass seine Kirche die zahllo­sen Opfer – die meisten von ihnen sind heute alte Menschen, die in tiefer Armut leben – angemessen entschädigen muss, selbst wenn dies auf Kosten des unermesslichen Reich­tums dieser Kirche geht. Und dass diese seine Kirche mit gutem Beispiel vorangehen muss und Bund, Länder und auch die evangelische Kirche auffordern muss, dass eine für die Überlebenden dieser innerkirchlichen Verbrechen vorgesehene Entschädigung auf kei­nen Fall eine neue Demütigung bedeutet, sondern wenigstens einigermaßen dem Verlust der Lebensqualität und des Lebenseinkommens Rechnung trägt.

    Übermitteln Sie ihm, dass Sie sich mit uns solidarisch erklären und es nicht hinnehmbar finden, dass die Kirche weiterhin Kinderschänder schützt, ihre Taten vertuscht und es zu­lässt, dass es mit Hinweis auf „Verjährung“ nicht zu einem Strafprozess bzw. einer Scha­densersatzklage kommt.

    Da wir keine Gelegenheit haben werden, den Papst persönlich zu sprechen, sagen Sie ihm bitte von uns: Unsere Qualen verjähren niemals! Geben Sie uns mit Ihrer Haltung den Glauben zurück: Den Glauben daran, dass dieses Land auch unseres ist.
    Mit freundlichem Gruß

    Für den Vorstand
    Dirk Friedrich, 2. Vorsitzender
    Heidi Dettinger, Schriftführerin

  2. Pingback: Bundestagsabgeordnete gegen Papst-Rede » Rede, Bundestag, Papst, Oberhaupt, Besuch, Parlament, Schwanitz, Ratzinger » Informelles

  3. Ich bin der Meinung, dass man die 100 Mio. Euro sinnvoller einsetzen kann. Ich bin selbst betroffen, da ich in der Nähe der Sperrzone in Erfurt wohne. Ich bin nicht gläubig, bekomme aber den Willen der Kirche und des Papstes aufgezwungen, indem ich mich in meiner Stadt nicht frei bewegen kann. Ich bezahle diesen Wahnsinn mit meinen Steuergeldern, und habe gar nichts davon. Und das nur, weil dieser adäquierte alte Mann hier was von Nächstenliebe und Frieden auf der Welt erzählen will, ich lach mich tot.

  4. @O.Hertel: Wir alle zahlen immer und andauernd für die Kirche. Egal, ob wir einer christlichen Kirche angehören oder nicht. Der Staat überweist den Kirchen jedes Jahr mehrere Millionen Euro aus dem Steueraufkommen aller Bürger. Ein Umstand, der auf zum Teil Jahrhunderte alte Verträge beruht.
    Die Kirchensteuer wird einzig dafür verwandt, die eigenen Angestellten zu bezahlen. Der Betrieb der Kindergärten, Kliniken und Heimen usw. wird vom Staat finanziert. Ebenso der Besuch des Papstes. 100 Mio. EUR werden hier verschleudert, während gerade jetzt in Afrika Kinder verhungern. Und das ist keine Metapher sondern nackte Realität.

  5. Pingback: Keine Macht den Dogmen » Besuch, Papst, Vielleicht, Frauen, Zölibat, Sexualität, Liebe, Menschen » Informelles

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