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Kripo lacht über Schäubles „Datenschutzgipfel“

Der Bund der Kriminalbeamten bewertet das „Datenschutzgipfel“ bei Schäuble als „folkloristisch“.

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Vergangenen Freitag lud Bundesinnenminister Schäuble zu einem „Datenschutzgipfel“. Der Gipfel dabei ist allerdings, daß ausgerechnet Datenkrake Schäuble sich um die Datensicherheit sorgt. Die Vorratsdatensammelwut von Schäuble konnte erst das Bundesverfassungsgericht einschränken.

Inhaltlich sollte es beim Gipfel um den Schutz der persönlichen Daten der Bevölkerung gehen. In letzter Zeit war es zu einem großen Thema in der Presse geworden, daß persönliche Daten von großen Teilen der Bevölkerung, wie Kontoverbindung und Adresse, frei zu kaufen sind. Bekannt waren die Vorgänge allerdings schon sehr lange. Jede kleine Marketing-Garagenfirma arbeitet mit persönlichen Daten, sonst sind Marketingmaßnahmen wie Direktwerbung schlicht unmöglich. Auch die Banken könnten ihr sogenanntes Scoring bei der Vergabe von Krediten vergessen. Firmen wie Schufa, Schober oder Creditreform leben davon, Daten zu sammeln und für ihre Kunden aufzubereiten. Nun mußte also das Sommerloch 2008 gefüllt werden, der Adresshandel wurde zum großen „Datenskandal“ und Datenkrake Schäuble rief zum „Datenschutzgipfel“.

Der Bund der Kriminalbeamten verspottet diesen Gipfel jedoch als „folkloristisch“. Die Ergebnisse helfen den Bürgern keinesfalls weiter. Die Absicht von Schäuble, ersteinmal eine Arbeitsgruppe einzusetzen und die Bußgelder erhöhen zu wollen, zeige sein Unverständnis für Vorgänge im Internet und das Unvermögen, diese Machenschaften wirksam zu bekämpfen. Mit anderen Worten: Der Bund der Kriminalbeamten hält den Bundesinnenminister für unfähig.

Als wirksame Gegenmittel gegen den Handel mit Kontodaten empfiehlt der Bund der Kriminalbeamten, sich neue Konto- und Telefonnummern zuzulegen, diese nur sehr spärlich herauszugeben und die Herausgabe dieser Daten genau zu protokollieren.

Quelle: FTD

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3 Kommentare

  1. ja das wirkt wirklich unglaubwürdig wenn jemand der den hals nicht voll genug kriegt mit datensammeln(Voratsdatenspeicherung) sowas initiert…
    ja datensammeln ist heute das patentrezept für sicherheit(oder zumindest diese vorzutäuschen) nur wo daten gesammelt werden, werden sie sicher nicht nur dafür gesammelt..aber DDR methoden sind ja im moment wieder in mode!
    schöne neue datenwelt!!

  2. Das Problem dabei ist: Nicht mal die Stasi hatte so verfeinerte technische Methoden wie Wolfgang S. heute nutzt.
    Von den Daten und deren Verknüpfungen konnte Mielke nur träumen: Kennzeichenscans, elektronischer Paß/Ausweis, RFID-Chips, Telefonüberwachung, Internetüberwachung, Vorratsdatensammlung, Bundestrojaner, großer Lauschangriff, Mautbrücken, Videoüberwachung… Verknüpfung all dieser Daten für lückenlose Bewegungsprofile.

    Leider ist es das meisten Leuten egal bzw. sind sie zu faul/blöd dazu, sich damit zu beschäftigen.

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