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Ausländische Akademiker werden als ungelernt eingestuft

Deutschland verschwendet wichtige Ressourcen, indem Zuwanderer mit akademischer Qualifikation weit unter ihren Fähigkeiten beschäftigt werden.

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Während überall über den Fachkräftemangel in Deutschland geklagt wird, werden Migranten mit Qualifikationen vom Arbeitsvermittler als „ungelernt“ abgestempelt. So kommt es nicht selten vor, daß z.B. russische Ärztinnen als Putzfrau oder iranische Ingenieure als Hausmeister arbeiten müssen. Nein, es scheint sogar die Regel zu sein. Grund hierfür sind die mangelden Anerkennungsmöglichkeiten und fehlende Integrationsprogramme.
Das hat jetzt die Studie „Waste Brain“ im Auftrag des Vereins „Tür an Tür Integrationsprojekte“ aufgedeckt. Für diese Studie wurden152 Zuwanderer befragt mit dem erschreckenden Ergebnis, daß von den 86 Prozent, die eine über eine Ausbildung oder ein abgeschlossenes Studium verfügen, nur knapp 16 Prozent einen Arbeitsplatz in ihrer Branche haben.
Viele Ausländer hatten zudem erst durch den Fragebogen zu dieser Studie überhaupt davon erfahren, daß eine Anerkennung ihrer Ausbildung in Deutschland möglich ist. Grund für diesen Mißstand ist hauptsächlich der Förderalismus. Jedes Bundesland hat seine eigenen Anerkennungsstellen. So sind in Deutschland Hunderte von Stellen in die Anerkennung von ausländischen Abschlüssen involviert.

Die Studie kommt zu dem Ergebnis:

Die Folgen dieser Informationslücke sind massiv. Ressourcen werden verschenkt.
Wenn Zuwanderer sich arbeitsuchend melden, jedoch keinen Anerkennungsbescheid über ihre ausländischen Abschlüsse vorweisen können, werden sie von Arbeitsvermittlern als ‚Ungelernte‘ kategorisiert und vermittelt. Diese Form der Dequalifizierung trifft auch Ärzte oder Ingenieure, die in Deutschland dringend gebraucht werden.

Quelle: Financial Times Deutschland

Leider arbeiten auch zu viele „ungelernte“ als Arbeitsvermittler in den ARGEs. Da werden schon mal abgeschobene TELEKOMiker als Vermittler eingesetzt, bis sie dann hoffentlich bald das Rentenalter erreicht haben. Und so kommt es dann, daß bei Nichtvorlage eines Anerkennungsbescheides der Zuwanderer als „ungelernt“ eingestuft wird und seine Intelligenz dann beim Putzen vergeuden darf. Einen Hinweis darauf, daß die Migranten eine Anerkennung ihrer Ausbildung betragen können und vorallem wo und wie das zu geschehen hat, erhalten diese natürlich nicht. Da müßte man bei der Arbeitsagentur ja mal mitdenken 🙁

Das weitere große Übel ist auch hier wieder einmal der Förderalismus in Deutschland. Jedes Bundesland kocht sein eigenes Süppchen und heraus kommt das größte Durcheinander, das selbst für geborene Bundesbürger kaum zu durchschauen ist.
Warum wird Bildungs-, Verkehrs- und Arbeitsmarkt-Politik nicht zentral vom Bund gesteuert?
Den zur Zeit herschenden Unsinn werde ich nie verstehen!


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