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Religionsunterricht jetzt überall auf der Kippe?

Nach dem Entscheid der Berliner gegen eine Einführung von Religion als Pflichtfach mehren sich die Stimmen, die überall Berliner Verhältnisse wollen.

Damit hatten die Kirchenvertreter und die sie massiv unterstützende Springer-Presse nicht gerettet: Der Berliner läßt sich nicht so einfach beeinflussen. Da helfen auch die Köpfe von Promis auf massenhaften Plakaten (wer hat die eigentlich bezahlt?) nichts.

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Die großangelegte Kampagne „ProReli“ ist grandios gescheitert. Nicht nur, daß sich nicht die 25% Ja-Sager fanden, nein es sprach sich auch eine große Mehrheit aktiv gegen eine Einführung von Religion als Pflichtfach aus. Die Schüler sollen nicht den Zwang haben, zwischen Religion und Ethik entscheiden zu müssen, sondern die Freiheit zusätzlich zu Ethik völlig frei noch Religion zu besuchen. Insofern war die „Freiheits-Debatte“ von „ProReli“ schon mal totaler Schwachsinn. Mit der Einführung von Religion als Pflichtfach hätten die Schüler ja gerade keine Freiheit mehr gehabt.
Pflicht ist nicht Freiheit!

Die ganze Aktion könnte aus Sicht der Kirchen nun auch noch nach hinten losgehen, denn nun mehren sich die Stimmen, die den Berliner Ethik-Unterricht in allen anderen Bundesländern einführen und die völlig ungewöhnlichen Verhältnisse endlich beenden wollen. Humanistische Verbände, wie die Giordano-Bruno-Stiftung, fordern die Einführung von Ethik-Unterricht an allen Schulen in Deutschland. Die Säkularität hat auch für die Schule zu gelten!

Und die Kirchen wissen genau, auf welch dünnem Eis sie sich befinden. Bereits 1991 wies die katholische Bischofskonferenz in einer Untersuchung darauf hin, daß die Praxis eines konfessionellen Religionsunterrichts im internationalen Vergleich eher ungewöhnlich ist. Ethik-Unterricht ist die weltweite Normalität an der Schulen. Es wird also langsam Zeit, auch in den deutschen Bundesländern normale Verhältnisse einzuführen und den konfessionellen Religionsunterricht abzuschaffen.

Die Kirchen haben schon viel zu lange viel zu viel Einfluß auf Erziehung und andere gesellschaftliche Aufgaben genommen. Die Frechheit ist dabei auch noch, daß wir alle mit unseren Steuergeldern diese Machenschaften finanzieren. Ob man Mitglied einer der Kirchen ist oder nicht, spielt dabei keine Rolle.
Jedes Jahr fließen Milliardenbeträge aus dem normalen Steueraufkommen (damit ist nicht die Kirchensteuer gemeint!) in die Schatullen der Kirchen. Alles begründet durch Verträge, die über 200 Jahre alt sind. Dazu gab es bereits im Jahre 2001 einen Beitrag des ARD-Magazins Panorama, in dem auf die Steuergeschenke an die Kirche eingegangen wurde. So flossen allein in Bayern 85 Mio. EUR an die Kirchen, alles begründet mit Rechtstiteln, die mehr als 200 Jahre alt sind.

Ein Irrsinn und eine Steuerverschwendung ohne Beispiel. Das muß schnellstens beendet werden. Jetzt heißt es am Ball zu bleiben und die Macht der Kirchen weiter zu brechen! Ein Austritt aus der Kirche wäre dafür ein Anfang.

Quellen: taz, Stern

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