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Abzocke zu Weihnachten

Süßer die Kassen nie klingen als zu der Weihnachtszeit.

In der Vorweihnachtszeit kennen die Deutschen offenbar keinen Schmerz, zumindest beim Einkauf. Kann es sonst nicht billig genug sein, wenn es um den Einkauf der Dinge des täglichen Bedarfs geht, wie es so schön heißt, werfen die Kunden in der Adventszeit offenbar allen Geiz aber auch den gesunden Menschenverstand über Bord und lassen sich gnadenlos abzocken.

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In der Zeit zwischen Neujahr und Weihnachten, bekanntlich die Zeit, in der das Hüftgold sich zum allzeitigen Begleiter macht, achten gerade die deutschen Verbraucher darauf, garantiert nur das Billigste zu kaufen. Und billig ist durchaus wörtlich zu nehmen. Lieber das Hackfleisch für 1,99 EUR pro kg aus der Angebotstheke als ein nachhaltig aufgezogenes Stück Fleisch, das dann natürlich etwas teurer ist. Die Deutschen sind bereits europaweit verschrien als Schlecht-Esser. Die Skandale um Gammelfleisch sollten deshalb als mahnendes Beispiel dienen.
Einem Spanier oder Franzosen würde es kaum in den Kopf kommen, vor allem bei den Lebensmitteln zu sparen und dafür dann das Geld mit vollen Händen den Energiekonzernen, Autoherstellern oder Versicherungen in den Rachen zu werfen.

Nur in der Vorweihnachtszeit geben sich die Deutschen großzügig, lassen alle Ausgabenkontrollen schleifen und werden prompt abgezockt. Die Hersteller von Schokolade und die, die sich dafür halten, denn bei einem Kakaoanteil von 30 Prozent und weniger kann man ja kaum noch von Schokolade sprechen, ziehen den Kunden das Geld mit billigsten Verpackungs-Tricks aus der Tasche. Hier eine Schachtel in Weihnachtsbaumform und -dekor, dort ein kleines Glöckchen oder eine Schleife und schon kostet der Inhalt schnell das Doppelte.
Eigentlich unglaublich und doch Realität in deutschen Supermärkten:

  • Ferrero verkauft seinen Kinder friends-Weihnachtskalender für 4,99 EUR. Der gleiche Inhalt kostet sonst 1,88 EUR.
  • Der Adventskalender von Mars kostet 7 EUR. Den Inhalt gibt es sonst für 2,74 EUR. Die Verpackung allein kostet den Verbraucher somit 4,25 EUR. Das ist 1,5-fache des Wertes  des Schoko-Inhalts.
  • Rocher-Kugeln kosten sonst 18 Cent pro Stück. In der Weihnachtspackung muß man 40 Cent pro Kugel berappen.
  • Merci-Schokoladenriegel kosten in der Stern-Packung doppelt so viel wie sonst.
  • Mon Chéri Pralinen werden in der Stern-Packung für 3,99 EUR angeboten. Das sind 1,54 EUR mehr als sonst.

Und das sind nur einige Beispiele für die derzeitige Abzocke mithilfe von Verpackungstricks. Selbst Verbraucher, die nach der Devise einkaufen „mehr für weniger Geld“ werden getäuscht. So kostet die Mega-Packung Niederegger Marzipan, in der drei normale Packungen zusammengefasst sind, stolze 32 Prozent mehr. Und Toblerone verlangt für seine 400g Tafel im Weihnachtsdesign 25 Prozent mehr.

Deshalb gilt auch in der Adventszeit: Augen auf beim Schokoladeneinkauf! Damit die Herstellerfirmen nicht hauptsächlich sich selbst beschenken. Und die paar läppischen Sterne kann man sich zur Not noch selbst auf die Verpackung malen.
Das so gesparte Geld kann man besser in hochwertigen Weihnachtsbaumschmuck investieren. Dann hat man etwas von dauerhaftem Wert.

Quelle: SZ

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