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Hauptbahnhof Berlin: Dachfertigstellung kostet 53 Mio. EUR

Der Bauausschuß des Bundestages hat für die Verlängerung des Daches am Berliner Hauptbahnhof gestimmt.

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53 Millionen werden die Bauarbeiten kosten, 600.000 S-Bahn-Fahrgäste wären von Umleitungen während der Bauphase betroffen.
Eigentlich wird das Dach nicht nachträglich verlängert, sondern nur auf die im Bauplan vorgesehene Länge gebracht. Bahnchef Mehdorn höchstselbst hatte 2006 selbstherrlich die Verkürzung des Daches verfügt. So wollte er den immer wieder verschobenen Fertigstellungstermin endlich einhalten, die Fußball WM stand vor der Tür.
Kosten wurden durch diese Aktion allerdings nicht gespart. Ganz im Gegenteil, die benötigten Teile für das Dach wurden damals alle fertig produziert und liegen jetzt in der Nähe des Bahnhofs rum. Die Kosten für den nachträglichen Einbau der Teile liegen natürlich um einiges höher als die Kosten, die damals entstanden wären, wenn man das Dach gleich in vorgesehener Länge gebaut hätte.

Vorallem Reisende der 1.Klasse im ICE bekommen die Auswirkungen des Mehdorn-Aktionismus zu spüren.  Der erste und der letzte Waggon stehen jeweils im Freien. Bei Regen, der in Berlin nicht so unüblich ist, kein wirklicher Spaß: Dauerlauf mit Gepäck unters verkürzte Dach. Dieses Vergnügen würde dann der Vergangenheit angehören.

Bis dahin jedoch sollen 600.000 S-Bahn-Kunden unter den Umleitungen während der veranschlagten Bauzeit von 3 Monaten leiden, denn auf der Ost-West-Achse, die auf der obersten Ebene des Bahnhofs verkehrt, ginge nichts mehr. Wie der Hauptbahnhof dann mit dem örtlichen Nahverkehr erreicht bzw. verlassen werden soll, bleibt ein Rätsel. Die S-Bahn auf der Ost-West-Achse ist die zur Zeit einzige Verbindung, Nord-Süd-S-Bahn oder U-Bahn-Anbindung des Hauptbahnhofs steht noch immer in den Sternen. Die Kunden der Bahn werden sich freuen, wenn sie dann in der untersten Ebene des Hauptbahnhofs angekommen sind und nur mit Bus und Taxi weiterkommen, denn auch die Straßenbahn-Anbindung läßt auf sich warten. Vielleicht genießen sie dann das riesige Shopping-Angebot im Bahnhof 😉
Und ob die 3 Monate am Ende auch eingehalten werden können, sei mal dahin gestellt. Im Zweifel verlängert sich das Leiden nur.

Fazit: 53 Mio. EUR, um die Auswirkungen der offenbaren Launen des Herrn Mehdorn zu beseitigen und um die Fahrgäste der 1. Klasse, nicht selten Bundestagsabgeordnete(!), vor dem Berliner Wetter zu schützen.
Im Gegensatz dazu soll das Dach am dringend renovierungsbedürftigen Bahnhof Ostkreuz, dessen Modernisierung im Jahre 18 nach der Wiedervereinigung spontan in Angriff genommen wird, wegen gestiegener Kosten eingespart werden.
Ein kompletter Wahnsinn.

Quelle: Tagesspiegel

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2 Kommentare

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  2. Pingback: Viel Kohle für ein bescheuertes Bahnhofsdach.

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